2. Bundesliga

Phoenix: Zwei Siege können zu wenig sein, Davis soll bleiben

Soll bei Phoenix bleiben: In Kirchheim kämpfte sich Kris Davis trotz vorangegangenen Fiebers durch und verdiente sich den Respekt von Javon Baumann und Dominik Spohr (von links).

Soll bei Phoenix bleiben: In Kirchheim kämpfte sich Kris Davis trotz vorangegangenen Fiebers durch und verdiente sich den Respekt von Javon Baumann und Dominik Spohr (von links).

Foto: Jörg Laube

Hagen.   Von Platz 4 bis 11 ist für Phoenix Hagen im Playoff-Endspurt noch alles möglich, zwei Siege könnten zu wenig sein. Kris Davis soll bleiben.

Vor einem Jahr stand nach dem siegreichen Duell mit Kirchheim der Playoff-Einzug fest, diesmal muss Phoenix Hagen länger zittern. Auch wenn es erneut am drittletzten Spieltag der 15. Saisonerfolg des Basketball-Zweitligisten war. Doch in der Saison 2018/19 könnten auch 17 Siege - und die Aufgaben - Hagener Erfolge gegen Rostock und in Heidelberg sind schwer genug - nicht reichen, wenn die Konkurrenz nicht mitspielt. „Ich halte von den Rechenspielen nicht so viel“, sagt Geschäftsführer Patrick Seidel vor dem Endspurt: „Wir müssen erstmal unseren Job machen und endlich das erste Heimspiel in diesem Jahr gewinnen.“ Parallel dazu planen er und Coach Chris Harris die nächste Saison, bei US-Guard Kris Davis etwa hat man wegen einer Vertragsverlängerung nachgefragt.

Die besten Wünsche von Mauro Parra waren etwas voreilig. „Viel Erfolg in den Play-offs“, wünschte der Coach nach dem 76:61-Sieg von Phoenix bei seinen Kirchheim Knights. Und auch die samstägliche Annahme von Chris Harris („Wenn wir beide Spiele gewinnen, sind wir durch“) war tags darauf nicht mehr ganz richtig, da nach dem Ehingen (87:75 in Rostock), und Karlsruhe (100:94 in Tübingen) da auch Trier (82:78 in Heidelberg) siegte. „Dass die drei Teams vor uns alle gewonnen haben, war natürlich nicht optimal“, räumt Seidel ein.

Auch ein Sieg könnte reichen

Phoenix bleibt so vorerst auf Nicht-Playoff-Rang neun - und muss an den letzten beiden Spieltagen noch mindestens ein Team überholen, um es in die Endrunde zu schaffen. Selbst zwei Siege könnten in einem Fall dafür nicht reichen: Falls nämlich die punktgleichen Karlsruher (gegen Heidelberg und in Trier) ebenfalls zweimal gewinnen, Trier (in Ehingen) und Ehingen (in Kirchheim) jeweils einmal. Im Vierervergleich dieses Quartetts hätten die Hagener, die fünf von sechs direkten Duellen verloren haben, dann die schlechtesten Karten. Auf der anderen Seite wäre auch nur ein Phoenix-Sieg für die Play-offs ausreichend, falls Karlsruhe oder Ehingen zweimal patzen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass für die Hagener theoretisch noch der Sprung vor Rostock und Nürnberg - hier hat man den besseren Direktvergleich - bis auf Rang vier ebenso möglich ist wie das Abrutschen hinter Kirchheim und Tübingen auf Platz elf. Klar sei, so Seidel, nur eins: „Wir haben alle brutal Bock darauf, auch in drei Wochen noch Basketball zu spielen.“

Mit wem Phoenix dies in der nächsten Saison tun wird, ist noch weitgehend offen, neben Harris haben lediglich Dominik Spohr, Joel Aminu und - mit Option - Jeremy Dunbar Vertrag. Dass diesmal Verlängerungen noch während der Normalrunde passieren, sei höchstens in einem Fall - Jannik Lodders dürfte hier der Kandidat sein - denkbar. Gleichzeitig bekannte Seidel das Interesse am Verbleib von Kris Davis, mit dem schnellen US-Guard und dessen Agenten habe es schon Gespräche gegeben. „Kris ist in der Lage, absolute ProA-Spitzenleistungen abzuliefern, zudem ein feiner Charakter“, sagt Seidel, allerdings fehle Davis noch die Konstanz: „Manchmal taucht er 15 Minuten unter. Aber wir sehen das Potenzial, ihn für uns verbessern zu können.“ Eine schnelle Entscheidung erwartet Seidel hier - wie in anderen Fällen - nicht.


>>>> Kai Schulze muss bei Phoenix gehen <<<<

Mit dem Verpassen der Play-offs in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) durch die Phoenix Hagen Juniors am Sonntag habe diese Entscheidung nichts zu tun gehabt. Den Vertrag mit Jugend-Koordinator und Juniors-Headcoach Kai Schulze nicht zu verlängern, so betonte Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel, dazu habe man sich schon vorher entschlossen. „Die Entscheidung ist uns brutal schwer gefallen“, sagte Seidel, „wir haben uns nicht gegen Kai, sondern für einen anderen Jugend-Koordinator entschieden.“ Kurzfristig soll dieser vorgestellt werden.

Schulze war vom damaligen ProA-Chefcoach Matthias Grothe im Sommer 2017 aus Bochum zu Phoenix geholt worden, fungierte in der vergangenen Saison als Zweitliga-Cotrainer und übernahm im letzten Jahr das Amt des Jugend-Koordinators von Alex Nolte. Mit den Juniors verpasste er die Play-offs knapp, muss nun gegen die Eisbären Bremerhaven (31. März, 7. April) um den NBBL-Klassenerhalt kämpfen. Gleichzeitig sind die von Nolte gecoachten Phoenix Youngsters in der JBBL seit der Niederlage am Sonntag in Karlsruhe sportlicher Absteiger, müssen im Sommer in die schwere Qualifikationsrunde. „Wir beobachten die Entwicklung der Jugend der letzten zwei Jahre mit großer Sorge“, räumt Seidel ein. So wechselten vor der laufenden Spielzeit gleich mehrere Hagener Talente zur JBBL-Konkurrenz von Metropol Baskets, Baskets Münsterland und Bayer Leverkusen.

Neben Schulze verlässt auch der langjährige NBBL-Coach und aktuelle JBBL-Cotrainer Falk Möller den Phoenix-Jugendbereich, konzentriert sich auf sein Traineramt bei ProB-Ligist EN Baskets Schwelm. „Er hat uns gesagt, dass er nicht mehr zur Verfügung steht“, sagt Seidel

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