Hochwasserfolgen

TSV Herdecke: Spendenlauf wird zu nettem kleinen Vereinsfest

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Beim Spendenlauf zur Sanierung des Vereinsheims des TSV 1863 Herdecke traten viele Kinder und Erwachsene an.

Beim Spendenlauf zur Sanierung des Vereinsheims des TSV 1863 Herdecke traten viele Kinder und Erwachsene an.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Herdecke.  Hochwasserschäden im Vereinsheim: Der TSV Herdecke organisiert am Sportplatz Bleichstein einen Spendenlauf und freut sich über die Resonanz.

Der TSV Herdecke kämpft immer noch mit den Folgen des Hochwassers, das Mitte Juli ins Vereinsheim am Bleichstein eindrang. Bei einem Spendenlauf sollten Gelder zusammenkommen, um das Gebäude sanieren zu können.

Die Bilanz fällt diesbezüglich „toll“ aus, wie der Verein auf Anfrage mitteilt: Insgesamt 65 Teilnehmer liefen nun innerhalb von zwei Stunden 820 Runden, umgerechnet 328 Kilometer. Noch bemerkenswerter waren den Angaben zufolge aber besondere Teilnehmer. Die älteste Akteurin Charlotte Requardt wurde 1936 geboren. Die jüngste Teilnehmerin zählt zum Jahrgang 2021 und wurde huckepack von der Mutter Marlene Därmann getragen. Um den Platz wiederum lief auch Emil Wennemut, der im Vorjahr zur Welt kam.

Auffällig: Viele Geschwister und Familien standen am Start. Als fleißigste Verwandtschaft erwiesen sich Anna, Justus, Jutta und Peter Thiele, die zusammen auf 66 Runden kamen. Bei den Herren liefen Frederick Jaques (Jahrgang 2009) und der 1973 geborene Elko Zellner jeweils 40 Mal um den Kunstrasen am Bleichstein. Bei den Frauen schaffte Christina Lazer mit 36 Runden die längste Strecke, während Robert Wypchlo sogar aus Recklinghausen für den guten Zweck anreiste (weiteste Anfahrt aller Teilnehmer, 25 Runden absolviert).

Erfreut stellte der TSV fest, dass auch externe Besucher sowie Starter vorbei kamen und mitmachten, einige meldeten sich noch ganz spontan an. So entstand ein „nettes, kleines Vereinsfest mit gemütlichem Beisammensein. Die Stimmung war super, speziell die Kinder waren total motiviert und wuchsen über sich hinaus, ehe sie nach dem Austeilen der Urkunden strahlten.“

Vereinsmitglieder helfen am Rande

Zumal der TSV auch mit einem Begleitprogramm für gute Stimmung sorgen wollte. Daher kümmerte sich das Basketball-Team um den Grillstand, Volleyball-Mütter organisierten Kaffee und Kuchen, das Läufer-Team sorgte für Getränke, de Leichtathleten betreuten den Lauf an sich und teilten für jede Runde ein Gummiband aus. Dankbar ist der Verein auch der Bäckerei Hagenkötter, die 150 Brötchen spendierte. „Manch ein Sponsor griff aufgrund der tollen Laufleistungen tiefer in die Tasche als erwartet“, bilanzierte der Verein.

Daher kamen 2000 Euro durch die Laufsponsoren in die Kasse, weitere Überweisungen stehen noch aus. „Das hat die Erwartungen weit übertroffen“, meint Dr. Carmen Theek aus dem Organisations-Team des TSV und richtet ein „dickes Dankeschön“ an alle.

Einschränkungen dauern an

Im Vereinsheim selbst ist vorerst weiterhin nur ein Sportbetrieb in der oberen Etage möglich. „Der untere Bereich bleibt gesperrt – und das noch für noch einige Wochen“, erklärt die TSV-Vorsitzende Jennifer Külpmann, die zudem von einer enormen Nachfrage seitens vieler Kinder berichtet. „Wir können uns nach wie vor nicht vor Anfragen retten, wir haben aber nicht genügend Übungsleiter und auch nicht genug Trainingsstätten – also Sporthallen und Schwimmzeiten.“ Die Stadt habe bei der engen Raumsituation den TSV jedoch unkompliziert unterstützt, daher kann beispielsweise die Ballettgruppe vorerst Räume in der Musikschule nutzen.

„Wir sollten nun in der glücklichen Lage sein, dass wir die Schadensbeseitigung wohl finanziert bekommen“, meint Külpmann und denkt auch an Unterstützung vom Land NRW. Die Sanierung des Vereinsheims kostet rund 30.000 Euro, schätzt Tom Schüring Bruns, Architekt und zweiter Geschäftsführer beim TSV. Der Verein freute sich über viele Teilnehmer und eine große Spendenbereitschaft der Mitglieder oder auch vom Sparkassenverband, Lions Club sowie der Frauenorganisation Inner Wheel.

Konkret heißt es zum aktuellen Stand: Nach dem massiven Wassereintritt im Untergeschoss des Vereinsheims wurde als Sofortmaßnahme eine Fachfirma für Bautrocknung eingeschaltet. Die Messungen ergaben, dass das Wasser unter den Estrich gelaufen ist und nun langsam die Wände hochzieht. Da alle Innenwände aus Ständerwerk mit Gipskarton gebaut sind, müssen sie im Bereich der unteren 60 Zentimeter zurückgebaut und anschließend wieder hergestellt werden, da die Gipskartonplatten zerfallen und sich im Inneren der hohlen Wände Schimmel bildet. Da leider auch die Umkleiden, die Duschen und die WC-Anlagen des Vereins im betroffenen Geschoss liegen, müssen hier alle Wand- und Teile der Bodenfliesen abgeschlagen sowie die Duschbereiche zurückgebaut werden. Diese Arbeiten werden direkt nach der Trocknung, voraussichtlich ab Anfang Oktober, in Angriff genommen.

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