Sport in Wetter - weltoffen

Respekt gehört in Volmarstein einfach dazu

Respekt vor dem Spiel gehört dazu: Hier reicht Ralf Gütschow, Trainer der Volmarsteiner, dem gegnerischen Trainer die Hand.

Respekt vor dem Spiel gehört dazu: Hier reicht Ralf Gütschow, Trainer der Volmarsteiner, dem gegnerischen Trainer die Hand.

Foto: kA

Volmarstein.  Respekt auf und abseits des Platzes gehört beim SuS Volmarstein dazu. Dieser Leitsatz zieht sich wie ein roter Faden durch alle Mannschaften.

Es geht nicht ohne Respekt vor anderen – weder im Beruf noch im Sport. Gerade in Vereinen wird dieser gesellschaftlich wichtige Wert vermittelt. Im vierten Teil unserer Serie „Sport in Wetter – weltoffen“ stellen wir das Engagement der Fußballer vom SuS Volmarstein vor, die sich in besonderem Maße einem respektvollen Umgang untereinander auf die Fahnen geschrieben haben – und das auch leben.

Wir schreiben die Saison 2012/2013. Bei einem Auswärtsspiel des SuS Volmarstein in Gevelsberg herrscht schon während der Partie eine „gewisse Grundaggressivität“, erklärt Rafael Garcia. Der erste Vorsitzende des SuS Volmarstein war zu dieser Zeit Co-Trainer der ersten Seniorenmannschaft seines Heimatvereins. Kurz vor Spielschluss kommt es nach einem Zweikampf im Mittelfeld zur Rudelbildung. Fäuste fliegen, es folgen gegenseitig üble Beleidigungen.

Kein Ort für Aggressionen

Garcia will in seiner Funktion als Co-Trainer schlichtend eingreifen. Was dann aber passiert, wird der SuS-Verantwortliche „wohl nie vergessen“, wie er selbst sagt. Ein Zuschauer der gegnerischen Mannschaft mischt in der Rangelei mit und wählt Garcia als Ziel seiner blanken Aggression aus. Mit einem Faustschlag ins Gesicht streckt er den heutigen Vorsitzenden des SuS Volmarstein nieder. Die Folge: Trümmerfraktur der Nase.

„Ein solches Verhalten geht auf keinem Sportplatz in Ordnung. Das hat mit Fairplay natürlich überhaupt nichts zu tun“, so Garcia. „Ein Spiel der Kreisliga A darf nicht der Ort sein, körperliche Aggressionen gegen andere Menschen auszuleben. Ganz egal, welche Hautfarbe, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung“, stellt er klar.

In Anbetracht der aktuellen Entwicklung von körperlich aggressiven Übergriffen in den vergangenen Jahren möchte der SuS Volmarstein „entschieden entgegenwirken und ein klares Zeichen für gegenseitigen Respekt und Toleranz setzen. Der gegenseitige Respekt vor Mitmenschen ist die Grundlage für alles“, wird Garcia deutlich.

Volmarstein spielt fair

Also ergreifen die SuS-Vorstandsleute offensiv die Initiative und halten alle Übungsleiter vom Jugendbereich bis zur Seniorenmannschaft dazu an, die gelebten Werte auch nach außen zu tragen: „Man muss das natürlich auch als Verantwortlicher vorleben. Dass man in Mannschaftssportarten nicht immer gelassen bleiben kann, ist auch klar, aber wir achten ganz genau darauf, dass es zu solchen Übergriffen nicht kommt“, erklärt auch SuS-Coach Ralf Gütschow.

Präventiv arbeitet der Coach mit seiner Mannschaft daher auch besonders im zwischenmenschlichen Bereich. Aus Sicht des Volmarsteiner Übungsleiters fängt das schon beim respektvollen Umgangston innerhalb der Mannschaft an: „Ich denke, unser Umgang innerhalb der Mannschaft ist vorbildlich. In meinen fünf Jahren als Trainer kann ich mich nicht daran erinnern, mal Streitigkeiten zwischen Teammitgliedern schlichten zu müssen“, erklärt der SuS-Coach.

Werte müssen gelebt werden

Die Fairplay-Statistik des SuS Volmarstein in der Kreisliga A unterstreicht die These Gütschows: Bei gelben und roten Karten gehört der SuS zu den Mannschaften, welche die wenigsten Verwarnungen und Platzverweise erhalten haben. Eine logische Konsequenz aus der Arbeit, die der Verein nicht erst seit Gründung der Wetter-weltoffen-Initiative leistet.

Schon in der Jugendarbeit hält der Verein seine Eltern und Übungsleiter gesondert dazu an, einen respektvollen Umgangston auf dem Platz zu pflegen. „Wir machen es seit einiger Zeit so, dass wir mit Eltern, die eine Übungsleiter-Position übernehmen wollen, vorher reden, um auszuloten, inwiefern sie die Fairplay-Werte auch persönlich verkörpern“, erklärt Volmarsteins stellvertretender Jugendleiter Frank Pawlinski. „Wenn wir in den Gesprächen feststellen, dass die Leute diese Werte nicht hoch halten, entscheiden wir uns ganz klar gegen ein Engagement“, erklärt Pawlinski.

Vorbildfunktion ist wichtig

Elementar wichtig für die Sozialisation der Nachwuchs-Kicker auf dem Fußballplatz sei demnach vor allem das Vorleben der Eltern und Übungsleiter, erklärt Garcia. „Wenn ich mich als Verantwortlicher oder erwachsener Zuschauer respektlos auf dem Fußballplatz verhalte, ist es doch ganz klar, dass ich nicht davon ausgehen sollte, dass die Kinder sich anders verhalten“, erklärt Garcia.

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