Kampfsport

Unterwegs im Auftrag des Großmeisters

Tarik Aktas lehrt in seiner Kampfsportschule in Herdecke die Selbstverteidigungstechnik Wing Tsun

Tarik Aktas lehrt in seiner Kampfsportschule in Herdecke die Selbstverteidigungstechnik Wing Tsun

Foto: Mark Sonneborn

Herdecke.  Tarik Aktas lehrt seit einem Jahr in Herdecke die Selbstverteidigungstechnik Wing Tsun. Zu seinen Schülern gehören auch SEK-Beamte.

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„Realistische Selbstverteidigung“ steht auf dem Schild, mit dem die Wing-Tsun-Kampfsportschule in der Wetterstraße wirbt. Was sich dahinter verbirgt, verrät Kampfsportlehrer Tarik Aktas.

„Wing Tsun wurde vor 250 oder 300 Jahren von einer Frau in China entwickelt und ist eine realistische und sehr ausgeklügelte Selbstverteidigungstechnik“, erklärt der gebürtige Oldenburger. Doch diese Kampfsportart, die seit vier Jahren in Menden und seit einem Jahr nun auch in Herdecke gelehrt wird, ermöglicht es Menschen, beruflich in den Personenschutz einzusteigen. Aktas weiß, wovon er spricht. Er kennt das harte Geschäft von der Straße, war als Personenschützer u.a. auf dem Hamburger Kiez unterwegs. Weitere Erfahrungen im Personenschutz sammelt er im Umfeld des damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff.

Talentierte Kampfsportler

Aktas war direkter Privatschüler vom Großmeister Sifu Turan, der ihn auch ausgesandt hat, die Interpretation des Wing Tsun in NRW zu verbreiten. Gemeinsam hat man sich nach Menden den Standort Herdecke ausgesucht. „Eine tolle Stadt mit talentierten Kampfsportlern“, hat Aktas bereits erkannt. „Von Sifu Turan direkt trainiert zu werden und dann von ihm ausgewählt zu werden, das ist schon ein großes Privileg“, betont der Kampfsportlehrer nicht ohne Stolz.

In Herdecke widmet er sich nun besonders dem Nachwuchs, aber auch jenen, die eine Trainerlaufbahn einschlagen wollen und professionelles Training in der Selbstverteidigungstechnik benötigen. „Wir trainieren hier wirklich professionell, daher nehmen wir auch nicht jeden. Wer bei uns unterrichtet werden will, der muss die richtige Einstellung mitbringen. Es muss einfach ein positives Feedback vorhanden sein“, erklärt Aktas. „Wer bei uns was lernen will, um hinterher kriminell zu werden, der ist wirklich Fehl am Platz. Bei uns lernen Mitglieder des SEK und andere Personenschützer. Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen. Die legen Wert auf die Professionalität, die wir bieten“, meint der 36-Jährige, der die Schüler in der Kampfsportschule in der Wetterstraße persönlich trainiert, was besonders die Eltern der Kinder besonders schätzen.

Seit 27 Jahren betreibt der Sohn türkischer Eltern nun schon Kampfsport. Als Achtjähriger wurde er in der Schule gemobbt und geschlagen. Damals reifte der Entschluss, sich künftig zu wehren. Er begann mit zehn Jahren, Selbstverteidigung zu trainieren. An ihn herangewagt hat sich seitdem niemand mehr. Zunächst betrieb er aktiv zwei andere Arten von Kampfkunst, ehe es ihn zum Wing Tsun trieb. „Als ich dann meinen Lehrer kennengelernt habe, wusste ich, dass ich angekommen bin.“

Angebote als Profi-Kämpfer

Aktas ist nun hauptberuflich Wing-Tsun-Lehrer. „Ich kann davon sehr gut leben“, betont er. Für die Trainerlaufbahn schlug er sogar lukrative Angebote als Profi-Kämpfer, etwa bei Mixed Marcial Arts, aus. „Ob das die richtige Entscheidung war, werde ich wohl nie erfahren.“ Doch als Trainer fühlt er sich wohl. So hatte er bereits die Möglichkeit, WingTsun einem breiten Publikum vorzustellen, als der Sender „Disney Channel“ auf ihn zukam und einen Beitrag mit im drehte. „Der lief sogar zur Primetime um 20.15 Uhr“, meint der Sportler voller Stolz.

In der Kampfsportschule unterrichtet er jeden, der charakterlich geeignet ist. „Und dabei machen wir es uns auf keinen Fall so einfach und sagen jenen Menschen mit körperlichen Defiziten, dass das so nichts wird. Wir finden für jeden eine Lösung.“

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