Wetter weltoffen

Vereine ziehen mit bei „Wetter weltoffen“

Lars Bax (TV Volmarstein), Andreas Fieberg (Referent Wetter Weltoffen), Helge Heisters (TuS Wengern), Rafael Garcia (Referat Wetter Weltoffen/SuS Volmarstein), Christoph Lumpe (TV Volmarstein) und Detlef Kisch (SC Wengern) setzen ein Zeichen für eine weltoffene Stadt.

Lars Bax (TV Volmarstein), Andreas Fieberg (Referent Wetter Weltoffen), Helge Heisters (TuS Wengern), Rafael Garcia (Referat Wetter Weltoffen/SuS Volmarstein), Christoph Lumpe (TV Volmarstein) und Detlef Kisch (SC Wengern) setzen ein Zeichen für eine weltoffene Stadt.

Foto: Laura Wunderlich

Grundschöttel.  Andreas Fieberg verknüpft Wetters Sportvereine mit der städtischen initiative ‘Wetter weltoffen’ – und stößt dabei auf viele offene Ohren.

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Andreas Fieberg ist ein engagierter Bürger. Auf der einen Seite interessiert er sich stark für das aktuelle politische Geschehen, auf der anderen Seite ist er als zweiter Geschäftsführer der HSG Wetter/Grundschöttel ehrenamtlich tätig. Beide persönliche Interessensbereiche vereinbarte er Anfang April miteinander, als er die Initiative ,Wetter weltoffen’ auch auf lokale Sportvereine ausweitete. Fieberg ist der Stein-ins-Rollen-Bringer.

Die Gründe, warum er die Initiative der Stadt Wetter mit den hiesigen Sportvereinen verknüpfen wollte, sind vielfältig: „Mir ist vor allem aufgefallen, dass Rechte und Rassisten in der Vergangenheit in der Öffentlichkeit viel lauter wahrgenommen wurden als der Großteil der Bevölkerung, die anders denkt“, erklärt er. Um diesem Trend Einhalt zu gebieten, nahm er sich vor, so viele Menschen miteinander zu verknüpfen, die sich gegen den Rechtsruck aussprechen, wie nur möglich. Und was liegt da wohl näher, diesen Versuch über die örtlichen Sportvereine zu starten?

Großteil der Vereine begeistert

So ging der Offizielle der HSG Wetter/Grundschöttel auf die Suche nach Vereinen, die sein Anliegen unterstützen. Und siehe da: „Ein Großteil aller Vereine war sofort begeistert von der Idee, die dahinter steckt. So hat sich zum Beispiel direkt der TuS Wengern als größter Sportverein der Stadt Wetter dem Projekt angeschlossen, ebenso wie viele weitere Vereine“, so Fieberg.

Um der Initiative den nötigen formellen Rahmen zu bieten, erarbeitete Fieberg mit seinen Gründungs-Mitgliedern einen Satzungsentwurf, den die teilnehmenden Vereine in ihr Regelwerk einbinden können. „Dabei geht es nicht darum, die Vereine zu irgendetwas zu zwingen. Es geht um die symbolische Strahlkraft einer solchen Aktion. Wer das aus irgendwelchen Gründen nicht machen möchte, soll sich dazu nicht gedrängt fühlen“, stellt Fieberg klar.

Der klar überwiegende Teil der Sportvereine hatte jedoch keine Einwände. Schon gar nicht seine HSG Wetter/Grundschöttel, die das politische Statement auf ihrem großen Jahresevent, dem Waldfest vor knapp drei Wochen, groß anschlug: Schon am Eingang wurden Besucher mit dem Inhalt der Satzung konfrontiert. Daraus geht hervor: „Der Verein bietet nur solchen Leuten eine Mitgliedschaft an, die sich zu den Grundsätzen bekennen.“ – Ein klares Statement, das nicht nur die Mitglieder der HSG von Anfang an voll unterstützten: „Die Initiative fiel auf nährenden Boden. Viele Mitglieder der teilnehmenden Vereine haben sofort gesagt: ,Das finden wir toll. Das unterstützen wir’“, erklärt der Initiator.

Damit die reine politische Botschaft nicht nur daher gesagt bleibt, arbeitet Fieberg daran, das Thema Integration in Zukunft nicht wieder den Rechtspopulisten zu überlassen: „Es gibt viele weitere Ideen, die mir und den anderen Vertretern der Vereine vorschweben“, so Fieberg. Dazu gehört auch eine angedachte Aktion, die im kommenden Herbst in die Tat umgesetzt werden soll: Alle Klubs, die sich ,Wetter weltoffen’ zugehörig fühlen, sollen eine Plakataktion starten. Vor den jeweiligen Sportstätten sollen (ähnlich wie auf dem Waldfest) große Banner installiert werden, die die politische Botschaft tragen.

Initiative startet Fotoaktion

Im Zuge dessen sollen die Vereine eine Foto-Aktion starten: „Das Foto des Vereins mit den meisten Likes in den sozialen Medien gewinnt und soll ein finanzielles Budget erhalten. Ich bin derzeit auf der Suche nach Sponsoren für die Aktion“, so der HSG’ler, und er denkt schon weiter: „Dann hat man wirklich alle im Boot: Die Stadt, die Vereine und die Unternehmen. So wird eine runde Sache daraus.“

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