Sprint-Cup

Wenn das Zelt bei SV Hagen 94 im Nichtschwimmerbecken landet

Mitglieder des Gastgebers SV Hagen 94 bergen das von einer Sturmböe ins Becken geblasene Versorgungszelt.

Mitglieder des Gastgebers SV Hagen 94 bergen das von einer Sturmböe ins Becken geblasene Versorgungszelt.

Foto: Lothar Henn

Hagen.  2881 Starts, viele gute Ergebnisse auch der heimischen Schwimmer - und ein Versorgungszelt im Becken. Das war der 24. Sprintcup des SV Hagen 94.

„Auf die Plätze -- los!” Immer wieder ertönt alle paar Sekunden ein Pfiff, junge Schwimmer und Schwimmerinnen stellen sich auf die Startblöcke und auf Signal springen sie mit allem, was sie haben, in Richtung kühles Blau. 58 verschiedene Wettkämpfe, 2881 Starts: Der 24. Internationale Schwimm-Cup des SV Hagen 94 war wieder einmal eine organisatorische Meisterleistung, die Sportler aus ganz Deutschland und den Niederlanden über das Pfingst-Wochenende in das Freibad Hestert lockte.

Dabei hatte das große Schwimmfest in Haspe mit dem wechselhaften Wetter zu kämpfen. „Am Samstag mussten wir erst einmal unser Verpflegungszelt aus dem Nichtschwimmer-Becken holen”, berichtet Cordula Schürmann vom Ausrichter SV Hagen 94. Gemeinsam mit der Hilfe der im Freibad campenden Schwimmer gelang es relativ schnell, die Pavillons aus dem nicht für Wettkämpfe genutzten Becken herauszufischen, nachdem der Wind dieses dorthin geweht hatte. Auch etliche andere Zelte wurden vom Wind zerlegt.

Sportlich verlief der Wettkampf für die Schwimmer aus Hagen und Breckerfeld ebenfalls stürmisch. Gleich 72 Mal konnten so allein die Schwimmer vom Ausrichter auf das gelbe Siegerpodest hinter der Wettkampfleitung steigen, wobei gerade Bendix Schmidt (Jg. 2000) mit seinen insgesamt sechs Siegen herausstechen konnte. Er erreichte auch das offene Finale über 50 m Schmetterling, wurde hier in 26,86 Sekunden Dritter. Ex-94erin Karla Heßmann (Jg. 2007), die für die SG Dortmund startet und jüngst deutsche Meisterin wurde, belegte Finalrang vier über 50 m Schmetterling (30,62). Für Bendix und die anderen jungen Schwimmer vom SV Hagen 94 ist das mit Abstand größte Freiluft-Schwimmfest in der Umgebung aber noch viel mehr, als der reine sportliche Vergleich im Becken.

„So eine Veranstaltung ist vor allen Dingen auch für das Leben im Verein wichtig”, sagt Cordula Schürmann. Fast alle der Teilnehmer zelten über die drei Tage in der Hestert, lernen sich so noch besser kennen und packen mit an, wo es etwas anzupacken gibt. „Das schweißt zusammen”, weiß Schürmann, die die große Veranstaltung im Freibad leitet. Da gehört es auch dazu, dass nötige Flatterband auf den Parkplätzen für die angereisten Reisebusse der Teilnehmer aus Bayern, Hamburg oder den Niederlanden aufzuhängen. „Das ist das einzige was hier fehlt - ausreichend Parkplätze”, sagt sie. Beschwerden von Anwohnern über so großen Lärm gibt es dagegen nicht, was vor allem an der günstigen Lage des Freibads liegt.

Diese zeigt sich auch für die Zuschauer, die auf dem Hügel seitlich des Schwimmerbeckens sitzen und sich die insgesamt 58 Wettkämpfe bequem auf einer Decke liegend ansehen können. „Wirklich schön”, findet Anne Schwarz, die mit einigen Startern aus Essen zu Gast in Hagen ist.Gespannt verfolgen sie und die vielen anderen Aktiven und Zuschauer das Geschehen im Becken, bei dem es je nach Rennen fast im Minutentakt um Bestzeiten und Medaillen geht. Wer nicht gerade auf dem Startblock steht oder sich auf ein Rennen vorbereitet, der vergnügt sich auf den Zeltplätzen der einzelnen Vereine oder kümmert sich um seinen Energiehaushalt an der Verpflegungsstation zwischen den Becken.

Egal ob an der Verpflegungsstation, in der Wettkampfleitung oder beim Aufräumen des Bades: Überall sind fleißige Hände aktiv, die dafür sorgen dass die große Veranstaltung reibungslos über die Bühne gehen lässt. So können sich die 766 Schwimmer voll und ganz auf den Wettbewerb konzentrieren.

Weitere Ergebnisse

Weitere Klassensiege SV Hagen 94: Frederik Bärenfänger (2007, 200 m Rücken, 200 m Lagen, 100 m Rücken), Sebastian Gruber (2005, 200 m Rücken), Annika Kröner (2010, 100 m Brust), Moritz Kröner (2006, 100 m Brust, 200 m Brust), Justin Nigbur (2000, 200 m Brust), Sina Prinz (2001, 200 m Brust), Finja-Charlotte Ruhe (2009, 100 m Schmetterling), Viktoria Rüßmann (2007, 200 m Brust), Sophie Schröder (2001, 200 m Schmetterling), Ben Sichtermann (2004, 200 m Schmetterling), Denise Springiewicz (2004, 200 m Lagen, 200 m Schmetterling), Staffel 2. Mannschaft 4x50 m Freistil. TuS Breckerfeld: Sarah Brink (2002, 100 m Rücken)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben