Rückkehrer

Phoenix Hagen: Geske und Grof auch gemeinsam denkbar

Bei Trainer Ingo Freyer spielten Niklas Geske (links) und Jonas Grof

Bei Trainer Ingo Freyer spielten Niklas Geske (links) und Jonas Grof

Foto: Jörg Laube

Hagen.   Der Spielmacher-Posten bei Phoenix Hagen ist neu besetzt - mit Rückkehrer Niklas Geske. Jonas Grof könnte neben ihm eine andere Rolle einnehmen.

In Erinnerung geblieben ist vor allem sein „Buzzerbeater von Bayreuth“. Anfang 2015 traf Niklas Geske dort mit der Schlusssirene einen spektakulären Wurf aus der eigenen Spielhälfte, rettete Phoenix Hagen den 76:73-Bundesliga-Sieg. Vier Jahre später kehrt der Dortmunder nun zum Startpunkt seiner Karriere als Basketball-Profi zurück. Bei Zweitligist Phoenix ist Geske, mittlerweile 24 Jahre alt und zuletzt eine Klasse tiefer bei den EN Baskets Schwelm aktiv, erster Neuzugang für die ProA-Saison 2019/20. Der schnelle Guard soll mehr Tempo ins Hagener Spiel bringen - und gerne auch den ein oder anderen Treffer in entscheidenden Situationen, der in der abgelaufenen Spielzeit meist fehlte.

Bundesliga-Erfahrung, Charakterstärke, viel Speed, sehr guter Überblick, unglaubliche Defensivstärke: Die Liste der Eigenschaften, die aus Sicht von Phoenix-Coach Chris Harris für eine Verpflichtung von Niklas Geske sprachen, ist lang. Vor allem aber steht der 24-Jährige, der in Hagen einen Zweijahresvertrag unterschrieben hat, für die Veränderung des Spielstils hin zu mehr Tempo, die der Coach plant. „Unser Motto ist ja ,Wir sind das Feuer’, das haben wir aber in der letzten Saison nicht so oft zeigen können“, sagt Harris: „in der nächsten Saison wollen wir wieder das Feuer sein. Und Niklas ist ein wichtiges Puzzle-Stück dazu.“

Schon fünf Jahre bei Phoenix

Fünf Jahre hat Geske bereits das Phoenix-Trikot getragen. Ab 2011 spielte der Dortmunder für die Juniors in der Nachwuchs-Bundesliga, schaffte es unter Trainer Falk Möller - zuletzt auch sein Coach in Schwelm - ins deutsche Top Four. Und debütierte im Herbst 2013 im Bundesliga-Team von Trainer Ingo Freyer, gehörte hier mit steigenden Spielanteilen bis 2016 zum Kader. 85 Erstliga-Spiele bestritt der Guard für Phoenix, schaffte den Sprung ins A2-Nationalteam, das 2015 bei der Universiade in Gwangju/Südkorea Silber gewann. 2016 wechselte er als Start-Spielmacher zu Erstliga-Aufsteiger Rasta Vechta, stieg mit den Niedersachsen wieder ab. Bei seiner nächsten Station bei Europacup-Starter Ludwigsburg konnte sich Geske nicht durchsetzen. So entschied er sich vor Jahresfrist, den Fokus auf sein Studium zu legen und kehrte in die Region zurück - zu Ex-Trainer Möller und Schwelm. „Das hat uns relativ überrascht, dass er in die ProB zurückgeht“, räumt Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel ein: „Außerdem hatten wir den Kader da mit acht Deutschen schon frühzeitig voll.“

In diesem Jahr ist das anders, nun war Geske - mit 20,8 Punkten im Schnitt viertbester ProB-Scorer - fast automatisch Kandidat für die Besetzung der Position eins bei Phoenix. Auch wenn die Schwelmer ihn mit einem „deutlich verbesserten“ Vertragsangebot halten wollten. „Der sportliche Anreiz, noch einmal eine Liga höher zu spielen, war natürlich höher als in der ProB zu bleiben“, sagt Geske und bekennt: „Die Zeit in der NBBL mit Phoenix Hagen inklusive des Starts in die BBL war wirklich die schönste meiner bisherigen Karriere. Ich freue mich unheimlich darauf, wieder vor vollen Rängen in der Ische spielen zu dürfen.“

Sein Studium wird er fortsetzen, auch wenn der Trainingsaufwand in der ProA höher ist. Und die Erwartungen an den Rückkehrer sind nicht gering. „Er soll in die Rolle des Start-Spielmachers reinschlüpfen“, sagt Seidel. Die hatte in den letzten zwei Jahren Jonas Grof (22) inne, dessen Vertrag aktuell ausläuft. Geskes Verpflichtung bedeute nicht automatisch den Abschied vom Ur-Hagener Grof, betonten Seidel und Harris. „Niklas schließt nicht Jonas aus“, sagt der Coach, für Grof habe man im Falle dessen Verbleibs eine andere sportliche Rolle vorgesehen: „In Iserlohn hat das auch funktioniert, beide können sich effektiv ergänzen.“ Bei ProB-Ligist Iserlohn Kangaroos hatten beide unter Trainer Matthias Grothe zusammengespielt, phasenweise auch im Phoenix-Erstligateam. Dort kam der vielseitige 2,01-m-Mann Grof auch auf der Flügelposition zum Einsatz. „Es wäre eine Option für mich, auch mit Niklas zusammenzuspielen“, sagt Grof selbst, den der Verein vor der Geske-Verpflichtung informierte. Für die Planungen seiner sportlichen Zukunft werde er aber noch einige Zeit benötigen.

Kris Davis reist Mittwoch heim

Mit Geske, Kapitän Dominik Spohr und Joel Aminu stehen drei Spieler für den Phoenix-Kader 2019/20 fest, Jeremy Dunbar hat einen Vertrag mit beidseitiger Ausstiegsoption. US-Guard Kris Davis reist als erster Akteur des aktuellen Teams am Mittwoch heim nach Detroit, ein Phoenix-Angebot hat er bisher nicht wahrgenommen. Mit allen Spielern haben erste Gespräche stattgefunden, es wird aber Änderungen im Team geben. „Nach dieser Saison wollen wir an ein, zwei Stellschrauben drehen“, sagt Seidel, „es gibt relativ viele Gedankenspiele.“

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