Basketball

Phoenix: Spohr ist erste von vier deutschen Korsettstangen

Dominik Spohr (am Ball, gegen Yannick Anzuluni) kehrt zu Phoenix zurück. Auch Malte Schwarz (links) könnte ein Thema werden. Foto: Jörg Laube

Dominik Spohr (am Ball, gegen Yannick Anzuluni) kehrt zu Phoenix zurück. Auch Malte Schwarz (links) könnte ein Thema werden. Foto: Jörg Laube

Foto: Jörg Laube

Hagen.   Die sieben deutschen Spieler aus dem geplanten Zehner-Kader will Phoenix Hagen noch im Mai verpflichten. Dominik Spohr ist der erste davon.

Auf seine übliche Trikotnummer hat Dominik Spohr verzichtet. Mit der 9 auf dem Rücken lief der 28-jährige Hagener vier Jahre für Basketball-Bundesligist BG Göttingen auf, nach der Rückkehr zu Stammklub Phoenix Hagen wird er dort die 19 tragen. Denn ein Phoenix-Hemd mit der 9 hängt in der Arena am Ischeland unter der Hallendecke - das des langjährigen Spielers und künftigen Cheftrainers Matthias Grothe.

„Dabei hatte ich ihm die Neun angeboten, aber Dominik hat das aus Respekt abgelehnt und sich eine neue Nummer gesucht“, sagt Grothe nun, nachdem Phoenix die absehbare Verpflichtung des Flügelspielers einen Tag nach der Lizenzerteilung für die ProA kommuniziert hat. Spohr unterschrieb einen Dreijahresvertrag - und soll beim Hagener Neustart zu einer ähnlichen Identifikationsfigur werden, wie es Grothe nach der Klubgründung 2004 war.

Sein Trikot mit der 19 soll Spohr aber noch eine Weile unten auf dem Parkett tragen. „Sein Alter bietet ja durchaus Spielraum, nach Vertragsende nochmal zu verlängern“, betont Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel, während Grothe dem bis 2012 bereits für Phoenix aktiven Rückkehrer attestiert, „noch in der Blüte seiner Basketballkarriere“ zu stehen: „Er wird ein riesiger Mehrwert für unser Team auf und abseits des Feldes sein.“

Der Coach sieht Spohr, der auch die Drei spielen kann, in erster Linie auf der Position vier. Auch der Spieler freut sich bereits auf den Saisonstart am 23./24. September: „Nochmal für Phoenix Hagen auflaufen zu können und eine tragende Rolle zu übernehmen, macht mich auch stolz.“

Mit Spohr ist das erste Puzzle-Teil der künftigen Mannschaft gelegt, weitere deutsche Spieler sollen in den nächsten Tagen folgen. „Das komplette Team muss neu zusammengewürfelt werden, es gibt ja nicht - sie sonst üblich - Weiterverpflichtungen“, betont Grothe, nach dem positiven Signal der Lizenzerteilung gebe es aber endlich keine Fragen mehr, ob es bei Phoenix weitergehe. Noch im Mai, so hofft Grothe, soll der deutsche Kader - bestehend aus „vier absoluten Leistungsträgern und drei Nachwuchsspielern, die sich in der ProA etablieren wollen“ - stehen.

Wenn dann klar ist, auf welchen Positionen Bedarf besteht, sollen drei Importkräfte für die engere Zehner-Rotation verpflichtet werden. Für einen weiteren ausländischen Profi, der während der Saison dazukommen kann, werden Etatmittel zurückgehalten, zwei junge Doppellizenzler sollen den erweiterten Kader komplettieren. Grothe: „Wir haben Angebote draußen, aber es ist noch nichts unterschrieben.“

Bei den Nachwuchs-Akteuren auf den Kaderpositionen 7-10 sind die Jugend-Nationalspielern Jasper Günther (18) und Marco Hollersbacher (17) erste Wahl. Dazu könnte Pascal Zahner-Gothen (20) aus dem letztjährigen Erstliga-Kader kommen. „Pascal hatten wir immer auf dem Radar“, sagt Seidel, „seine Rolle kann aber etwas kleiner werden, wenn er wie vorgesehen eine Ausbildung bei der Polizei macht.“ Dagegen ist eine Wieder-Verpflichtung von Julian Jasinski, der ProB-Aufsteiger Schwelm verlässt, kein Thema. Auch von Grothes Ex-Klub Iserlohn - infrage kämen etwa Sören Fritze oder Gabriel de Oliveira - wird kein Spieler kommen.

Kandidaten Schwarz und Lodders

Bei den vorgesehen Leistungsträgern hofft Phoenix neben Spohr stark auf eine Rückkehr von Jonas Grof (21) von Erstliga-Aufsteiger Gotha. „Wir sind im engen Austausch, aber Jonas hat auch Interesse bei ein, zwei Bundesliga-Klubs geweckt“, sagt der Geschäftsführer: „Bei uns bekäme er die Rückendeckung, in eine Anführerrolle auf der Spielmacher-Position hineinzuwachsen.“

Mit einer ähnlichen Aussicht hätte Phoenix gern auch Center-Talent Marcel Keßen, zuletzt bei ProB-Ligist Baskets Akademie Weser-Ems, zurück nach Hagen gelockt. „Die Tendenz geht aber dahin, dass er in die erste Liga will“, bedauert Seidel. Was auch für seinen früheren Juniors-Teamkollegen Haris Hujic gilt. Und die früheren Phoenix-Talente Fabian Bleck (Bremerhaven) und Niklas Geske (Vechta) sind erst recht finanziell wie sportlich außer Reichweite.

So sucht man noch - wenn Grof zurückkommt - zwei externe deutsche Neuzugänge. Einer davon könnte ebenfalls eine Phoenix-Vergangenheit haben, grundsätzliches Interesse an Spohrs bisherigem Göttinger Teamkollegen Malte Schwarz (28) streitet Grothe nicht ab. Zudem geht der Blick zu Seidels Ex-Klub ETB Wohnbau Baskets Essen, der in die ProB abgestiegen ist. Den Brüdern Jannik Lodders (24) und Robin Lodders (22) wird das Potenzial als ProA-Stammkraft zugetraut, vor allem 2,05-m-Center Robin käme für die großen Positionen infrage. „Ein interessanter Spieler“, sagt Seidel.

Klar ist, dass es Verstärkung im Trainerstab gibt: „Wir werden die Struktur stärken und einen externen hauptamtlichen Co-Trainer verpflichten“, kündigt der Geschäftsführer an. In der übernächsten Saison werde dies ohnehin als Standard gefordert, auch für die geplante Ausbildung der Talente sei es unerlässlich.

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