Basketball

Vor 2020 kann Phoenix Hagen nicht mit Hollersbacher planen

Anweisungen von Phoenix-Trainer Chris Harris wird Marco Hollersbacher auf dem Feld vorerst nicht entgegennehmen können.

Anweisungen von Phoenix-Trainer Chris Harris wird Marco Hollersbacher auf dem Feld vorerst nicht entgegennehmen können.

Foto: Jörg Laube

Hagen.   Mit Marco Hollersbacher hat Phoenix Hagen den Vertrag verlängert, er kann aber länger nicht spielen. Zwei Knie-Operationen stehen an.

Nominell ist er der zehnte verpflichtete Spieler für den ProA-Kader von Phoenix Hagen, doch planen kann der Basketball-Zweitligist in der nächsten Saison nicht mit ihm. U18-Nationalspieler Marco Hollersbacher muss sich zwei Operationen am Knie unterziehen, eine Rückkehr aufs ProA-Parkett ist noch nicht abzuschätzen. Teil des Teams soll der 18-Jährige dennoch bleiben, Phoenix verlängerte den Vertrag mit ihm. „Wir wollen den Weg mit Marco gehen“, betonte Geschäftsführer Patrick Seidel, der von einem „kompletten Aufbaujahr“ des Youngsters ausgeht: „Auch wenn es seine Zeit dauert, bis er wieder im Profisport-Modus sein kann.“

Sein stärkster Auftritt in der ProA war sein bislang letzter - und wird es auch für längere Zeit bleiben. 13 Punkte - sein Zweitliga-Bestwert - in nur elf Minuten hatte Marco Hollersbacher am 2. Februar für Phoenix gegen die Tigers Tübingen erzielt, die 89:101-Heimniederlage konnte er damit nicht verhindern. Danach verletzte sich der von Seidel zu den Top fünf seines Jahrgangs in Deutschland gezählte Forward, der schon in der Saison zuvor mit zwei Knieverletzungen zu kämpfen hatte und erst im November ins Team zurückgekehrt war, im Training erneut. „Einen Knorpelschaden habe ich mir schon früher beim Fußball eingefangen und über die Jahre mitgeschleppt“, sagt Hollersbacher, „jetzt musste etwas daran gemacht werden.“ Er habe eine „harte Diagnose“ bekommen, das räumte der 18-Jährige ein, der in der Folge deshalb mehrere Ärzte konsultierte. Und mit der Familie entschied, angesichts des nahenden Abiturs am Theodor-Heuss-Gymnasium in diesem Frühjahr auf eine Operation zunächst zu verzichten, denn beim Sport-Leistungskurs dort waren auch praktische Prüfungen zu absolvieren. „Es gab Grünes Licht von den Ärzten, mit Schmerzmitteln die Prüfungen zu machen“, sagt er, „und das Abitur wollte ich auf jeden Fall jetzt machen, das hatte Priorität.“

Nach dem Abi-Ball unters Messer

Die Reifeprüfung ist mittlerweile geschafft, am 8. Juli steht noch der Abi-Ball aus, zwei Tage später kommt Hollersbacher in Wuppertal erstmals unters Messer. Einige Wochen später, wenn der Knorpel angezüchtet ist, steht dann der zweite, größere Eingriff an. „Die Operation wird richtig hart“, weiß Hollersbacher, „danach ist das Knie sechs Wochen ruhig gestellt.“ Es folgen danach Rehabilitation und Muskelaufbau, die auch ihre Zeit benötigen. „Ich werde in diesem Jahr einfach alles geben, um Körper und Knie wieder herzustellen“, sagt der junge Hagener, der in den letzten Jahren regelmäßig durch Verletzungen zurückgeworfen wurde: „Aber ich werde erst wieder starten, wenn der Körper zu 100 Prozent fit ist. Wenn ich in den Play-offs der bevorstehenden Saison wieder einsteigen kann, ist es gut, ansonsten eben erst nach der Saison.“ Im letzten Jahr hatte sich Hollersbacher beim Albert-Schweitzer-Turnier Ostern mit dem deutschen U18-Nationalteam am Knie verletzt, war gerade eben zur Europameisterschaft in Lettland fit geworden und hatte dort stark gespielt, verletzte sich bei der anschließenden Phoenix-Saisonvorbereitung aber erneut.

Einsatz in Basketball-AGs

Man wolle den Youngster für seine jahrelange Loyalität und seinen Einsatz für Phoenix zu belohnen und ihn in dieser „harten Zeit“ unterstützen, betonten die Phoenix-Verantwortlichen nun angesichts der Vertragsverlängerung mit Hollersbacher. „Ich hoffe sehr, dass beide OPs gut verlaufen und er wieder richtig fit wird“, sagt Cheftrainer Chris Harris, man wolle ihm beistehen, auch wenn er nicht spielen könne. „Es ist für mich eine große Motivation zu sehen, dass mich in Hagen so viele unterstützen“, betont Hollersbacher, der nach der Reha zunächst verstärkt in Phoenix-Geschäftsstelle und bei Basketball-AGs eingesetzt werden soll. Ehe der 18-Jährige hofft, seine Profi-Karriere nach längerer Zwangspause auf dem Feld fortsetzen zu können. Hollersbacher: „Ich möchte danach wieder angreifen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben