2. Handball-Bundesliga

VfL Eintracht konzentriert sich immer nur auf nächste Kiste

Niels Pfannenschmidt (Mitte) in Jubelpose.Solche Bilder braucht der VfL Eintracht in den nächsten Wochen für den Klassenerhalt. Foto:Michael Kleinrensing

Niels Pfannenschmidt (Mitte) in Jubelpose.Solche Bilder braucht der VfL Eintracht in den nächsten Wochen für den Klassenerhalt. Foto:Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Eintracht-Handballer nehmen den Saison-Endspurt in Angriff. Cheftrainer Niels Pfannenschmidt äußert sich zum Ist-Zustand und blickt voraus.

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Die kurze „Auszeit“ ist beendet, nach ein paar freien Tagen nehmen die Zweitliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen am Dienstag das Training wieder auf. Das spielfreie Wochenende, bedingt durch die mit zwei Siegen gegen Polen erfolgreich bestrittene EM-Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft, gab den Schützlingen von Trainer Niels Pfannenschmidt letztmalig vor dem Saisonende am 8. Juni Gelegenheit zum Durchschnaufen. Wie ist nach dem ersten Heimsieg seit fast fünf Monaten (33:32 gegen Bayer Dormagen/Anm. der Red.) die Lage im Kampf um den Klassenerhalt einzuordnen? Sind die zuletzt lädierten Akteure wieder voll belastbar? Darüber und über andere Themen sprachen wir mit dem Cheftrainer der Grüngelben.

Herr Pfannenschmidt, was ist seit dem letzten Punktspiel vor eineinhalb Wochen geschehen?

Niels Pfannenschmidt: Bis einschließlich letzten Donnerstag wurde normal trainiert, wobei wir am Mittwoch einen Teamtag eingeschoben haben, an dem wir unter anderem beim Swingolf waren. Von Freitag bis Montag war frei. Die Pause kam uns sehr gelegen, denn es hat uns zuletzt verletzungsmäßig ziemlich hart getroffen.

Wie ist der aktuelle Stand? Zuletzt hat neben Julian Renninger, der aufgrund eines Kreuzband- und Meniskusrisses lange fehlen wird, auch der neue Mittelmann Valentin Schmidt pausiert. Andere Spieler waren lädiert, haben aber auf die Zähne gebissen.

Das stimmt. Valentin Schmidt hat einen Muskelfaserriss, er wird am Dienstag wie auch Daniel Mestrum wegen eines Innenband-Anrisses im Fußgelenk noch nicht trainieren. Auch Jan-Lars Gaubatz, der sich schon lange mit Patellasehnenproblemen herumplagt, die er endlich auskurieren soll, lassen wir noch draußen. Tim Stefan hatte zuletzt ähnliche Probleme, aber da hat ein MRT zum Glück nichts Schwerwiegendes ergeben. Er steigt wieder ein. Auch „Tobi“ Mahncke ist nach gesundheitlichen Problemen wieder fit. Ihm hat die Pause gut getan.

In der kommenden Woche stehen drei Partien binnen sechs Tagen an. Ostermontag geht es zum TV Emsdetten, am Freitag zu TuSEM Essen und am Sonntag kommt der VfL Lübeck-Schwartau zum Ischeland. Das wird schon eine ziemliche Belastung. Wie kann man die Mannschaft darauf vorbereiten?

Das wird in der Tat nicht so einfach. Zum einen muss man die Trainingssteuerung sensibel darauf ausrichten und zum anderen sehen, dass man gut durch die Spiele kommt. Beispielsweise indem mit Blick auf die zurzeit noch angeschlagenen Akteure die Belastung durch Wechsel verteilt wird.

Die drei nächsten Gegner stehen in der Tabelle alle vor dem VfL Eintracht, sind nach der Papierform also Favorit, zumal Emsdetten und Essen Heimrecht haben. Was spricht für Ihre Mannschaft?

Nach Hüttenberg und Aue sind wir auch nicht als Favorit gefahren und haben dort trotzdem gewonnen. Auch bei den knappen Niederlagen in Lübbecke und gegen Aufstiegsaspirant Coburg haben wir gut gespielt. Mit dem Sieg zuletzt gegen Dormagen haben wir 6:2 Punkte aus den letzten vier Spielen geholt. Der Trend ist positiv, die Stimmung ist gut. Das gilt für Mannschaft und Umfeld gleichermaßen. Es ist ein ganz anderes Gefühl als wenn man in einem Negativlauf steckt.

Den hatten zuletzt die kommenden Gegner. Lübeck-Schwartau verlor seine letzten beiden Partien, Emsdetten hat aus den letzten vier Spielen 2:6 Punkte, Essen 0:8 Zähler geholt. Was sagt das aus?

Ich gucke nicht mehr auf andere Resultate und ich rechne auch nicht. Ich habe meiner Mannschaft schon vor Wochen gesagt, dass jetzt komische Ergebnisse kommen werden. Man kann sich auf nichts mehr verlassen. Ich gucke nur noch von Spiel zu Spiel, das hört sich jetzt blöd an, aber so ist es wirklich. Wir konzentrieren uns immer voll auf die nächste Kiste. Die wollen wir gewinnen. Egal gegen wen. Wenn wir unsere Hausausgaben machen, werden wir nicht absteigen. Fertig!

>>>>Vizemeister Eike Weinberg verstärkt VfL<<<<

Als Mitarbeiter des Managements des VfL Eintracht Hagen fiebert auch Eike Weinberg der entscheidenden Saisonphase entgegen, in der die Zweitliga-Handballer den Klassenerhalt klarmachen wollen. Als aktiver Spieler hat der 29-jährige Mittelmann die Serie 2018/19 schon beendet. Mit der HSG Westerwald wurde der Nachfolger des im vergangenen Herbst ausgeschiedenen Marketingmanagers Sebastian Mühleis hinter dem SV Untermosel Vizemeister der Landesliga Rhein/Westerwald. „In den vergangenen Jahren sind immer zwei Mannschaften aufgestiegen“, hofft Weinberg, dass es in diesem Jahr wieder genauso sein wird. Auch wenn er selbst davon nicht mehr profitiert.

Mit seinem Amtsantritt beim VfL Eintracht hat der gebürtige Holsteiner, der bei den Grüngelben für das Marketing sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, seinen Wohnsitz nach Hagen verlegt. „Zuletzt bin ich höchstens noch einmal pro Woche zum Training in den Westerwald gefahren“, berichtet Weinberg. Nachdem ein komplizierter Armbruch, der den 29-Jährigen eineinhalb Jahre am Handballspielen hinderte, ausgeheilt war, stieg er hier ins Training der Verbandsliga-Reserve ein. Im Team von Trainer Pavel Prokopec oder in der Landesliga-Drittvertretung sieht der „Neuzugang“ auch seine sportliche Zukunft. „Trainer Niels Pfannenschmidt hat mir gesagt, dass es für die 1. Mannschaft nicht ganz reicht“, scherzt Weinberg, der ein Finanz- und Management-Studium mit dem Bachelor-Abschluss beendete und aktuell den Master-Erwerb im Sportmanagement vorantreibt.

Beim VfL Eintracht fühlt sich der gebürtige Norddeutsche, der als Zwölfjähriger mit seinen Eltern von der Ostsee in den Westerwald umsiedelte und jetzt Neu-Südwestfale ist, sehr wohl: „Ich bin hier gut aufgenommen worden, der Weg zur Profimannschaft ist kurz. Die Zusammenarbeit läuft bisher wirklich gut.“

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