2. Bundesliga

Phoenix Hagen muss um Playoff-Platz zittern

Phoenix-Flügel Jeremy Dunbar, hier gegen die Paderborner Ivan Buntic, Connor Wood und Demetrius Ward (v.li.) könnte bei einem Ausfall von Dominik Spohr phasenweise auch auf die Position vier rücken.

Phoenix-Flügel Jeremy Dunbar, hier gegen die Paderborner Ivan Buntic, Connor Wood und Demetrius Ward (v.li.) könnte bei einem Ausfall von Dominik Spohr phasenweise auch auf die Position vier rücken.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Wenn es ganz dumm läuft, könnte der Playoff-Platz für Phoenix Freitag vorerst weg sein. Gegen Paderborn hat man indes eine sehr positive Bilanz.

Das Szenario ist nicht ganz unrealistisch: Verliert Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen am Freitag das Westfalen-Duell bei den Uni Baskets Paderborn (20 Uhr, Sportzentrum Maspernplatz), während gleichzeitig Karlsruhe Lions (gegen Rostock) und Gladiators Trier (gegen Kirchheim) - zwei Tage später übrigens zu Gast am Ischeland - ihre Heimspiele gewinnen, wäre man nach drei Monaten wieder raus aus den Playoff-Rängen. Zwei Dinge sprechen dagegen: Auswärts zeigte sich Phoenix im Gegensatz zu den Heimauftritten zuletzt sehr formstark, alle ProA-Duelle bisher gegen Paderborn gewann man zudem. Zuletzt mit 83:82 allerdings hauchdünn, als Phoenix-Coach Chris Harris sein Heimdebüt gab. Und diesmal droht neben Marco Hollersbacher auch Dominik Spohr auszufallen.

Es war am 8. Dezember ein Heimspiel aus der Kategorie „typisch für die Saison 2018/19“. Die Gastgeber starteten prima, dominierten das Spiel über 25 Minuten, führten mit 66:46. Dann folgte der fast schon obligatorische Hagener Einbruch, Paderborn ging kurz vor Ende sogar in Führung, der letzte Angriff gehörte Phoenix. Und war in diesem Fall dank des Korblegers von Jannik Lodders drei Sekunden vor der Sirene ausnahmsweise erfolgreich. „Aus dem Spiel hat Paderborn Mut gewonnen“, ist Harris dennoch überzeugt. Das betrifft das direkte Duell, in der Tabelle dagegen traten die Ostwestfalen fernab der Playoff-Plätze auf der Stelle. „Die kämpfen noch ums Überleben“, weiß der Phoenix-Coach.

Foreman ersetzt Benzinger

Nur zwei Siege trennen die Baskets aktuell von den Abstiegsrängen, die seit Monatsbeginn auf ihren Tospcorer verzichten müssen. Für Joseph Benzinger, auch im Hinspiel treffsicherster Paderborner, war nach einem Kreuzbandriss die Saison beendet. Für ihn kam mit US-Landsmann Darnell Foreman schnell Ersatz, der ebenfalls 14 Punkte im Schnitt erzielt. „Im Gegensatz zum Schützen Benzinger ist er aber ein wahrer Pointguard, der das Spiel strukturiert und viel zum Korb zieht“, sagt Harris, „mit ihm spielt Paderborn einen anderen Stil, nicht mehr so wild und unberechenbar.“ Die meisten Punkte neben Foreman trägt weiter das US-Trio Connor Wood, Demetrius Ward und Matt Klinewski bei, unter dem Korb tragen die Deutschen Martin Seiferth, Ivan Buntic und Marc Nagora die Hauptlast. Allerdings bemängelte Trainer Uli Naechster in den letzten drei Spielen die mangelnde Defensive angesichts von jeweils 90 Gegenpunkten und mehr. „Das ist definitiv zuviel“, sagte er und forderte: „Es müssen wieder alle bereit für die Drecksarbeit sein.“

Defensiv haben die Hagener aktuell weniger Sorgen, im gleichen Zeitraum erzielten die Phoenix-Kontrahenten 69, 64 und 67 Zähler. „Daran arbeiten wir, das ist der Schlüssel für langfristigen Erfolg, auch wenn es am Sonntag nicht geklappt hat“, betont Harris, „wenn wir dauerhaft den Gegner unter 70 Punkten halten, müssten wir die meisten Spiele gewinnen.“ Dass dies bei der 64:67-Heimpleite gegen die Artland Dragons wegen eines Einbruchs nach der Pause nicht gelang, darüber waren - so Harris - alle angefressen und enttäuscht. „Wir sind in der Trainingswoche daran, viel mental zu arbeiten, damit wir mit mehr Fokus und Energie aus der Kabine kommen“, erklärt der Coach.

Weitere Untersuchung bei Youngster

Allerdings muss er mit Personalproblemen gerade auf der Position vier zurecht kommen. Der von einem Grippevirus geplagte Dominik Spohr erlitt bei seinem Einsatz gegen die Dragons einen Rückfall, fehlt weiter im Training. In Paderborn kann der Kapitän wohl allenfalls ein paar Minuten helfen, zwei Tage später gegen Playoff-Rivale Trier (17.30 Uhr, Krollmann Arena) soll es möglichst schon etwas mehr sein. Weiter fehlen wird dagegen Marco Hollersbacher wegen seiner Knieverletzung. Nach zwei Arztterminen soll der 18-Jährige noch einmal untersucht werden. Um dann die richtige Behandlung, die möglicherweise auch schon ein vorzeitiges Saisonende bedeuten könnte, festzulegen. „Wir wollen bei einem so jungen Spieler, der schon zweimal am Knie verletzt war, vorsichtig sein“, betont Harris, „auf jeden Fall fällt Marco vorerst weiter aus.“ Sollte das in Paderborn auch für Spohr gelten, müsse man „kreativ“ werden. Mit gleichzeitig zwei Centern auf dem Feld oder Lodders und Jeremy Dunbar auf der Vier, auch Jonas Grof könne hier verteidigen. Zudem fahren die Doppellizenzler Max Fouhy, Jonah Bredt und Emil Loch mit zum nahen Westfalen-Duell.

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