Frauenfußball

Corona stoppt Hattingerin Rabea Haarmann beim College-Sport

Die Hattingerin Rabea Haarmann studiert in den USA am Grace College in Indiana, Winona Lake, Trainingswissenschaft. Dort spielt sie in der Frauenmannschaft ihres Colleges.

Die Hattingerin Rabea Haarmann studiert in den USA am Grace College in Indiana, Winona Lake, Trainingswissenschaft. Dort spielt sie in der Frauenmannschaft ihres Colleges.

Foto: Grace College

Hattingen.  Rabea Haarmann hat in den USA ein Studium aufgenommen. Durch das Virus sind die Unis zu. Sie will sich nun bei ihrem Heimatverein fit halten.

Rabea Haarmann genießt die Zeit, die sie im Moment mit ihrer Familie verbringt. Sie ist froh, während der Corona-Krise daheim zu sein. Eigentlich würde sie weiter in den USA studieren und dort an ihrem College mit der Frauenfußball-Elf um Punkte kämpfen. Es bleibt das Ziel, wenn die Pandemie vorbei ist. Und wenn die Spielerin des SuS Niederbonsfeld selbst eine Verletzung auskuriert hat.

Als das neue Semester am Grace College im März begann, gab es die ersten Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise. „Wir haben dienstags davon erfahren, am Mittwoch und Donnerstag wurden schon die ersten Schulen geschlossen. Freitags erreichte uns dann die Meldung, dass unser College auch schließen wird“, erzählt die 20-Jährige. Sie hatte mit einer Freundin aus dem Studium eine kurze Reise nach Kanada in der zweiwöchigen Frühlingspause geplant. Die fiel nun aus. „Ich habe schon für den nächsten Tag einen Flug nach Deutschland buchen können“, sagt Haarmann.

Trainer und Uni raten Auslandsstudenten zur Heimreise

Denn ihre Mannschaft hatte ein paar Tage zuvor mit dem Trainer via Skype eine Telefonkonferenz, wobei entschieden wurde, dass vorerst keine Einheiten stattfinden werden. Da die Universität zunächst vier Wochen lang pausieren wollte, riet sie den internationalen Studenten, in die Heimat zu fliegen. Nun wird alles wie auch in Deutschland online organisiert. „Ich bin froh, dass ich jetzt hier bin und nicht in den USA festsitze“, gibt die junge Fußballerin zu, die Trainingswissenschaft und im Nebenfach Sportmanagement studiert. Auch ihrem Trainer Michael Voss war es wichtig, dass alle bei ihren Familien sind.

Haarmann war in Amerika intensives Training gewohnt, sechs Tage lang war Fußball angesagt, darunter ein oder sogar zweimal pro Woche ein Spiel. Das gefiel ihr sehr. Nun hat sie wie viele Fußballer einen Trainingsplan, den sie alleine abarbeitet, mit Work-Outs und Ausdauereinheiten. Zudem muss sie selbst entscheiden, inwiefern sie ihr linkes Knie belastet. Dort riss ihr Außenmeniskus im Januar während einer Trainingseinheit, weshalb sie die Rückrunde in der College-Liga verpasste.

Gute Unterstützung während der Verletzungsphase in den USA

Ende Februar wurde sie operiert und bekam viel Unterstützung von den Physiotherapeuten, die den College-Athleten zur Verfügung stehen und sie durch die Reha begleiteten. „Über meine Krankenkasse habe ich außerdem noch einmal pro Woche mit einem zusätzlichen Physiotherapeuten gearbeitet“, erzählt Haarmann, die sich in ihrer Mannschaft am College wohl fühlt und das Leistungsniveau zu schätzen weiß. Sie spielt mit ihrem Team in der dritthöchsten Liga (NAIA). „Viele Mädels aus meinem Team dort könnten in Deutschland mindestens in der Niederrheinliga oder höher spielen“, schätzt sie.

In den USA spielt sie ausschließlich auf Naturrasenplätzen, die gepflegt sind. „Das Spiel ist schneller, unser Team sehr taktisch geprägt und wir agieren viel mit bestimmten Kommandos“, sagt die Studentin, die etwa die Hälfte aller Spiele bestritten hat. Ein Treffer ist der SuS-Torjägerin dabei nicht gelungen. „Im ersten Jahr muss man sich beweisen, ich habe oft Kurzeinsätze, aus denen ich aber viel mitgenommen habe“, so die Hattingerin.

Stürmerin Rabea Haarmann musste ihre Spielweise ändern

Die Angriffe laufen öfter über die Flanken und per Kurzpassspiel. „Beim SuS haben wir viel mit langen Bällen gespielt. Ich bin eigentlich eine Stürmerin, die lieber einem Ball hinterherläuft“, gesteht sie lachend. In den USA muss sie mehr mit dem Ball arbeiten. Im Training werde viel Wert auf Technik gelegt. „Ich habe dadurch ein besseres Ballgefühl bekommen“, freut sie sich.

Der College-Sport hat in Amerika einen hohen Stellenwert, die Hattingerin hat schon vor 600 bis 800 Zuschauern gespielt. „Nach vier Jahren College folgt dann in der Regel der Schritt in den Profibereich“, schildert sie. Für sie ist klar, dass sie auf jeden Fall ein weiteres Jahr in den USA studieren möchte. Sie hofft, dass es Ende August weitergehen kann, wenn nach der Sommerpause das neue Semester startet.

Besuch beim Training des SuS Niederbonsfeld geplant

Bis dahin hält sie sich fit, würde auch gerne beim Training des SuS vorbeischauen, wenn es vom Verein aus ab Juni wieder stattfinden wird. Ihre Heimmannschaft fehlt ihr trotz der schönen Zeit in der Ferne. Mit dem ab Sommer zum Cheftrainer aufrückenden Jörg Schwarz und ihrem Team steht sie regelmäßig in Kontakt. Wenn sie nach ihrem Studium aus dem College-Sport zurückkehrt, möchte sie wieder die Zeit beim SuS genießen.

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