Nah am Wasser gebaut

Wo aus der Lenne ein reißender Fluss wird

Optimale Bedingungen bietet der Wildwasserpark in Hohenlimburg seit dem Umbau der Strecke.

Optimale Bedingungen bietet der Wildwasserpark in Hohenlimburg seit dem Umbau der Strecke.

Foto: Valentin Dornis

Hohenlimburg.  1999 entwickelte sich der KC Hohenlimburg aus dem Hohenlimburger Kanuverein, als sich die Leistungssportler zusammentaten und sich voll auf den Wettkampfsport konzentrieren wollten. Im Wildwasserpark an der Lenne wächst aber auch der Breitensport wieder.

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Plötzlich wird aus dem ruhigen Gewässer ein reißender Fluss: Hinter dem kleinen Wehr mitten in Hohenlimburg wird aus der bisher ruhig dahinfließenden Lenne ein Wildwasserpark. Konzentriert kämpfen sich Kanuten durch die Fluten, versuchen die Slalom-Tore zu durchfahren. Ralf Kriegel steht am Ufer und schaut den Sportlern bei ihrem Kampf zu. Das hier ist sein Revier: Als zweiter Vorsitzender des Kanu Clubs (KC) Hohenlimburg verbringt er viel Zeit auf der Anlage.

Was kennzeichnet den Verein

Sein Verein ist noch ziemlich jung: Erst 1999 entwickelte sich der KC Hohenlimburg aus dem Hohenlimburger Kanuverein, als sich die Leistungssportler zusammentaten und sich voll auf den Wettkampfsport konzentrieren wollten.

Auch heute noch trainieren viele Leistungssportler in dem Wildwasserpark an der Lenne. Die Umstellung auf G8 und die Ganztagsschule haben aber auch die Kanuten gemerkt: „Leistungssport braucht Zeit, und wer bis 16 oder 17 Uhr in der Schule ist, hat danach nicht immer Lust, noch zu trainieren“, sagt Ralf Kriegel. Deshalb kooperiert der Verein mit verschiedenen Schulen, um Nachwuchs zu gewinnen - bei dem Projekt „Paddelpiraten“ konnten zum Beispiel Kinder der Hohenlimburger Grundschulen die Lenne im Boot erkunden.

Außerdem entwickelt sich der Breitensport beim KC Hohenlimburg wieder stärker. Kanuten, die Wasserwanderungen unternehmen oder Wildwasserfahrten in den Alpen machen wollen, kommen seit einigen Jahren nach Hohenlimburg, um auf der Anlage zu trainieren. „Dann kommt man natürlich immer schnell ins Gespräch. Mittlerweile haben wir Breitensportler, die extra aus Wuppertal, Remscheid oder Schalksmühle zu uns kommen.“

Welche Angebote gibt es?

Für die Zukunft kann sich Kriegel auch vorstellen, weitere Kanu-Sportarten anzubieten – zum Beispiel Trendsportarten wie Stand-Up-Paddling: „Der obere Abschnitt der Lenne hier ist sehr flach und ruhig, beinahe ein See“, so Kriegel, „das bietet sich eigentlich an.“

Momentan liegt der Fokus aber noch auf dem unteren Abschnitt des Flusses: Auf Höhe des Hohenlimburger Rathauses beginnt der Wildwasserpark. Drei Meter Gefälle auf einer Strecke von rund 300 Metern sorgen für ordentlich Geschwindigkeit. Bei dem Umbau der Strecke in den Jahren 2014/2015 gewann der Wildwasserpark noch einmal an Qualität und bietet perfekte Bedingungen für Kanuslalom-Sportler. Deshalb veranstaltet der KC Hohenlimburg hier auch immer wieder große Wettkämpfe, zur Einweihung der modernisierten Anlage fand die deutsche Jugendmeisterschaft in Hohenlimburg statt. Das nächste Highlight steht im September an, dann finden die deutschen Meisterschaften der Leistungsklasse und das Deutschlandcup-Finale hier statt. Und 2017 organisiert der Verein sogar die Kanuslalom-Europameisterschaft der U23.

Wie kann man mitmachen?

Bis dahin hofft Ralf Kriegel darauf, noch einige Talente für seinen Sport zu begeistern. Sorge um die Ausstattung brauche sich kein Anfänger machen: „Wir haben Boote und Paddel hier, niemand braucht gleich viel Geld für eine Ausrüstung ausgeben.“ Einzig Sportkleidung, die auch mal nass werden kann, sollte man mitbringen. Dienstags um 18 Uhr und freitags um 15 Uhr bietet der Verein Anfänger-Training an – dort kann sich jeder Mal aufs Wasser trauen.

Weitere Infos:

Der KC Hohenlimburg hat 80 Mitglieder, von denen rund 40 aktiv sind.

Die Anlage in Hohenlimburg gehört der Stadt Hagen, wird aber vom Kanuclub gepflegt. Dort sitzt der Bundesstützpunkt Kanu-Slalom, das Landesleistungszentrum und eine Außenstelle des Olympischen Sportbundes Westfalen.

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