Tennis

Walder und der TC Iserlohn stehen mit dem Rücken zur Wand

Jordi Walder spielt beim TC Iserlohn eine starke Saison. Heute stehen die Waldstädter gegen Bremen jedoch unter Druck.

Jordi Walder spielt beim TC Iserlohn eine starke Saison. Heute stehen die Waldstädter gegen Bremen jedoch unter Druck.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Jordi Walder und der TC Iserlohn müssen nach einer Reihe hitziger Szenen einen umstrittenen Punktverlust hinnehmen. Nun geht es gegen den Abstieg.

Beschwerde, Diskussion, Beleidigung, Disqualifikation, Niederlage. Der jüngste Heimspieltag von Tennis-Zweitligist TC Iserlohn gegen Blau-Weiss Berlin war denkwürdig und kurios. Und möglicherweise auch: folgenschwer. In einer spannenden Partie disqualifizierte der Oberschiedsrichter den Hagener TCI-Spieler Jordi Walder (21) und nahm den Iserlohnern die Siegchance. Das war höchst umstritten, denn zuvor hätte es, da waren sich die Gastgeber sicher, eine Disqualifikation der Berliner geben müssen. In der heutigen Partie gegen den Bremer TC (13 Uhr) stehen Walder und der TCI unter Druck. Bei einer Niederlage droht der Abstieg.

Ein Rückblick: Im Tiebreak des ersten Satzes gegen Berlin gab der Stuhlschiedsrichter einen Ball der Iserlohner „gut“, den die Gäste im Aus wähnten. Es wäre das 3:4 aus Sicht der Gastgeber gewesen. Sofort gab es Diskussionen und heftige Proteste der Gäste. Gute zehn Minuten konnte nicht gespielt werden, weil sich der Ex-Iserlohner Agustin Velotti aufseiten der Berliner in Rage redete und den Referee mehrfach aufs Schärfste beleidigte. „Die ganze Mannschaft hat rumgeschrien“, sagt Jordi Walder. Und das war noch nicht alles: Velotti rüttelte vor Wut am Stuhl des Schiedsrichters. „Wenn man nach den Regeln geht, hätte man sie disqualifizieren müssen“, findet Jordi Walder. Sein Trainer Jim Anwar hat so was in 40 Jahren Tennis noch nicht erlebt, sagt er. „So etwas kannte ich bislang nur vom Hörensagen. In den 80er Jahren hat es wohl mal einen Tschechen gegeben, der den Schiedsrichter vom Stuhl gekippt hat. Dafür gab es drei Monate Sperre, weil sich der Schiri dabei den Arm gebrochen hat.“

Schiedsrichter gibt Druck nach

Der Schiedsrichter gab schließlich dem Druck der Gäste nach und gab zwei neue Bälle. Wenig später ereignete sich dann die folgenschwere Szene, die den Iserlohnern das Spiel kostete: Jordi Walder spielte einen Ball, der bereits zum zweiten Mal in seinem Feld aufgetickt war, ins gegnerische Feld. Und traf dabei Velotti leicht. „Dafür hätte es keine Disqualifikation geben müssen“, findet Walder. „Klar, ich war schon etwas wütend, aber das war ein Reaktionsschlag. Ich habe den Ball sicher nicht bewusst in Velottis Richtung geschlagen.“ Der Protest der Berliner war erneut lautstark. Oberschiedsrichter Iber stimmte den Berlinern zu. Er habe eine klare Tätlichkeit gesehen. „Spiel, Satz und Sieg“, urteilte er und sorgte damit für die Entscheidung, denn nun war rechnerisch für die Iserlohner nichts mehr zu holen. „Ich glaube, dass der Schiedsrichter mit der Situation überfordert war“, meint Walder.

Der Hagener vermutet außerdem, dass ihm die Berliner eins auswischen wollten. „Ein gegnerischer Trainer hat sich bei unserem Doppel hinter uns gestellt und unsere Handzeichen weitergegeben. Die wussten somit, wo ich aufschlagen werde und wie sie retournieren müssen“, ärgert sich Walder. „Das ist nicht erlaubt und darüber habe ich mich beschwert.“ Das sei den Hauptstädtern sauer aufgestoßen.

Jetzt blickt Walder nach vorne. Das muss er auch. Ein Sieg gegen den Bremer TC heute ist Pflicht, sonst droht der Abstieg. „Ich bin recht zuversichtlich, dass wir gewinnen werden. Wir haben ein gutes Team zusammen. Auch am letzten Sonntag haben wir gut gespielt. Das war nur Pech.“

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