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Phoenix Hagen sucht noch einen Guard und zwei lange Leute

Phoenix-Trainer Chris Harris (rechts, mit Kapitän Dominik Spohr) will in der neuen Saison schneller und attraktiver spielen.

Phoenix-Trainer Chris Harris (rechts, mit Kapitän Dominik Spohr) will in der neuen Saison schneller und attraktiver spielen.

Foto: Jörg Laube

Hagen.   Der deutsche Kader steht, drei Imports werden gesucht: Phoenix-Trainer Chris Harris im Interview über neuen Stil, Zugänge und Vorbereitung.

Der deutsche Kader steht, drei Importspieler werden gesucht: Bei Phoenix Hagen trainieren etliche Spieler schon intensiv, die Verantwortlichen stellen das neue Team zusammen. Im WP-Interview erklärt Trainer Chris Harris, welchen Stil er spielen lassen will, welche Neuzugänge er dazu benötigt und wie die Saisonvorbereitung aussieht.

Frage: Heute wurde bekannt, dass Nürnberg keine Bundesliga-Lizenz bekommt. Wahrscheinlich spielt die ProA mit 17 Teams. Was bedeutet das für Phoenix?

Chris Harris: Ob 16, 17 oder 18 Mannschaften, das ist eigentlich egal. Aber mit Nürnberg kommt, wenn es dabei bleibt, eine weitere Top-Mannschaft dazu, die um den Aufstieg mitspielen wird. Die Liga wird noch ausgeglichener und stärker besetzt sein, umso mehr müssen wir eine sehr wettbewerbsfähige Mannschaft zusammenstellen.

Spieler wie Ihr langjähriger Bremerhavener Schützling Fabian Bleck, der jetzt bei Bundesligist Crailsheim unterschrieben hat, oder Ziyed Chennoufi trainieren im Sommer in ihrer Hagener Heimat mit. Wären sie nicht auch potenzielle Neuzugänge für Phoenix?

Wenn wir irgendwann mal eine tolle Saison abliefern und unseren Etat verdoppeln können, kämen sie in der Bundesliga für uns sicher infrage. Fabi etwa, zu dem ich engen Kontakt habe und den ich supergerne hier sehen würde, denkt natürlich zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere eher an internationale Spiele als an die 2. Liga. Und irgendwo sind wir eben ein Ausbildungsverein und wären froh und stolz, wenn - egal ob Jonas, Jasper oder Joel - Spieler bei uns eine starke Saison spielen und dann in der Bundesliga ankommen.

Nach der Vertragsverlängerung mit Jonas Grof ist der deutsche Phoenix-Kader komplett. Sind Sie bei den Kader-Planungen damit im gewünschten Soll?

Erstmal bin ich superglücklich, dass Jonas bleibt und die geplante Umschulung mitmacht, das zeigt seine Loyalität. Ich bin begeistert vom deutschen Kader und glaube, dass wir mit Niklas Geske als zusätzlichem Akteur da etwas stärker besetzt sind als im letzten Jahr. Wir wollten ja auf etwa drei Positionen tauschen und frisches Blut in den Kader bringen, jetzt findet das vor allem bei den Importspielern statt, da müssen wir jetzt die richtigen finden.

Statt Herrera zwei bewegliche lange Jungs

Insgesamt drei Importspieler sollen noch kommen, auf welchen Positionen und mit welchen Eigenschaften?

Wir holen statt eines Alex Herrera zwei bewegliche lange Jungs, die tolle Athletik und Mobilität mitbringen sollen. Sie sollen mit Javon Baumann oder Dominik Spohr, aber auch gleichzeitig auf dem Feld stehen können. Gespräche gibt es schon seit Monaten, hoffentlich bald Zusagen. Und dann suchen wir einen Shooting Guard, dessen Profil - schnell, gute Wurfquote, Zug zum Korb - Kris Davis schon in etlichen Punkten erfüllt hat. Aber er sollte die Freiwürfe besser treffen als Kris und am Ende des Spiels starke Nerven haben. Er muss die anderen Spieler in Szene setzen können und Platz auf dem Feld schaffen, indem er hochprozentig trifft. Und er muss in der Lage sein, in engen Spielphasen Verantwortung zu übernehmen. Wir brauchen also NBA-Qualität für ein Oberliga-Gehalt. . . (schmunzelt)

Sie sind im letzten November gekommen, haben eine komplette Mannschaft mit Taktik, Spielsystemen und Konditionszustand übernommen. Das Team 2019/20 ist Ihr erstes „eigenes“, das Sie zusammenstellen und vorbereiten. Wie anders soll dieses Team spielen?

Was ich unbedingt ändern möchte: Wir wollen eine konditionsstärkere und tiefere Mannschaft haben, die schnelleren und attraktiveren Basketball spielt. Mit drei Importspielern und Niklas Geske haben wir einen Profi mehr im Kader, also mehr Tiefe. Und die Umstellung und Rollen-Neuverteilung zwischen Niklas und Jonas sollte unser Tempo beschleunigen und uns mehr Spritzigkeit bringen. Die konditionellen Grundlagen dazu legen wir seit einem Monat, andere Vereinen machen momentan gar nichts. Eigentlich haben wir mit drei Trainingseinheiten pro Woche im Sommer angefangen, da haben die Jungs gefragt, was ist mit Montag und Freitag. Jetzt sind wir bei fünf Einheiten, die Jungs sind sehr fleißig. Und wir werden eine harte Saisonvorbereitung haben, auf die sich wohl kein Spieler freut.

Gegen Leverkusen und Schalke in Hagen

Wann geht es mit komplettem Team los, welche Testspiele stehen an?

Das Teammeeting ist am 5. August, am Tag darauf starten wir im Ischelandstadion. Es wird ein strammes Programm mit höherklassigen Gegnern. Gegen Erstligist BG Göttingen und die Artland Dragons aus der ProA testen wir inoffiziell, bei den Turnieren unserer Kooperationspartner Haspe 70 und BG Hagen treffen wir auf die ProA-Ligisten Bayer Leverkusen (30. August) und Schalke 04 (1. September). Und bei unserem eigenen Turnier am 7./8. September soll neben den Gießen 46ers noch ein weiterer Bundesligist dabei sein. Auf letzte Zusagen warte ich noch.

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