22. Hagener Triathlon

Wettkämpfe mit Hawaii-Flair

Vom Wasser umschlungen: Das Schwimmen war bei Hagener Hitze-Triathlon die angenehmste Disziplin.

Vom Wasser umschlungen: Das Schwimmen war bei Hagener Hitze-Triathlon die angenehmste Disziplin.

Foto: WP Michael Kleinrensing

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Hagen. Höchstleistungen bei Höchsttemperaturen: Als wäre ein Triathlon an sich nicht schon anstrengend genug, gingen gestern an Hagens heißestem Jahrestag 550 begeisterte Teilnehmer im Freibad Hengstey an den Start. Für die Wettkämpfer des 22. Hagener Triathlons war das indes kein Hindernis, sondern viel mehr Ansporn diesen Kraftakt zu meistern.

Als Matthias Epping schweißgebadet ins Ziel lief, ballte er erleichtert die Faust. Er hatte gerade die Kurzdistanz (1 km Schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km Laufen) mit einer Bestzeit von 2:08:48 hinter sich gebracht, auch Temperaturen von 43 Grad in der Sonne konnten ihn nicht bremsen. Vor allem war er zufrieden, da er tags zuvor noch bei ähnlicher Hitze einen Triathlon bestritten hatte, bei dem ihn eine Fahrradpanne stoppte. „Ich habe spontan noch einen Triathlon in der Gegend gesucht und mein Vater sowie meine Schwester haben mir Hagen sehr empfohlen“, erzählte Epping, der den Ironman, den wohl bekanntesten und spektakulärsten Triathlon-Wettkampf, im Oktober auf Hawaii anpeilt. „Das war schon eine gute Simulation für Hawaii, gerade bei den Temperaturen“, sagte der 26-Jährige vom SC Bayer 05 Uerdingen lässig. Während aber die Hawaiianer gestern mit ungefähr 33 Grad im Schatten noch gut bedient waren, erwischte es die Hagener Triathleten härter. Jede Windböe fühlte sich erfrischend an, jeder Wasserspritzer mit dem Gartenschlauch war geradezu ein Segen.

Eine besonders kräfteraubende Erfahrung war es auch für die „Couch Potatoes“ vom Hagener Tri-Team, die allesamt erstmalig den Dreikampf über die so genannte Volksdistanz (500 m Schwimmen, 20 km Radfahren, 5 km Laufen) bestritten. „Man musste einfach durchkämpfen“, verriet Ingrid Lenot ihr Erfolgsrezept. Christian Benz war letztes Jahr selbst noch „Potatoe“, die Begeisterung für den Wettkampf hat ihn seitdem gepackt. Benz ist nun Trainer der Potatoes, die er mit Lob überhäufte: „Ich bin richtig begeistert über ihre Leistungen und auch ein Stück weit stolz. Vor allem darauf, wie sie sich vorbereitet haben. Keiner hat geschwänzt, selbst bei Regen nicht“, honorierte Benz das Durchhaltevermögen der Amateure, die angesichts des bisher, sagen wir, „wechselhaften“ Sommers so ein Wetter nicht gewohnt waren. Wenig beeindruckt von der tropischen Hitze zeigten sich die Junioren: „Die haben so viel Power und Biss gezeigt, die wollten gar nicht mehr aufhören zu ziehen“, staunte Christian Benz. Sogar Achtjährige waren mit von der Partie und bewiesen ihre Ausdauer über 100 m Schwimmen, 1700 m Radfahren sowie 400 m Laufen.

Voller Stolz war auch Doris Strangfeld von der Behindertensportgemeinschaft Hagen, deren Schützlinge trotz 80-90-prozentiger Behinderung einen unglaublichen Willen zeigten und den Triathlon, wohlgemerkt mit allen anderen Teilnehmern und nicht gesondert, absolvierten. „Egal ob gesund oder behindert, ob jung oder alt, hier kann jeder mitlaufen“, freute sich Florian Kytosch vom BS Hagen über die rundum gelungene Veranstaltung. Vom Engagement der Streckenposten sowie allen anderen Freiwilligen war nicht nur Kytosch angetan: Vom Start bis zum Ziel standen fleißige Helfer mit kühlenden Getränken oder stärkenden Snacks bereit, ein reibungsloser Ablauf wurde stets gewährleistet. Christian Benz: „Ein Dank geht an die DLRG für die Abkühlung per Schlauch!“

Ein positives Fazit zog auch Tri-Team-Vorsitzender Jochen Baumann: „Wir sind froh über dieses Wetter, vor zwei Jahren flogen uns noch die Zelte vom Platz.“ Ein bisschen Hawaii-Flair in Hengstey kam da schon gelegen.

Ergebnisse:

Kurzdistanz Männer: 1. Epping (SC Bayer 05 Uerdingen), 2:08:48; 2. Longrée (SVD Tria Essen), 02:12:32; 3. Westermann (Witten), 2:21:37. Frauen: 1. Kroniger (SV Blau-Weiß Bochum), 2:35:17; 2. Mandt (TVG Kaiserau), 2:45:22; 3. Risken (Marathon Soest), 2:47:57.

Volksdistanz Männer: 1. Wegrzyk (PSV Bonn), 1:04:47; 2. Köhler (Waspo Langendreer-Werne), 1:08:47; 3. Heinzemann (Wuppertal), 1:10:55. Frauen: 1. Treibert (TriClub Wuppertal), 1:22:13; 2. Köhler (Waspo LW), 1:23:43; 3. Gutsche-Krüger (SGE Ergste), 1:24:12.

Alle Ergebnisse finden Sie unter: www.tri-team-hagen.de

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