Handball

Vom Test mit Eintracht Hagen direkt ins WM-Achtelfinale

Beim ersten Test gegen den TuS Spenge  tritt Lukas Kister noch für den VfL Eintracht Hagen an, mittlerweile spielt er bei der U21-Weltmeisterschaft in Spanien für Deutschland..

Beim ersten Test gegen den TuS Spenge tritt Lukas Kister noch für den VfL Eintracht Hagen an, mittlerweile spielt er bei der U21-Weltmeisterschaft in Spanien für Deutschland..

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen/Pontevedra.  Samstag testete Lukas Kister noch mit Eintracht Hagen, tags darauf reiste er zur U21-WM. Und tritt in Spanien nun dort im Achtelfinale an.

Großen Anlauf scheint Lukas Kister nicht zu brauchen. Der 20-jährige Neuzugang des Handball-Drittligisten VfL Eintracht Hagen ist seit Sonntag in Spanien bei der U21-Weltmeisterschaft, einen Tag später stand er schon auf dem Feld für den DHB-Nachwuchs. Einen Tag vor seiner Abreise durfte sich der gebürtige Dortmunder noch den Hagener Fans beim Testspiel gegen den TuS Spenge präsentieren -- und auch da zeigte er, welche herausragenden Fähigkeiten er besitzt.

Etwas schade findet Ulli Kriebel es schon, dass sein Schützling am nächsten Wochenende nicht mit im Trainingslager des VfL Eintracht ist. „Für ihn ist das aber eine tolle Sache”, schiebt der neue Trainer der Grün-Gelben direkt hinterher. Hintergrund ist die überraschende Nachnominierung von Lukas Kister für die seit letzter Woche laufende Weltmeisterschaft der U21-Junioren. Kister selbst nimmt die Tatsache, dass er nun eine Woche der Vorbereitung beim neuen Verein verpasst, ziemlich gelassen. „Das war so abgesprochen. Klar würde ich mich auch hier gerne weiter einfinden, aber es ist ja auch nur eine Woche”, sagt der vor der Saison von GWD Minden gekommene Mittelmann.

In Dortmund eingekleidet

Nach dem er am Samstagabend noch mit seinen neuen Vereinskollegen gegen den Ligakonkurrenten aus Spenge erfolgreich testete, ging es für Kister am nächsten Tag um sechs Uhr zum Flughafen. 15 Spieler hatte Bundestrainer Martin Heuberger im Vorfeld nominiert, nach der Verletzung von Eloy Morante-Maldonado rückte Kister nun nach. „Als ich auf meinem Handy gesehen habe, dass der Bundestrainer anruft, wusste ich direkt Bescheid”, schildert Kister. Er versucht dabei nicht, die Freude über den Anruf des Bundestrainers zu verheimlichen. Wenige Stunden nach dem Anruf ging es zur DHB-Geschäftsstelle in seine Heimatstadt Dortmund, dort wurden ihm die Flugtickets ausgehändigt. „Die ganzen Anziehsachen habe ich da auch bekommen, ich hatte ja vorher nichts”, sagt er lachend. Frisch eingekleidet ging es aber für ihn dann aber erst einmal zum Testspiel in die Eilper Halle, wo Kister den Innenblock der Hagener stabilisierte und auch im Angriff einige Akzente setzte. Drei Mal war der 20-Jährige gegen Spenge erfolgreich.

Zwei Tage später im spanischen Pontevedra hieß der Gegner für Lukas Kister dann nicht mehr Spenge sondern Island, dieses Mal blieb er ohne eigenen Treffer. In der Schlussphase kam er zu seinem ersten Einsatz, Bundestrainer Martin Heuberger lobte den Neu-Hagener anschließend. „Lukas hat seine Sache sehr gut gemacht und sich nahtlos eingefügt. Wir wissen um seine Qualitäten, vor allem in der Abwehr. Wir haben ihm auch einige taktische Dinge mit auf den Weg gegeben, das hat er sehr gut umgesetzt”, so der Trainer der U21-Nationalmannschaft nach dem souveränen 26:17 (14:8)-Erfolg der DHB-Auswahl.

Dienstreise soll bis ins Finale gehen

Müde wirkte Kister dabei keineswegs, was angesichts der zehn Trainingseinheiten Vorbereitung pro Woche beim VfL Eintracht durchaus überraschend ist -- und für den Youngster und seine körperliche Verfassung spricht. „Die Beine sind vielleicht ein wenig müde, aber die Motivation dabei zu sein, macht das wett”, sagt er nach dem Spiel am Samstag. Geht es nach ihm, dauert die Dienstreise nach Spanien noch bis Sonntag an, wenn das Finale in Vigo über die Bühne geht.

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, als Gruppenzweiter beendete die DHB-Auswahl die Vorrunde. Einzig Dänemarks U21-Nationalteam verwies den deutschen Nachwuchs in die Schranken. Einen Vorteil sieht Kister aber durchaus für seine Mannschaft. „Wir sind alle sehr gut befreundet und kennen uns schon lange. Mit einigen Spielern habe ich noch Silvester gefeiert”, sagt er. Wenige Sekunden später dreht er ab und widmet sich nach intensiven Wochen in Hagen seiner nächsten Herausforderung in Spanien.

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