Serie - Nach dem Abpfiff

DJK Westfalia Welper: die A-Jugend tritt als echtes Team auf

Die A-Jugend der DJK Westfalia Welper (hier im Spielerkreis mit Co-Trainer Jonas Grimm-Windeler) hat eine gute Saison hinter sich. Aus teilweise bescheidenen Situationen hat sie das Maximum herausgeholt und sich immer mehr gefunden.

Die A-Jugend der DJK Westfalia Welper (hier im Spielerkreis mit Co-Trainer Jonas Grimm-Windeler) hat eine gute Saison hinter sich. Aus teilweise bescheidenen Situationen hat sie das Maximum herausgeholt und sich immer mehr gefunden.

Foto: Walter Fischer / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Eine abwechslungsreiche Saison erleben die A-Jugend-Handballer der DJK Westfalia Welper – und beweisen dabei vor allem eine starke Mentalität.

Die A-Jugend der DJK Westfalia Welper hat eine turbulente Saison hinter sich.

Zwar belegt dies der fünfte Platz in der Abschlusstabelle der Bezirkssonderliga auf den ersten Blick nicht.

Doch beim genaueren Blick auf den Saisonverlauf und interne Rückschläge, aber auch eine große Stärke lässt sich die besondere Spielzeit erkennen.

Die Ausgangslage

Bevor der erste Ball überhaupt geworfen war, musste Trainer Dominik Braunheim, wie üblich in einer Jugendmannschaft, sein Team etwas umbauen. Denn drei Leistungsträger aus der Vorsaison waren der Jugend entwachsen und schafften den Sprung in erste und zweite Mannschaft der Welperaner: Marvin Muckenhaupt, Jonas Decker und Daniel Propp.

„Wir waren in der Saison zuvor eine ganz andere Mannschaft, hatten spielerisch ein gutes Niveau. Diese Saison hatten wir andere Stärken. Ich bin vorsichtig mit meinen Äußerungen. Aber wie das Team phasenweise gespielt hat, war schon beeindruckend“, so Braunheim.

Der Start

Im ersten Spiel gegen den TuS Bommern, einer der besseren Gegner, trennte sich die DJK 39:39. Dort wurde für den Trainer sichtbar, was er auf dem Feld zur Verfügung hat.

Das waren nicht mehr die durchschlagenden Bälle aus dem Rückraum, aber eine starke Mentalität. Seine Truppe hat sich in die Spiele reingehängt. „Wir haben aber auch gesehen, dass jeder jeden schlagen kann, etwa im Spiel gegen die HSG Annen-Rüdinghausen“, erinnert sich Braunheim.

Der am Ende Zehnte machte es der DJK nicht einfach, sie setzte sich aber knapp mit 31:30 durch. Siege gab’s danach auch als Außenseiter gegen Oespel-Kley II (30:28), Ewaldi Aplerbeck (28:25) und deutlich gegen ETG Recklinghausen (38:20). Erst am sechsten Spieltag setzt es gegen Meister HSG DJK Rauxel-Schwerin die erste Niederlage (28:36).

Die weiße Weste

Zu Hause allerdings hielt die Serie, die Welper aus der vergangenen Saison mit über den Sommer nahm: die weiße Weste, seit September 2018. Und die riss nach einem Höhepunkt im Dezember gegen Borussia Höchsten (39:32-Sieg) erst im Januar 2020, als die DJK der JSG Brechten/Lünen beim Torfestival 41:46 unterlag.

„Dass wir die Weste irgendwann verlieren, war klar. Es hat uns zu Hause aber besonders motiviert und war schon cool. Das werden die Jungs mitnehmen und so schnell wohl auch nicht vergessen“, schätzt der Trainer. Gerade in Heimspielen steigerte Welper sich in der zweiten Halbzeit noch mal, als die Gegner schon eine Chance witterten.

Der Kampf

Die größte Stärke, die Braunheim bei seinem Team ausmachte, war die geschlossene Mannschaftsleistung, gepaart mit unheimlich viel Kampfeinsatz. „Es war der Charakter des Teams: wenn einer vorangegangen ist, sind alle anderen mitgezogen und es hat geklappt“, freut sich Braunheim. Er sah in vielerlei Hinsicht den Kampfeswillen. Nicht nur auf dem Feld, auf dem Spieler auch auf ungewohnten Positionen eingesetzt werden mussten, da im Verlaufe der Saison die Personaldecke dünner wurde. Der etatmäßige Kreisläufer Kevin Borsutzky war durch die vergangene Saison angeschlagen und konnte gar nicht mitwirken, Schlüsselspieler Kai Schaller verletzte sich schwer und Jonathan König pausierte aufgrund der Schule später.

So musste die DJK zusammenrücken, immer mal wieder halfen sogar B-Jugendliche aus. Und die A-Jugendlichen halfen zudem bei den Senioren, vor allem bei der zweiten Mannschaft, wo einige ältere Spieler nicht mehr unter Trainer Dennis Galbas spielen wollten.

Der Nachwuchs nahm Doppelbelastungen in Kauf. „Dazu standen die Jungs teilweise vor dem Abitur oder haben nebenbei noch ihren Führerschein gemacht“, gibt Braunheim zu bedenken. Durch den großen Kampfgeist gelang Welper Unglaubliches, auch wenn es ein paar Niederlagen gab. Die DJK fegte Annen-Rüdinghausen mit 54:32 aus der Halle und sogar der Meister wurde im Rückspiel trotz eines Rumpfkaders knapp mit 31:30 bezwungen.

Der Abbruch

Der Abbruch und das Ende der Saison kamen direkt danach für die DJK-Spieler zu einem ungünstigen Zeitpunkt, als sie noch mal motiviert waren. Der Trainer glaubt, dass seine Sieben in der Tabelle noch hätte klettern können. „Das Ziel wäre dann der dritte Platz gewesen, sechs Punkte aus den noch verbleibenden drei Spielen sicherlich möglich gewesen“, so Braunheim. Seine Mannschaft schloss auf dem fünften Platz aber noch mit einem Ligarekord ab: mit 593 Toren war sie am torgefährlichsten.

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