Basketball

Phoenix Hagen: Hallensprecher tritt nach Ausraster zurück

Hans-Uwe Schröer tritt als Hallensprecher bei Phoenix zurück, will aber Teammanager bleiben.

Hans-Uwe Schröer tritt als Hallensprecher bei Phoenix zurück, will aber Teammanager bleiben.

Foto: Jörg Laube

Emotionaler Ausbruch mit Folgen: Hans-Uwe Schröer hat Phoenix-Fans per Mikro beleidigt, tritt nun als Hallensprecher nach 15 Jahren zurück.

Dem emotionalen Ausbruch folgte die Entschuldigung und tags darauf der Rücktritt. Nach 15 Jahren bei Phoenix Hagen - also seit der Gründung des Klubs - trat Hans-Uwe Schröer als Hallensprecher zurück. Zuvor hatte sich der 58-Jährige bei den Fans der „Tornados Hagen“, die er vor dem Phoenix-Spiel gegen Rostock in der Krollmann Arena über Mikrophon attackiert und beleidigt hatte, per Facebook entschuldigt: „Niemals hätte ich mich dazu hinreißen lassen dürfen, euch über das Mikro zu diskreditieren. Meine Wortwahl war unflätig und beleidigend.“

Was war passiert? In einem Kommentar im Tornados-Spieltagsheft „Heuboden Aktuell“ hatte die „Fanszene Hagen“ die Phoenix-Öffentlichkeitsarbeit auf zwei Seiten - mit Attributen wie „defizitär“, „stark ausbaufähig“ oder „unseriöser Klamauk“ - deutlich, aber weitgehend sachlich kritisiert. Letzter Auslöser dafür war die Autogrammstunde von vier Phoenix-Spielern am Tag vor dem „wichtigsten Saisonspiel“ mit dem „Bachelor“ Andrej Mangold - als Basketballer früher für Phoenix-Erzrivale Bonn tätig, deshalb bei Hagener Fans wenig beliebt - in Dortmund. Die Fokussierung, so die Kritik der Fans, hätte einzig dem Spiel gelten dürfen, statt sich „kreischenden Teenies“ zu widmen.

Von dieser Darstellung der Öffentlichkeits- und Marketingarbeit habe sich seine Tochter Christina - bei Phoenix als Pressesprecherin angestellt - „sehr persönlich getroffen“ gefühlt, so Schröer, das sei ihm als Vater „unglaublich nah“ gegangen. „Manchmal ist eine persönliche Situation leider so, dass man mit berechtigter oder auch unberechtigter Kritik nicht umgehen kann und sich auf die falsche Art und Weise Luft verschafft“, erklärte er, das sei ihm in diesem Fall passiert, dafür könne er sich nur entschuldigen. Am Montag Abend fügte er auf WP-Anfrage noch hinzu: „Es tut mir unglaublich leid, aber so ein Ausraster an exponierter Stelle lässt bei meinem eigenen Selbstverständnis keine andere Konsequenz als einen Rücktritt zu.“ Für Schröer sprang am Sonntag kurzfristig Martin Erlmann als Hallensprecher ein.

Als Teammanager soll er bleiben

„In einem sehr emotionalen Moment hat er da einen Bock geschossen“, kommentierte Geschäftsführer Patrick Seidel den beim Fan-Talk nach dem Spiel und in den sozialen Medien intensiv und kontrovers diskutierten Vorgang: „Als Vater kann ich das ja nachvollziehen, als Vereinsoffizieller mit Mikro in der Hand geht das natürlich nicht.“ Einen Weg zurück als Hallensprecher sehe er für Schröer deshalb nicht, in der Funktion als Teammanager wolle er ihn dagegen halten: „Hans-Uwe ist seit 15 Jahren ein ganz wichtiger Bestandteil von Phoenix, steckt da viel Herzblut rein.“ Schröer wiederum signalisierte, dass er als Teammanager weitermachen will. Wenn man ihn denn noch wolle.

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