Handball

Warum in Herdecke vor Ende Januar nicht gespielt wird

Am 4. Oktober verabschieden sich die Handballer der HSG Herdecke/Ende nach dem Heimsieg gegen den VfL Eintracht Hagen III. Das nächste Spiel in der Bleichsteinhalle findet frühestens Ende Januar statt.

Am 4. Oktober verabschieden sich die Handballer der HSG Herdecke/Ende nach dem Heimsieg gegen den VfL Eintracht Hagen III. Das nächste Spiel in der Bleichsteinhalle findet frühestens Ende Januar statt.

Foto: Jens Pommerenke / AirPictures.de

Herdecke/Wetter.  Keine Spiele vor Ende Januar: Darauf müssen sich die Handballer in Westfalen und nun auch im Kreis einstellen.

Der Handballverband Westfalen hat den Spielbetrieb vorerst bis Ende des Jahres ausgesetzt, der Kreis Hagen/Ennepe-Ruhr ist dem nun gefolgt. Die ersten Meisterschaftsspiele nach der Zwangspause, das wurde bei Online-Staffeltagen der Ober-, Verbands- und Landesligen deutlich, sind dann frühestens Ende Januar denkbar. „Keiner denkt mehr daran, dass eine Hin- und eine komplette Rückrunde gespielt werden können“, sagt Stephan Hellwig, der Landesligist HSG Herdecke/Ende als Sportlicher Leiter vertrat: „Es wird versucht, die Saison irgendwie zu einem guten Abschluss mit Auf- und Absteigern zu bringen.“

Die Handball-Saison 2020/2021 soll fortgesetzt werden, darin waren sich die Vereinsvertreter bei den Staffeltagen weitgehend einig. Wie und wann, das hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie und den politischen Entscheidungen ab. „Es wird entschieden, wenn Klarheit darüber herrscht, wann Kontaktsport im Breitensportbereich wieder möglich ist“, weiß Hellwig, dann frage der HV Westfalen die Vereine ab, welche Variante sie bevorzugen. Bereits fest stehe, dass die Mannschaften nach dem Trainingsstart eine mindestens dreiwöchige Vorbereitungszeit erhielten. „Das letzte Januar-Wochenende“ nannte Andreas Tiemann, westfälischer Vize-Präsident Spieltechnik, als frühestmöglichen Termin für den Neustart des Spielbetriebes : „Bei einem Kaltstart wäre das Verletzungsrisiko einfach zu hoch“, sagte er dem Westfalen-Blatt.

Playoff-Runde ist denkbar

Sollte tatsächlich Ende Januar wieder gespielt werden können, müsste etwa die HSG Herdecke/Ende in der Landesliga 6 - für sie stünde am 31.1. das letzte Hinrunden-Spiel gegen den TV Lössel an _ acht Spiele nachholen. „Die Hinrunde wird wohl bis in den März oder April hinein gespielt“, nimmt Hellwig an. Nur ohne weitere Unterbrechungen wäre dann noch eine komplette Rückrunde denkbar. Realistischer erscheint ein Szenario einer verkürzten Rückrunde mit einer Aufstiegs- und einer Abstiegsrunde, bei dem die Punkte aus der Hinrunde mitgenommen werden. Oder Play-offs und Play-downs, in denen - auf Basis der Hinrunden-Tabelle - in direkten Duellen Auf- und Absteiger ermittelt werden.

„Solche Playoff-Spiele hätten eine hohe Attraktivität. Da könnten die Vereine, denen ja viele Einnahmen entgangen sind, dies etwas kompensieren, falls wieder Zuschauer erlaubt sind“, sagt Stephan Hellwig. Um die Spielzeit zu Ende zu spielen, könnte sie auch über den bisherigen Saisonschluss-Termin 6. Juni hinaus bis zum 30. Juni oder dem Start der Sommerferien (4. Juli) verlängert werden. Bisher ist für die HSG Herdecke/Ende das letzte Landesligaspiel für den 15. Mai beim TV Lössel terminiert.

Für die Vereinsverantwortlichen stellt sich angesichts der Verlängerung der Zwangspause nun die Frage, wie man diese Zeit gemeinsam mit den Spielern überbrückt. Bei der HSG Herdecke/Ende etwa lädt Athletikcoach Benedikt Klenke zweimal wöchentlich zum Online-Training. „Es ist ganz wichtig, wie die Spieler mental mit dieser Situation umgehen“, sagt Hellwig, „es macht ja Sinn, dass die weiter fit bleiben. Aber man kann nicht über einen so langen Zeitraum die mentale Fitness hoch halten.“ Einen bestimmten Zeitraum ohne Wettkämpfe könne man überbrücken. „Man kann ja nicht über zwei Monate die Anspannung bei 100 Prozent halten“, gibt der Sportliche Leiter des Landesligisten zu bedenken: „Aber wie führt man das zurück, um dann doch rechtzeitig wieder Fahrt aufzunehmen, wenn Spiele anstehen? Das müssen wir jetzt mit den Trainern besprechen.“

Kreis schließt sich HV-Beschluss an

Die Einstellung des Spielbetriebs bis Jahresende gilt für den Bereich des HV Westfalen, also hinunter bis zur Landesliga einschließlich. Seit Donnerstag Nachmittag steht fest, dass auch auf Kreisebene so verfahren wird. „Ich habe angeregt, dass wir uns dem Beschluss des HV Westfalen anschließen“, sagte Michael Knöpel, Vorsitzender des Handball-Kreises Hagen/Ennepe-Ruhr und Klubchef des VfB Westfalia Wetter-Wengern: „Lockerungen sind seitens der Politik ja nicht in Sicht, ganz im Gegenteil rechne ich eher mit Verschärfungen. Die Politik wird mit Sicherheit nicht entscheiden, die allen für Handball zu öffnen.“

Die für Dienstag geplante Vorstandssitzung fiel angesichts der Lockdown-Kontaktbeschränkungen aus, im Mail-Umlaufverfahren stimmten aber nun alle Vorstandsmitglieder - so Knöpel - der Aussetzung des Spielbetriebs vorerst bis Ende Dezember. Zudem geht der Hagener Kreisvorsitzende davon aus, dass auch in den von fünf Handball-Kreisen gemeinsam verantworteten Bezirksligen - betroffen sind hier die Herren der HSG Wetter/Grundschöttel - so verfahren wird. Knöpel: „Die anderen Kreise wollen sich dem HV Westfalen anschließen - oder haben es bereits.“

Im Gegensatz zu Landes- und Bezirksligen, die im Oktober vor den Herbstferien mit zwei Spieltagen gestartet waren, hatte der Spielbetrieb der Saison 2020/2021 auf Kreisebene und in den Jugendklassen noch gar nicht begonnen. „Und ich rechne nicht damit, dass wir noch im Januar spielen können, selbst wenn Training wieder möglich sein sollte“, sagt Knöpel, „nach zwei Monaten ohne Training kann man ja nicht einfach Knall auf Fall wieder mit Meisterschaftsspielen beginnen.“ Rechtzeitig vor Jahresende sollen die Vereine im Kreis Informationen erhalten, wie es weitergeht.

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