Frühlingserwachen

Sauerland Mustangs pendeln zwischen Dahl und Boelerheide

Der „Donut“, ein mit PVC ummantelter Schaumstoff-Ring, wird bei den Sauerland Mustangs

Der „Donut“, ein mit PVC ummantelter Schaumstoff-Ring, wird bei den Sauerland Mustangs

Foto: Luca Becker

Hagen.   Die Football-Teams der Sauerland Mustangs pendeln zwischen Training in Dahl und Spielen in Boelerheide. Am Sonntag beginnt für sie die Saison.

Mit Begriffen wie „Field Goal“, „Punt“, „Units“ oder „Step-Up“ können viele Sportinteressierte erstmal nicht viel anfangen. Dabei gehören sie zu einer Disziplin, die in den letzten Jahren immer populärer geworden ist. Bei „Super Bowl“ oder „Touchdown“ wird es dann klar, es handelt sich um American Football. Daniel Meyer ist 1. Vorsitzender der heimischen Sauerland Mustangs und spielt bereits seit 1995. „Damals war es noch eher Tresen-Football“, denkt er zurück: „Heute ist es professioneller geworden.“ Wie die in der Verbandsliga spielenden Mustangs sich auf ihre am Samstag startende Saison vorbereiten, erläutert der Klubchef und Spieler.

Der Umzug

30 Jahre trainierten die Footballer in Haspe, doch nach dem Umzug der Fußballer von Fortuna Hagen in die Bezirkssportanlage mussten die Mustangs auf den neuen Kunstrasen nach Dahl umziehen. „Beim Fußball, Handball und Basketball hat man in jedem Stadtteil einen Verein, Football wird oft nur einmal in einer Stadt angeboten. Und wir bräuchten einen Trainingsort, der zentral gelegen ist, auch für die Jugend. Da werden uns leider noch Steine in den Weg gelegt“, bedauert Meyer: „Oft wird sich nicht mit dem Sport beschäftigt und es wird behauptet, die Footballer würden den Platz kaputt machen.“

Gespielt wird - wie bisher - auf dem Rasenplatz in der Kampfbahn Boelerheide. „Da haben wir keine Banden, wie das auf anderen Fußballplätzen oft der Fall ist. Somit haben wir an den Seitenlinien mehr Platz“, sieht Meyer dort den größeren Platz als Vorteil. Auch wenn das Training in Dahl stattfindet, gibt es trotz der umfangreichen Ausrüstung keine logistischen Probleme: „Alle Utensilien lagern in Boelerheide in einem Container, da wir sie beim Training nicht benötigen.“

Die Football-Ausrüstung

Durch die vielen Positionen im Football werden im Training viele unterschiedliche Schwerpunkte gelegt, dazu bedarf es besonderer Ausrüstung. Im Haupttraining teilt sich das Team in so genannte Units, also „Einheiten“, auf. Dabei finden sich jeweils die Spieler einer Position zusammen und üben mit ihrem Trainer. Benutzt werden dafür „Step-Ups“ oder „Donuts“. Ein „Step-Up“ ist eine kleine Hürde auf dem Boden, die die Beinarbeit fördert. Der „Donut“ ist für die defensiven Spieler wichtig, da er wie ein bewegendes Ziel vom Trainer gerollt wird. Die Spieler müssen dann das richtige Timing finden, um durch das Loch im „Donut“ diesen zu tackeln, ihn zu Boden zu befördern.

Im Football wird mit der amerikanischen Maßeinheit Yards gemessen, wobei ein Meter 0,91 Yard entspricht. Das Feld ist 100 Yard lang, an den Seiten werden in Zehner-Schritten Yard-Markierungen aufgestellt. Im Spiel muss die angreifende Mannschaft innerhalb von drei Angriffs-Versuchen zehn Yard Raumgewinn schaffen, um drei neue Versuche zu bekommen. Zur Orientierung wird am Ende dieser zehn Yard an der Seitenlinie eine Kette mit einem Marker aufgestellt. Ziel der Offensive ist ein sechs Punkte bringender „Touchdown“ in der rechteckigen Endzone der gegnerischen Mannschaft, die durch vier befestigte Pylonen gekennzeichnet wird. Für ein „Field Goal“ (3 Punkte), falls kein Touchdown gelingt, kommt ein spezieller „Kicker“ aufs Feld, der den Football durch zwei Pfosten befördern muss. „Bei einem Spieltag werden dafür die Pfosten der Fußballtore mit Kunststoffrohren aus dem Baumarkt verlängert und mit Schaumstoff abgepolstert“, erklärt Meyer. Zudem wird auf dem Spielfeld viel Platz für die Schiedsrichter, Trainer und Spieler benötigt, da jeder eine eigens gekennzeichnete Zone für sich hat.

Was ist im Winter passiert?

Da die Saison erst Ende April anfängt, müssen die Footballer sich auch im Winter fit halten. Bei der ersten Mannschaft der Mustangs, die aus 60 Spielern besteht, ist das keine einfache Sache. „Wir trainieren das ganze Jahr über draußen. Wenn keine Saison ist, drei Mal die Woche, ansonsten zwei Mal“, beschreibt Meyer die Vorbereitung. Manchmal trainieren die Footballer auch in der Halle: „Da bleibt dann mehr Zeit, um den Neuen etwas zu erklären“, betont der Vorsitzende. Bei den neuen Spielern, den „Rookies“, erlebt der Sport momentan einen ziemlich großen Ansturm. Meyer: „Wir haben auch einige, die zum ersten Training kommen und nach dem ersten blauen Fleck nicht mehr wiederkommen.“

Termine im Sommer

In der Verbandsliga Ost haben die Mustangs fünf Gegner, der Auftakt erfolgt am Sonntag um 15 Uhr bei den Hamm Aces. Zum ersten Heimspiel empfangen sie die Recklinghausen Chargers am 11. Mai in Boelerheide. Die weiteren Heimspiele: Sauerland Mustangs - Lippstadt Eagles (9. Juni), Sauerland Mustangs - Siegen Sentinels (23. Juni), Sauerland Mustangs - Hamm Aces (14. Juli), Sauerland Mustangs - Bochum Rebels (8. September). Zwischen 14. Juli und 24. August ist Sommerpause.

Was bietet der Verein?

Die Sauerland Mustangs sind seit 2008 eine Abteilung des TSV Fichte Hagen und bieten neben der Herrenabteilung auch eine Damenmannschaft und den Nachwuchs. Die Jugend der Mustangs besteht einer U19, die in einer Spielgemeinschaft mit den Hamm Aces antritt, um genügend Spieler zu haben, und einer U16. Trainiert wird die Jugend von Tobias Fels, Olaf Schmitz, Jan-Niklas Bromm und Uwe Bromm. Die Damen haben insgesamt 21 Spielerinnen und werden von Oliver Roth, Lena Müller und Tom Scheppan trainiert.

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