Faustball

TSV Hagen 1860: Kutscher kennt den Weg zum Klassenerhalt

Die Welle nach dem Klassenerhalt:  Andre Hahn, Ole Schachtsiek, Florian Kutscher, Philip Müller (von links) und ihre Teamkollegen feiern nach dem 5:1-Sieg gegen Leichlingen.

Foto: Michael Kleinrensing

Die Welle nach dem Klassenerhalt: Andre Hahn, Ole Schachtsiek, Florian Kutscher, Philip Müller (von links) und ihre Teamkollegen feiern nach dem 5:1-Sieg gegen Leichlingen.

Hagen.   Mit einem 5:1-Sieg gegen Leichlingen haben sich die Faustballer des TSV Hagen 1860 im letzten Moment doch den Bundesliga-Klassenerhalt gesichert.

Die Feier sollte legendär werden, das Recht zur Organisation hatten sie vorher eigens im Training ausgespielt. Doch vor der von Philipp Müller initiierten Nichtabstiegs-Party stand noch ein anderer Programmpunkt für die Faustballer des TSV Hagen 1860 an. „Der erste Weg führt ins Krankenhaus“, stellte Ole Schachtsiek nach dem 5:1 (11:2, 11:5, 6:11, 13:11, 11:9, 11:8)-Sieg gegen den Leichlinger TV klar, der im letzten Moment doch noch den Ligaverbleib in der Hallen-Bundesliga Nord sicherte. Der Nationalspieler und seine Sechziger wollten sehen, wie es Angreifer Stefan Bösch ging, der sich im fünften Satz schwer am Knie verletzt hatte und vom Rettungswagen abtransportiert werden musste. Schachtsiek: „Am Ende haben wir nicht nur um das Drinbleiben, sondern auch für Stefan gespielt.“

In der mit gut 150 Zuschauern prall gefüllten und mit Trommeln und Rasseln ausgiebig beschallten Sporthalle Wehringhausen war es im Abstiegsendspiel erst nach drei klaren Sätzen und der Hagener 2:1-Führung spannend geworden – und Bösch spielte dabei eine wichtige Rolle. Mit 4:10 lag der TSV im vierten Durchgang bereits zurück, der Satzausgleich drohte, auch weil der bis dahin starke Schlagmann Florian Kutscher schwächer wurde. Die Gäste um den routinierten Stefan Hasenjäger dominierten – angefeuerten von einer stattlichen Fan-Kolonie - nun, als TSV-Trainer Holger Bock Bösch für den 18-jährigen Kutscher brachte. Es wirkte, nun entwickelten die Gastgeber wieder mehr Durchschlagskraft im Angriff und wehrten sechs Satzbälle ab. Sechsmal war Schachtsiek mit dem Rückschlag erfolgreich, nach dem 10:10 punktete zweimal Bösch, ehe erneut Schachtsiek zum 13:11-Satzgewinn verwandelte. „Kutscher hat sehr gut angefangen, dann kam ein kleiner Einbruch, doch Bösch hat wieder Ruhe reingebracht“, analysierte Bock später, während Schachtsiek betonte: „Dass wir da nach hohem Rückstand noch zurückgekommen sind, war der Knackpunkt.“

Etwas in Gefahr geriet der Klassenerhalt gegen den direkten Rivalen, der nun gemeinsam mit Schlusslicht Berliner TS absteigen muss, für den TSV 1860 aber doch noch. Im fünften Satz führte man mit 7:5, als Bösch nach einem Block gegen Hasenjäger sich böse das Knie verdrehte und mit einem Aufschrei liegenblieb. 20 Minuten dauerte es, ehe die Teams nach seinem Abtransport das Spiel wieder aufnehmen konnten – nun wieder mit Kutscher auf dem Feld. Der 18-Jährige brauchte etwas Eingewöhnungszeit, Leichlingen nutzte es zum 7:8. Doch auf den während der Saison lange verletzt fehlenden Schachtsiek war Verlass, nach Kutschers Block schlug erneut der Nationalspieler den Satzball ins Feld.

Schachtsiek verwandelt Matchball

Nun waren die Sechziger auf dem Weg zum Ligaerhalt nicht mehr zu stoppen, auch weil Kutscher mehrere Asse gelangen. Nach dem 7:3 kam Leichlingen zwar noch einmal auf 7:6 heran, doch wie zuvor – Block Kutscher, Schmetterball Schachtsiek – sorgten die TSV-Angreifer für die endgültige Entscheidung. „Er ist ja erst 18, das hat er klasse gemacht“, lobte Schachtsiek seinen jungen Nebenmann.

Nach zwei Stunden Zittern war der umjubelte Ligaerhalt perfekt, an den nach zehn Auftaktniederlagen im Januar bei den Sechzigern kaum noch jemand geglaubt hatte. „Wir haben uns selbst in diese Situation gebracht, haben aber nie aufgegeben“, sagte Trainer Bock, verwies aber auch auf das Verletzungspech bei den Angreifern im Team: „Hätten wir die ganze Saison mit dieser Mannschaft spielen können, wäre es nie eng geworden.“ Vor allem Schachtsiek fehlte häufig wegen einer Knieverletzung, hielt auch gegen Leichlingen mit Schmerztabletten und Bandage durch. Gerade noch rechtzeitig ist der Nationalspieler fit geworden, die zum Klassenerhalt soeben reichenden drei Saisonsiege gelangen in den letzten vier Partien. Und Schachtsiek sprach allen Sechzigern aus der Seele: „Das ist ja nochmal gut gegangen.“

TSV Hagen 1860: Philipp Müller, Ole Schachtsiek, Olaf Machelett, Florian Sträßer, Florian Kutscher, Stefan Bösch.

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