Basketball

Phoenix Hagen schickt Abdul Lewis wieder nach Hause

Abdul Lewis, hier in zivil neben Michael Gilmore (Mitte) und Kyle Leufroy, muss Phoenix Hagen nach nur einer Woche wieder verlassen.

Abdul Lewis, hier in zivil neben Michael Gilmore (Mitte) und Kyle Leufroy, muss Phoenix Hagen nach nur einer Woche wieder verlassen.

Foto: Jörg Laube

Hagen.  Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen hebt den Vertrag mit Abdul Lewis nach einer Woche auf. Der US-Amerikaner hatte eine Verletzung verschleppt.

Ein wenig teilnahmslos schaute Abdul Lewis zu, als seine Mitspieler von Phoenix Hagen am Sonntag gegen Schalke 04 spielten. Das mag zum einen daran gelegen haben, dass sein Team ohne ihn in einem tristen Spiel 73:84 verlor. Zum anderen wusste Lewis wohl, dass er Phoenix schon bald wieder Richtung Heimat verlassen wird.

Der Basketball-Zweitliga-Klub hat am Montag den Probevertrag mit dem 2,08 Meter großen Center wieder aufgelöst, weil Lewis eine ernste Verletzung mit zu seinem neuen Verein schleppte. Erst am Montag vor einer Woche war der 24-Jährige als Hoffnungsträger für die großen Positionen verpflichtet worden. Aber aufgrund eines Schadens am Außenmeniskus des linken Kniegelenks und einer nicht vorhersehbaren Rückkehr unter vollständiger Belastbarkeit ist der US-Amerikaner durch den Medizincheck bei Dr. Helmut Queckenstedt gerasselt. „Nach gut überstandener OP im März dieses Jahres hat es Abdul Lewis nicht geschafft, für die intensive Vorbereitungsphase und die anstehende Saison wieder vollständig fit zu werden. Wir bedauern diesen Sachverhalt sehr, aber es besteht keine andere Entscheidungsmöglichkeit“, analysierte Queckenstedt.

Vom Spielerberater verschaukelt?

Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel wusste, dass Lewis sich im März „einem kleinen Eingriff“ unterzogen habe. Allerdings habe er sich versichern lassen, dass Lewis zu 100 Prozent fit sei. Nach einer vernünftigen Behandlung hätte die Verletzung verheilen müssen, so Seidel.

Der Geschäftsführer macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Der Spielerberater hat sich damit nicht gerade empfohlen, uns bei weiteren Spielerverpflichtungen zu helfen“, drückte Seidel es diplomatisch aus. Immerhin sei mit der Verpflichtung eines Importspielers viel Arbeit verbunden. „Wir sind drei Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Für eine Neu-Verpflichtung gehen sicher drei, vier Arbeitstage drauf.“ Unter anderem seien Amtsgänge und andere bürokratische Aufgaben damit verbunden. „Außerdem stellen sich die Coaches und die Mannschaft auf den neuen Mitspieler ein. Das ist schon ärgerlich“, sagte Seidel.

Ohne Führerschein

Ärgerlich ist es natürlich auch für Abdul Lewis, der am Donnerstag zurück nach New Jersey reisen wird. In Hagen hatte sich der 24-Jährige auf seine erste Profistation gefreut, nachdem er vier Jahre in seiner Heimatstadt für das New Jersey Institute of Technology auf Korbjagd ging. „Abdul hat sportlich und menschlich in den ersten Tagen einen guten Eindruck hinterlassen. Wenn er beschwerdefrei ein paar Wochen mit unseren Jungs trainiert hätte, wäre er für die Pro A ein wirklich guter Spieler gewesen“, bedauerte Seidel.

Für Verwunderung hatte Lewis übrigens schon an seinem ersten Tag in Hagen gesorgt. Ihm wurde ein Auto zur Verfügung gestellt, allerdings räumte der Amerikaner ein, gar keinen Führerschein zu besitzen. Phoenix hatte er im Vorfeld noch versichert, im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu sein.

Die Suche nach dem Neuen

Geschäftsführer Patrick Seidel muss sich nun wieder auf die Suche nach einem Center machen, der Phoenix zu Stabilität unter den Körben verhelfen kann. „Wir waren uns am Freitag schon recht sicher, dass es mit Abdul nichts wird“, sagte Seidel. Seitdem sei man auf der Suche. Es gebe zwei Kandidaten, von denen einer möglichst noch in dieser Woche verpflichtet werden soll.

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