Basketball

Schwerer Weg für Phoenix Hagen zurück in Liga-Alltag

Mit großer Fahne mit dem Konterfei Matthias Grothes - und hier auch noch mit Megafon - unterstützten die mitgereisten Phoenix-Fans ihr Team in Hamburg unaufhörlich  - auch nach der hohen Niederlage.

Foto: Jörg Laube

Mit großer Fahne mit dem Konterfei Matthias Grothes - und hier auch noch mit Megafon - unterstützten die mitgereisten Phoenix-Fans ihr Team in Hamburg unaufhörlich - auch nach der hohen Niederlage. Foto: Jörg Laube

Hagen.   Bei Phoenix Hagen wird auch die Vorbereitung auf das nächste Spiel emotional schwierig. Kirchheim und Hanau sind kommende Gegner.

3207 Zuschauer waren Saisonrekord für die Hamburg Towers, 111 erzielte Punkte sogar Klub-Bestwert. Auf die üblichen Siegesrituale wie die Humba verzichtete der Basketball-Zweitligist allerdings nach dem 111:84-Sieg gegen Phoenix Hagen. Auch aus Rücksicht auf die durch den Tod von Cheftrainer Matthias Grothe, dessen vor Spielbeginn würdevoll gedacht worden war, schwer getroffenen Gäste. Die wiederum müssen den Weg zurück in den Liga-Alltag finden. „Es wird noch etwas dauern, bis sich die Lage wieder normalisieren kann“, glaubt Interimscoach Dietmar Günther, während Geschäftsführer Patrick Seidel feststellte: „An der Reaktion der Spieler hat man trotz der guten ersten Hälfte gesehen, dass sie noch einen gehörigen Rucksack auf dem Rücken haben.“

Was sich bei der ersten Auswärts-Niederlage in Hamburg auswirkte, als nach dem Wechsel die physischen und mentalen Kräfte gegen immer stärker werdende Gastgeber schwanden. „Es verging ja kein Tag, an dem wir nicht an Matthias erinnert worden sind“, sagte Günther, am Abend zuvor war das Phoenix-Team noch beim Spiel der Iserlohn Kangaroos zu Gast gewesen und hatte sich bei der Gedenkminute zu den Gastgebern gesellt: „Die Woche war durch die hohe Emotionalität extrem erschöpfend.“ Und gerade die vier Hagener und langjährigen Grothe-Weggefährten im Team kämpften zwar in Hamburg aufopferungsvoll - Dominik Spohr (19 Punkte) und Jonas Grof (18) waren erneut Topscorer - wirkten indes auch verständlicherweise sehr angefasst. So musste Grof auf der Bank getröstet werden, als ihm nach zuvor starker Leistung einige Ballverluste und ein Airball unterlaufen waren.

Die Vorbereitung auf die nächste Partie am Samstag bei den VfL Kirchheim Knights (19.30 Uhr) dürfte angesichts der Trauerfeier am Donnerstag in Iserlohn nicht einfacher werden. Bereits am Freitag nach dem Abend-Training reist der Phoenix-Tross Richtung Baden-Württemberg, wie vor zehn Tagen bei der Partie in Ulm. „Wenn wir in Kirchheim so kämpfen wie zu großen Teilen in Hamburg, werden wir uns die Punkte zurückholen“, zeigte sich Seidel schon direkt nach der Schlusssirene in der Hansestadt überzeugt. „Die nächsten beiden Spiele sind für uns ganz wichtig, denn Kirchheim und der nächste Heimgegner Hanau sind direkt hinter uns“, sagt der Geschäftsführer, „da wird sich entscheiden, ob wir uns um Platz fünf einpendeln oder ins breite Mittelfeld zurückfallen.“

Megafon nach 1. Viertel verboten

Im 450 Kilometer entfernten Kirchheim wird sich Phoenix auch kaum einer so großen Fan-Unterstützung wie in Hamburg erfreuen können. Auch dort allerdings musste der Fanclub Tornados, der zunächst auf den Rängen den Ton angab, ab dem zweiten Viertel ohne Megafon auskommen. Zunächst mit der Begründung, es würde den Livestream stören, dann mit Verweis auf die Hausordnung wurde die Benutzung untersagt. Nach einigen Diskussionen und dem Aufmarsch der Security-Garde nahm es Seidel zu sich auf die Bank. „Ich fand das unglücklich“, sagte er, „aber wir wollten gute Gäste sein und nicht für Ärger sorgen.“ Dass parallel Phoenix ab dem zweiten Viertel den Achtpunkte-Vorsprung sukzessive abgab, wollte der Geschäftsführer aber nicht auf das fehlende Megafon zurückführen.

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