2. Bundesliga

Phoenix Hagen hat Chance zum Sprung an die Spitze

Ex-Phoenixspieler Jeremy Dunbar kommt am Dienstag mit Spitzenreiter Vechta zum Ischeland.

Foto: Michael Kleinrensing

Ex-Phoenixspieler Jeremy Dunbar kommt am Dienstag mit Spitzenreiter Vechta zum Ischeland. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Phoenix Hagen erwartet mit Tabellenführer Rasta Vechta im Topspiel das bestbesetzte Team der Liga ProA. Gäste tragen zur großen Kulisse bei.

Für eine Stunde, vielleicht auch für länger, könnten sie ganz oben sein. Elf Monate nach dem insolvenzbedingten Bundesliga-Aus stehen die Basketballer von Phoenix Hagen wieder sportlich im Fokus. Am Dienstag um 17 Uhr erwartet der aktuelle Tabellendritte den Zweitliga-Spitzenreiter Rasta Vechta zum Topspiel der ProA vor großer Kulisse in der Arena am Ischeland. Und wäre im Siegfall an der Tabellenspitze, zumindest bis zum Ende des um 18 Uhr beginnenden Duells zwischen dem punktgleichen Tabellenzweiten Crailsheim Merlins und den MLP Academics Heidelberg. Auch wenn die noch ungeschlagenen und erlesen besetzten Gäste aus Vechta als Favorit gelten, räumt Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel ein: „Das nähmen wir doch unheimlich gerne mit. Und es würde mich gerade für einen Spieler wie Jonas Grof freuen, der im letzten Jahr die Schattenseiten der Insolvenz miterlebt hat.“

Der zusätzliche Öffnungstag der Phoenix-Geschäftsstelle lohnte sich. Nach dem fünften Hagener Saisonsieg zuletzt in Ulm zog zu Wochenbeginn die Nachfrage nach Tickets für das Spitzenspiel an, insgesamt 2300 - darunter gut 100 für die Anhänger aus Vechta - waren am Montag mittag bereits verkauft. Bis auf den oberen E-Block, auf dem in der Regel die Gäste-Fans Platz nehmen und den hinteren Bereich der Vip-Tribüne rechnen die Gastgeber mit einer vollen Arena, der bisherige Bestwert von 2523 Zuschauern beim Heimstart gegen Karlsruhe dürfte am Feiertag übertroffen werden. Zumal der Spitzenreiter, der bereits von 100 Anhängern zum locker mit 87:60 gewonnenen Spiel bei den Uni Baskets Paderborn begleitet wurde, massiv um Mitreisende warb. „Ich hoffe, dass sich wieder richtig viele Fans mit uns auf den Weg machen“, sagte Rasta-Trainer Douglas Spradley, die „enorme Unterstützung“ von Paderborn brauche man auch gegen Phoenix.

Dabei bieten die Gäste, bei denen nach dem Bundesliga-Abstieg nur Coach Spradley blieb, schon so den mutmaßlich besten ProA-Kader auf. Mit den Guards Josh Young, Christopher Carter und David Goncalvez sowie Flügelcenter Seth Hinrichs - alle aus den USA - und dem lettischen 2,04-m-Center Andrew Smith bietet Vechta fünf Importspieler auf. Hinzu kommen mit den Centern Dirk Mädrich (2,12 m) und Jannik Freese (2,11 m), dem 18-jährigen Supertalent Philipp Herkenhoff und dem in der letzten Saison noch bei Phoenix aktiven Jeremy Dunbar deutsche Spieler mit Bundesliga-Erfahrung. „Die sind auf sieben, acht Positionen erstklassig besetzt und kommen immer besser in Schwung“, sagt Phoenix-Trainer Dietmar Günther, „das wird für uns schon eine Herausforderung.“

Harte Arbeit für Centergarde

Gerade auf die Phoenix-Centergarde kommt gegen die Topscorer Hinrichs und Freese sowie Smith und Mädrich Schwerstarbeit zu. „Vechta versucht meist, den Ball unter den Korb zu bekommen“, weiß Günther, zudem spiele der Tabellenführer eine „knallharte Defensive“ (Seidel). „Die einzige Mannschaft, gegen die wir bisher verloren haben, war sehr erfahren“, verweist Günther auf das Karlsruhe-Spiel: „Vechta ist noch erfahrener und individuell besser besetzt. Es wird interessant zu sehen sein, ob wir seitdem eine Entwicklung gemacht haben.“ Geschäftsführer Seidel jedenfalls glaubt daran: „Die Mannschaft hat durch die Siege Selbstvertrauen getankt. Mit den Fans im Rücken ist was möglich.“

Und Youngster Jasper Günther, der am Freitag in Ulm unter den Augen seines älteren Bruders Per mit elf Punkten seinen bisherigen Bestwert aufgelegt hat, verweist auf teaminterne Vorhaben: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, jedes Heimspiel zu gewinnen.“ Am Dienstag würde das an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga führen.

Letztes Phoenix-Heimspiel ohne Livestream

Das Phoenix-Heimspiel gegen Rasta Vechta wird mutmaßlich das letzte sein, das nicht per Internet-Livestream übertragen wird. „Wir warten immer noch auf die Zulieferung der ligaeinheitlichen Technik“, erklärt Geschäftsführer Patrick Seidel, danach lege man sofort los. Ab dem achten Spieltag soll das gewährleistet sein, die Phoenix-Partie gegen die WhiteWings Hanau am 18. November würde dann als erste unter http://basketball.airtango.de gezeigt. Die beiden nächsten Auswärtsgegner Hamburg Towers (5. November) und Kirchheim Knights (11. November) übertragen ihre Partien bereits unter www.proastream.de

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