2. Bundesliga

Phoenix Hagen wird zum Schrecken der Spitzenteams

Strahlende Gesichter vor dem Hagener Fan-Block: Phoenix Hagen triumphiert auch in Hamburg mit 77:64.

Strahlende Gesichter vor dem Hagener Fan-Block: Phoenix Hagen triumphiert auch in Hamburg mit 77:64.

Foto: Jörg Laube

Hagen  Phoenix Hagen wird zum Schrecken der Spitzenteams. Nach dem Sieg bei Spitzenreiter Chemnitz triumphierte man auch beim Zweiten Hamburg mit 77:64

Hamburg. Phoenix Hagen wird zum Schrecken der Spitzenteams in der 2. Basketball-Bundesliga. Nach dem 84:69-Sieg bei Spitzenreiter Niners Chemnitz triumphierte das Team von Chefcoach Chris Harris auch beim Tabellenzweiten Hamburg Towers deutlich mit 77:64 (35:33). Mit Blick auf die Play-offs ein starkes Statement der Hagener, die beim aktuellen Dritten Rostock Seawolves schon in der Hinserie gewonnen hatten. „Wir haben unseren Game-Plan excellent umgesetzt“, freute sich Co-Trainer Alex Nolte, „das war extrem stark von uns in der Defensive. Jetzt müssen wir das auch zuhause so umsetzen.“

Auch die stärkste Festung der ProA – in ihrer mit 3400 Zuschauern erneut ausverkauften Arena hatten die Hamburger zuvor nur einmal verloren – schreckte das Phoenix-Team nicht, das von Beginn an gegenhielt. Unterstützt auch von etwa 150 mitgereisten Hagener Fans. Dominik Spohr traf früh zwei Dreier zur 6:2-Führung, nur aus der Nahdistanz legten die Gästen zunächst alles vorbei. Bis zum 17:12 durch Jasper Günther (8. Minute) lagen die Hagener dennoch vorn, erst die Hamburger Zonenpresse brachte sie offensiv aus dem Rhythmus. Beim 17:18, als Max Montana aus der Distanz traf, lag man kurz wieder hinten.

Dabei blieb es aber nicht lange, weil die Gäste defensiv stark arbeiteten, die Hamburger zu Fehler zwangen und die Rebounds beherrschten. Als Jannik Lodders den Fastbreak-Dreier zum 29:20 verwandelte (14.), bat Towers-Coach Mike Taylor zur Auszeit. Sie zeigte Wirkung, nun drehte Andrew Barham bei den Hamburgern auf, beim 31:32 (16.) holte er die Führung für die Gastgeber zurück, auch weil Hagens Jeremy Dunbar zwei freie Dreier nicht traf. Zur Pause lag indes Phoénix dank Jonas Grof wieder vorn.

Es blieb nun eng in einem intensiven Spiel, in dem Phoenix um den blockstarken Alex Herrera das gefürchtete Towers-Centerduo Jannik Freese/Justin Raffington komplett kontrollierte, erst kurz vor Schluss gelang Raffington der einzige Korb aus dem Feld. Da auch die Hagener aus der Distanz zunächst nicht trafen, führte Hamburg bis zum 49:51 durch Tevonn Walker. Vor der letzten Viertelpause konterte Phoenix jedoch durch Joel Aminu und Dunbar, ging mit 55:51 ins Schlussviertel.

Und ließ sich hier den zweiten Auswärts-Coup in Folge nicht mehr nehmen. Zum 57:54 brachte Beau Beech die Gastgeber mit drei verwandelten Freiwürfen noch einmal heran (32.), dann setzten sich die Hagener endgültig ab. Beim 62:54 des jetzt treffenden Dunbar setzte Taylor auf eine weitere Auszeit (33.), kurz darauf beim 67:58 (35.) nach einem Grof-Dreier erneut. Doch nun blieb eine Reaktion seines durch die starke Phoenix-Defensive verunsichert wirkenden Teams aus. „Wir haben etwas davon profitiert, dass Hamburg erst am Donnerstag in Baunach gespielt hat“, befand Chefcoach Chris Harris, „das wollten wir auch ausnutzen.“ Die Gäste und ihr lautstarker Anhang dominierten endgültig, bei Spohrs 73:58 (37.) war eine Vorentscheidung gefallen. Mit intensiver Pressverteidigung provozierte Hamburg zwar einige Hagener Ballverluste, offensiv fiel dem Tabellenzweiten gegen die an diesem Abend ganz starke Phoenix-Abwehr aber nichts ein. Die vorzeitige Playoff-Qualifikation mussten die Hamburger so verschieben, die Gäste dagegen kamen ihr einen wichtigen Schritt näher. „Wenn wir bereit sind, können wir jeden in der Liga schlagen“, hob Harris hervor, „diese Leistung müssen wir nur jetzt auch konstant abrufen.“

Hamburg Towers: Guyton (3) , Zazai (4), Beech (12), Walker (3), Montana (6), Kovacevic (2), Müller (9), Freese, Raffington (6).

Phoenix Hagen; Davis (8), Dunbar (9), Günther (2), Aminu (11), Lodders (3), Spohr (19), Grof (13), Baumann (2), Herrera (10).

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