Handball Bezirksliga

DJK Westfalia Welper findet nie wirklich in die Spur

Der Trainer der DJK Westfalia Welper, Michael Wolf, ist überzeugt, dass seine Sieben nicht aus der Bezirksliga abgestiegen wäre.

Der Trainer der DJK Westfalia Welper, Michael Wolf, ist überzeugt, dass seine Sieben nicht aus der Bezirksliga abgestiegen wäre.

Foto: Biene Hagel / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Der Mannschaft von Trainer Michael Wolf fehlte in der abgelaufenen Punkterunde die Konstanz. Dafür gibt’s mehrere Gründe – aber auch Lichtblicke.

In der Handball-Bezirksliga Ruhrgebiet wurde die Saison vorzeitig aufgrund der Corona-Pandemie beendet. Vom Handballverband Westfalen wurde die Abschlusstabelle nach 19 von insgesamt 26 vorgesehenen Spielen per Quotientenregelung als verbindlich festgelegt. Die DJK Westfalia Welper belegt in dieser Tabelle aufgrund der besseren Quote gegenüber der punktgleichen ETG Recklinghausen mit 16:22 Punkten Rang zehn.

Der bei regulärem Verlauf der Saison noch mögliche Abstieg kann also ganz beruhigt zu den Akten gelegt werden. Ein Rückblick auf die dieses Mal verkürzte Saison.

Ausgangslage

Im Lager der Westfalia war man sich einig, dass es vorrangig darum gehen sollte, die talentierten Nachwuchsspieler zu integrieren und dabei innerhalb der beiden leistungssportorientierten Seniorenteams das „Wir-Gefühl“ weiter zu festigen. „Es muss für jeden Welperaner wieder eine Freude sein, in der ersten Mannschaft spielen zu können“, richtete DJK-Coach Michael Wolf im Rahmen der Vorbereitung einige als Leitbild gedachte Worte an seinen Kader.

Daneben hatte der Trainer gleichwohl natürlich auch die erfolgsorientierte Seite im Blick. „Wir wollen das Maximum aus uns herausholen und dabei sicherlich eher auf die obere Tabellenhälfte schauen“, sagte der Trainer, der Ehrgeiz und Lust auf die bevorstehende Spielzeit wecken wollte. Wolf sah die Mannschaft gut aufgestellt.

Vorrunde

Die DJK kam gut aus den Startlöchern. Schnell zeigte sich aber, dass die Mannschaft in ihren Leistungen stark schwankte. Ärgerlichen Niederlagen folgten souveräne Auftritte. Anhaltende Personalengpässe führten zu mangelnder Konstanz. Mit Rang sechs blieb der erhoffte Sprung in die Spitzengruppe auf der Strecke. Der Vorsprung auf die Gefahrenzone fiel bei 13:13-Punkten wesentlich geringer aus als der Rückstand auf die führenden Teams.

„Die Vorrunde war dennoch durchaus in Ordnung. Die Entwicklung der jungen Spieler aber auch der Mannschaft insgesamt als Gefüge verlief unabhängig von der Platzierung positiv. Die Jungs haben fast alle eine gute Physis. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt für die Rückrunde eine Fortsetzung dieser Entwicklung erwartet“, ging Michael Wolf einem guten Gefühl in den zweiten Saisonabschnitt.

Rückrunde

Welpers Trainer wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Nach dem gelungenen Rückrundenstart mit dem 30:25-Sieg gegen den TuS Bommern II holten die Jugendkraftler in den kommenden fünf Begegnungen bis zum Saisonabbruch nur noch einen einzigen Punkt durch das 28:28 im Derby beim Nachbarn HSV Herbede. Der Vorsprung auf den Vorletzten Bommern betrug am Ende lediglich fünf, der auf den möglichen Relegationsrang mit dem TuS Dortmund-Wellinghofen nach der 25:30-Niederlage beim Konkurrenten am letzten Spieltag sogar nur noch zwei Punkte.

Den Welperanern schien in der entscheidenden Phase förmlich die Luft auszugehen. Der ausgedünnte Kader war ständig zu klein, Alternativen waren Fehlanzeige. Der Trend war zu diesem Zeitpunkt wahrlich nicht der Freund der DJK. Wolf („Ich bin fest davon überzeugt, dass wir durch unser Potenzial und unsere Einstellung die notwendigen Punkte zum Ligaerhalt noch geholt hätten“) zeigt sich aber im Nachhinein nach wie vor sicher, mit seinem Team auch ohne Corona weiter in der Bezirksliga geblieben zu sein.

Fazit

Das vor der Saison ausgegebene Leitbild „es muss für jeden Welperaner wieder eine Freude sein, in der ersten Mannschaft spielen zu können“ konnte nicht mit Leben gefüllt werden. Die Verfestigung des Wir-Gefühls klappte nicht. „Mannigfaltige Gründe haben dazu geführt, dass wir nicht konstant mit den gleichen Spielern trainieren konnten und ständig mit einem Rumpfkader antreten mussten. Wir haben spielerisch zwar das Niveau der Vorrunde gehalten, waren aber ganz einfach physisch nicht in der Lage, ausreichend zu punkten“, nannte Wolf den Grund für den Einbruch.

Ausschlaggebend war sicherlich die Tatsache, dass eine gewisse Anzahl an Spielern nicht bereit war, sich in der ersten oder zweiten Mannschaft zur Verfügung zu stellen. So steckte die Zweitvertretung in der Kreisliga fast während der gesamten Saison hoffnungslos abgeschlagen am Tabellenende fest. Die dritte Mannschaft wurde gar vom Spielbetrieb abgemeldet.

Lichtblicke sind die Spieler aus der eigenen Jugend

Einen Lichtblick gibt es aber dennoch zu vermelden. Mit Jonas Decker, Marvin Muckenhaupt und Daniel Propp haben gleich drei talentierte Nachwuchsspieler den Sprung aus der A-Jugend in die Bezirksliga geschafft. „Alle drei sind zu guten Seniorenspielern gereift. Jonas Decker ist sogar schon einer unserer absoluten Leistungsträger“, sparte Michael Wolf nicht mit Lob für seine Youngster, die der DJK allesamt für die nächste Saison bereits ihre Zusage gegeben haben.

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