Baseball

Raccoons-Spieler Lukas Babinec ist Botschafter des Baseballs

Immer mit Leidenschaft dabei: Baseball-Spieler Lucas Babinec hat es mit den Ennepetal Raccoons in die zweite Liga geschafft.

Immer mit Leidenschaft dabei: Baseball-Spieler Lucas Babinec hat es mit den Ennepetal Raccoons in die zweite Liga geschafft.

Foto: Michael Scheuermann / WP

Hagen/Ennepetal.  Lucas Babinec ist eine feste Größe der Ennepetal Raccoons. Bei den Hagener Chipmunks trainiert er Kinder. Warum es ihn zurück in die USA zieht.

Mit großer Freude toben die Kinder und Jugendlichen über das „Temper Field”, den eigenen Platz der Hagen Chipmunks. Baseball ist in Deutschland eine Randsportart, auch wenn die Vereine seit Jahren eifrig daran arbeiten, immer mehr Kinder für den aus den USA bekannten Sport zu gewinnen. Seit 27 Jahren ist der Verein am Spielbrink mit großem Enthusiasmus dabei, bis in die zweite Liga führte der Weg des aktuellen Landesligisten bereits. Inzwischen sind die Chipmunks in der Region die Nummer zwei, der kometenhafte Aufstieg der Ennepetal Raccoons bis in die zweite Liga rührte auch aus einigen Wechseln aus Hagen in die Nachbarstadt.

Dass es aber auch gemeinsam geht, zeigt der US-Amerikaner Lucas Babinec. Bereits zum dritten Mal ist er in diesem Sommer für die Waschbären in Ennepetal aktiv. Mit Babinec, der unter anderem auch in Argentinien oder Spanien als Baseballer Erfahrungen sammelte, stiegen die Klutertstädter in den vergangenen Jahren von der Bezirksliga bis in die zweithöchste deutsche Spielklasse auf. Dort haben sich die Raccoons etabliert und durften sich vor der Sommerpause über den erreichten Klassenerhalt in Liga zwei freuen.

Doch im kommenden Jahr wird Lucas Babinec aller Voraussicht nach nicht mehr nach Ennepetal und Hagen zurückkehren. Er will wieder in die Heimat zurück und sich in der zweithöchsten Spielklasse in den USA, der Minor League, einen Kindheitstraum erfüllen.

Mehr als ein Hobby

Bis dahin coacht er aber neben seinem Engagement als Spieler der Raccoons auch den Nachwuchs der Chipmunks in Hagen. Denn für ihn ist der Sport inzwischen mehr als nur ein Hobby, er selbst sieht sich als eine Art Botschafter für Baseball. Diese steht auch 2019 in Deutschland noch im Schatten anderer Mannschaftssportarten wie Fußball, Basketball oder Handball. Und genau das möchte Babinec ändern. „Die Kinder sind die Zukunft für dieses Spiel. Einer der besten Wege, um Baseball bekannter zu machen, ist es doch, die Leidenschaft für den Sport mit ihnen zu teilen”, sagt der 26-Jährige. „Außerdem macht es eine Menge Spaß”, sagt der US-Amerikaner. Ihm persönlich gibt es viel, zu sehen, wie Kinder durch Sport Selbstvertrauen erlangen. Anderen seine Sportart beizubringen erfüllt ihn mit großer Freude.

Freude, die ihm anzusehen ist, wie auch sein Trainer bei den Ennepetal Raccoons beobachtet hat. „Er ist einfach Feuer und Flamme für den Sport”, sagt Achim Hilger, ehemaliger Nationalspieler. Babinec kennt den Sport aus dem Effeff, eine Verletzung am Ellbogen verhindert, dass er vielleicht sogar den Sprung in die beste Liga der Welt, die nordamerikanische MLB, schafft. Als absehbar wird, dass es dafür nicht reicht, macht sich Babinec auf den Weg durch die Baseball-Welt.

„Als Importspieler ist er auch ein Vorbild für die Kinder, keine Frage”, sagt Achim Hilger über den variabel einsetzbaren US-Amerikaner. Dass Babinec sich dieser Aufgabe auch annimmt, ist keine Selbstverständlichkeit, denn in Ennepetal haben sie mit anderen Importen aus dem Ausland auch schon andere Erfahrungen gemacht. Das Engagement, welches er an den Tag legt, rührt aus seiner Liebe zum Spiel. „Baseball ist für mich auch eine Form der Selbstwahrnehmung. Da gehört Disziplin zu, die du entwickeln musst, die Fähigkeit, an Fehlern zu wachsen. Baseball ist ein Spiel, in dem man sich viel mit dem Scheitern auseinandersetzt”, sagt Babinec.

Nachdenklich und reflektiert

Professionelle Schlagleute treffen zum Beispiel nur drei von zehn Bällen mit dem Schläger, sieben Mal schwingen sie das Holz quasi umsonst. Es wirkt reflektiert, wenn Babinec über sich und seinen Sport redet. Er setzt sich intensiv mit dem auseinander, was er tut. Genau diesen Spirit möchte er an den Nachwuchs weitergeben -- wobei ihm der Name oder die Farben des Vereins, für den er das tut, ziemlich egal sind. Es geht ihm um den Sport Baseball mit all seinen Facetten. „Die Strategie, der Wettkampf, das Adrenalin, die Leidenschaft sind das, was mich so sehr begeistert”, sagt er. Ob er das nun in Hagen oder Ennepetal lebt und vermittelt, ist dabei zweitrangig -- Lucas Babinec denkt weiter als nur bis zum Fangzaun.

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