Basketball

Phoenix Hagen wäre in Trier gern wieder Party-Crasher

Unter dem Trierer Druck müssen sich die Phoenix-Spieler  Jasper Günther, Jannik Lodders, Joel Aminu und Alex Herrera (von rechts) am Sonntag bewähren.

Foto: KLEINRENSING, Michael

Unter dem Trierer Druck müssen sich die Phoenix-Spieler Jasper Günther, Jannik Lodders, Joel Aminu und Alex Herrera (von rechts) am Sonntag bewähren. Foto: KLEINRENSING, Michael

Hagen.   In Köln war man Party-Crasher, daheim wurde Phoenix Hagen von Karlsruhe die Show gestohlen. Nun wäre man in Trier gern wieder Spielverderber

In Köln agierten sie höchst erfolgreich als Partycrasher, beim Heimauftakt am Ischeland übernahmen diese Rolle die PS Karlsruhe Lions. Zum Leidwesen von Basketball-Zweitigist Phoenix Hagen, der den 2523 Zuschauern gern mehr als eine 83:100-Niederlage gegen den Aufsteiger geboten hätte. Am dritten Spieltag der ProA wiederum würden die Hagener den Gastgebern vor großer Kulisse gern die Feierlaune verderben. Denn sein Heimdebüt gegen Phoenix am Sonntag um 18 Uhr hat Ex-Bundesligist Trier, der mittlerweile Römerstrom Gladiators heißt, zum „Tag des Trierer Spitzensports“ ausgerufen - und hofft auf 3000 Besucher in der Arena. „Die Trierer haben schon sehr stabil gespielt“, hat der Hagener Interims-Cheftrainer Dietmar Günther großen Respekt vor dem dritten Saisongegner, ist aber überzeugt: „Eine Überraschung ist auch da möglich.“

Wobei die Gladiators, die 2015 das sportliche Erbe des langjährigen Bundesligisten TBB Trier nach dessen Insolvenz antraten, an den ersten beiden Spieltagen nicht die Leistungsschwankungen wie das junge Hagener Team aufwiesen. „Trier hat erst mit dem letzten Wurf bei Aufstiegskandidat Vechta verloren und bei den heimstarken Kirchheimern souverän gewonnen“, schätzt Günther die Moselstädter stark ein: „Sie sind sehr gut und ausgeglichen besetzt. Und haben in Kyle Dranginis in kritischen Situationen einen Ausnahmespieler, der das Heft in die Hand nimmt.“ Der aus Dänemark gekommene US-Guard ist mit 60 Punkten in zwei Partien bisher der herausragende ProA-Akteur. „Dabei forciert er seine Würfe gar nicht“, hat der Phoenix-Coach beim Video-Studium beobachtet, „und wenn es eng wird, bringt er auch den Ball.“

Dranginis führt im Team des niederländischen Gladiators-Trainers Marco van den Berg eine Guard-Riege mit Kevin Smit und Kapitän Simon Schmitz an, die dem gegnerischen Aufbau mit aggressiver Ganzfeld-Verteidigung permanent zusetzt. „Die machen noch mehr Druck auf den Aufbau als Karlsruhe“, weiß Dietmar Günther, was vor allem auf Jonas Grof und seinen Sohn Jasper am Sonntag zukommt. Wobei der Trainer betont, dass die insgesamt 22 Hagener Ballverluste im letzten Spiel nur zur Hälfte aus dem Druck des Gegners resultierten: „Wir müssen einfach konzentrierter spielen.“ Und es muss den Gästen gelingen, mehr als gegen Karlsruhe den Weg unter den Korb zu finden, wo die Trierer vornehmlich US-Center Justin Alston, 2,06-m-Mann Johannes Joos und den Kanadier Jermaine Bucknor - letzter „Überlebender“ aus der Erstliga-Zeit - aufbieten.

Zwei Viertel gegen Lions gewonnen

Dass sein Team die Heimschlappe abgeschüttelt hat, davon geht Günther aus. „Man muss auch die Dinge sehen, die positiv waren“, sagt er, „zwei Viertel haben wir gewonnen, uns nie aufgegeben. Und wäre das erste Viertel nicht so eine Katastrophe gewesen, hätten wir eine Chance gehabt.“ Karlsruhe hätte sich zudem ganz anders präsentiert als auf dem Video des ersten Spiels, das sich das Phoenix-Team gemeinsam angesehen hatte. Diese Gefahr dürfte bei den Trierern nicht bestehen, sie hinterließen bereits auf dem vorliegenden Filmmaterial einen guten Eindruck. Besonders Kyle Dranginis.

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