2. Bundesliga

Phoenix Hagen: Mit bestem Basketball in die Saison-Endphase

Ein starkes Team: Phoenix-Kapitän Dominik Spohr (Nr. 19) und seine Teamkollegen schwören sich nach dem 77:64-Sieg in Hamburg auf den nächsten Gegner ein.

Ein starkes Team: Phoenix-Kapitän Dominik Spohr (Nr. 19) und seine Teamkollegen schwören sich nach dem 77:64-Sieg in Hamburg auf den nächsten Gegner ein.

Foto: Jörg Laube

Hagen.   Zur Endphase findet Phoenix Hagen zur Top-Form. Geschäftsführer Seidel schließt BBL-Lizenzantrag nicht aus, sieht Chance aber unter 10 Prozent.

Nur die Verzögerung der Abreise dämpfte die gute Laune etwas. Da Jannik Lodders zur Dopingprobe musste, konnte Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen erst deutlich verspätet nach dem 77:64-Sieg bei den Hamburg Towers aus der Hansestadt abfahren. Die letzte längere Reise für einen Monat konnte das Team von Trainer Chris Harris angesichts der beiden Auswärts-Coups bei den Spitzenteams in Chemnitz und Hamburg insgesamt hochzufrieden angehen. „Das war ein überragender Doppelpack“, würdigt Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel nach dem Wochenende, „ein Spiel zu klauen, hatten wir ja insgeheim erhofft, aber mit zwei Siegen hätte ich wirklich nicht gerechnet.“

Damit wiederholten die Hagener den schon überraschenden Hinrundensieg (84:70, noch unter Interimscoach Tobit Schneider) auch beim Aufstiegsaspiranten, in der ersten Playoff-Runde könnten beide Teams - aktuell Zweiter und Sechster - wieder aufeinandertreffen. „Ich weiß nicht, ob Hamburg da gern gegen uns spielen würde“, sagt Seidel, „in drei von vier Halbzeiten waren wir das bessere Team.“ Harris dagegen sieht die Towers nicht als idealen Gegner. „Toll, dass wir beide Siege mitgenommen haben, aber das hat keine Aussagekraft für die Play-offs“, betont der Phoenix-Chefcoach, „würden wir da dieses Match-up wieder bekommen, müssten wir viel viel besser spielen.“

In den verbleibenden sieben Hauptrunden-Partien hat Phoenix die Chance, in der Tabelle noch zu klettern. Rang vier - und Heimvorteil in den Play-offs - ist nur einen Sieg entfernt, im Direktvergleich gegen die fünf vor ihnen liegenden Teams sind die Hagener jeweils besser. Andererseits liegen hinter Phoenix Mannschaften wie Karlsruhe, Tübingen, Trier oder die am Sonntag am Ischeland gastierenden Artland Dragons, gegen die man im direkten Vergleich schlechter ist. Ein mögliches Abrutschen aus den Playoff-Rängen ist also noch nicht abgewandt. „Wir haben noch genug schwere Aufgaben zu lösen, gerade daheim müssen wir diese Leistungen jetzt bestätigen“, sagt Seidel, hofft aber auch: „Vielleicht zeigen wir unseren besten Basketball im letzten Saisondrittel, wenn es drauf ankommt.“ Die gerade defensiv starken Auftritte von Chemnitz und Hamburg nähren die Zuversicht, die von Harris eingeführten Änderungen der Spielanlage würden von den Spielern angenommen. Seidel: „Das war großteils sehr reif und abgeklärt.“

Hohe Hürden für BBL

Dass nach klaren Siegen bei erklärten Bundesliga-Anwärtern auch in Hagen eine mögliche Erstliga-Rückkehr diskutiert wird, ist dem Geschäftsführer klar. Die Möglichkeit, dass Phoenix zur Antragsfrist (15. April) nicht nur bei der ProA sondern auch bei der BBL einen Lizenzantrag einreicht, beurteilt Seidel skeptisch, schließt sie aber nicht aus. „Im Vorjahr konnten wir eine entsprechende Mailanfrage der BBL nach fünf Minuten abschlägig beantworten“, sagt er, „dieses Jahr wird das nicht so schnell gehen.“ Man werde bei den aktuellen Gesprächen mit Sponsoren so vorarbeiten, dass man vorbereitet sei, falls sich eine sportliche Aufstiegschance ergeben sollte: „In Verträgen vereinbaren wir schon einen Betrag X für die 2. Liga und einen Betrag Y für die 1. Liga.“ Allerdings sieht der Phoenix-Geschäftsführer „ganz hohe Hürden“ angesichts von BBL-Bedingungen wie drei Millionen Euro Mindestetat, 250.000 Euro Eigenkapital oder eigener Trainingshalle. „Das wäre ein ganz weiter Weg“, betont Seidel, „die Chance, dass wir das sportlich und wirtschaftlich angehen könnten, würde ich auf unter zehn Prozent ansiedeln.“

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