2. Bundesliga

Phoenix Hagen lässt Sieg an der Freiwurflinie liegen

Die dritte Heimniederlage des Jahres konnte auch Phoenix-Kapitän Dominik Spohr, der 20 Punkte erzielte, nicht verhindern.

Die dritte Heimniederlage des Jahres konnte auch Phoenix-Kapitän Dominik Spohr, der 20 Punkte erzielte, nicht verhindern.

Foto: Michael Kleinrensing / Michael Kleinrensing / WP

Hagen  Auch das dritte Heimspiel 2019 verlor Phoenix Hagen. Beim 89:101 gegen die Tigers Tübingen trafen die Hagener nicht einmal jeden zweiten Freiwurf

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Hagen. 48 Prozent Wurfquote sind kein schlechter Wert – aus dem Feld, vor allem von der Dreierlinie. Wenn Profi-Basketballer aber nicht einmal jeden zweiten Freiwurf treffen, wird es schwer zu gewinnen. Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen vergab gegen die Tigers Tübingen satte 13 Chancen von der Linie, ein maßgeblicher Grund für die 89:101 (44:49)-Niederlage. „Das war eine mentale Sache der Jungs heute“, konnte Phoenix-Trainer Chris Harris die Nervenschwäche bei der dritten Heimschlappe in Folge nicht erklären: „Wir haben Freiwurf-Punkte liegen gelassen, die Pause nach den Shotclock-Problemen hat unseren Rhythmus gebrochen, dann haben wir ein paar unglückliche Pfiffe bekommen. Und sind schlecht mit den Misserfolgserlebnissen umgegangen.“

Im Duell zweier Ex-Erstligisten hatten die Gastgeber den besseren Start, nach dem 9:9 (5.) setzte sich Phoenix auf 18:11 ab, als der gerade eingewechselte Marco Hollersbacher per Dreier traf (7.). Doch der Rhythmus beider Teams wurde durch die Technik jäh gestört. Gerade hatte Tübingens Besnik Bekteshi per Keith-Gatlin-Trick – beim Einwurf an der Hagener Grundlinie warf er Javon Baumann den Ball in den Rücken und verwertete den Abpraller per Korbleger – zum 20:15 verkürzt, als die Spieluhr den Geist aufgab. Hektische Wiederbelebungsversuche scheiterten, die Anzeigewürfel über den Korbanlagen hatten keine Funktion mehr. Stattdessen wurden portable Shot-Clocks in den Ecken installiert, nach etwa zehn Minuten Pause konnte weitergespielt werden.

Das aber weiter nicht problemfrei, kurz nach der Viertelpause musste erneut unterbrochen werden. Die Gastgeber schien es zunächst nicht zu stören, Kris Davis und Dominik Spohr trafen aus der Distanz zum 30:22 (13.), während die Tübinger – häufig mit den Centern Enosch Wolf und Robertas Grabauskas gleichzeitig auf dem Parkett - mehr den Weg zum Korb suchten. Und allmählich kamen sie heran, weil Phoenix nicht mehr traf und die Gäste kaum noch stoppen konnte. Nach dem 36:32, als Jasper Günther Spohr beim Fastbreak bediente (15.), kippten die Tübinger mit einer 10:0-Serie die Partie. Erst nach dem 36:42 (17.) reagierten die Gastgeber, doch Reed Timmer sicherte den Tübingern die Pausenführung (44:49).

Die Partie wurde nun intensiver und emotionaler geführt, selbst Gäste-Vertreter staunten über einige Pfiffe gegen Phoenix. Mit Dreiern brachten Spohr und Davis die Gastgeber heran (57:58, 25.), kurz vor dem Ausgleich patzten diese aber regelmäßig an der Freiwurflinie. Stattdessen setzte Tigers-Spielmacher Tyler Laser, der schon beim Hinspielsieg mit 29 Punkten herausgeragt hatte, immer wieder Nadelstiche, beim 65:72 ging es in die letzte Viertelpause. Nun erhöhte Phoenix die Intensität (Harris: „Wir hatten gute Einzelleistungen in der Defensive, haben aber nicht als Einheit verteidigt“), das schien Erfolg zu bringen. Weil jetzt der junge Hollersbacher unerschrocken die Würfe nahm und hochprozentig traf, sein Dreier zum 75:74 (33.) brachte die erste Hagener Führung seit langem. Doch Reed Timmer konterte direkt per Vierpunktspiel (75:78), Tübingen spielte an diesem Abend cleverer. Zwar lag Phoenix beim 79:78 (35.) durch Jonas Grof noch einmal vorn, doch erneut gelang Laser per Dreier die Antwort. Und weil die Gastgeber danach weitere Freiwurfchancen ungenutzt ließen, setzte sich Tübingen endgültig ab. Allen voran Laser, der mit 27 Zählern seine Saisonbestleistung aus dem Hinspiel nur knapp verpasste. „Der war heute heiß, weil er letzte Woche nicht so viel spielen durfte“, freute sich Tigers-Coach Georg Kämpf, während Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel bedauerte: „Individuell war Tübingen mit Laser und Timmer in der Crunchtime einfach stärker. Und die vielen vergebenen Freiwürfe haben uns einen psychologischen Knacks gegeben.“

Phoenix Hagen: Davis (19), Dunbar, Günther, Hollersbacher (13), Aminu (7), Lodders (5), Spohr (20), Grof (15), Baumann (2), Herrera (8).

Tübingen: Durasovic (6), Bekteshi (4), Wolf (18), Laser (27), Timmer (18), Grabauskas (12), Allen (6), Nadjfeji (8), Brennan (2).

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