Reiten

Fairer Umgang mit Pferden wird in Sprockhövel belohnt

Beim Kooperationsturnier zwischen dem ZRFV Auf der Gethe und dem RFV Witten wurde der Umgang der Reiter mit ihren Pferden bewertet.

Beim Kooperationsturnier zwischen dem ZRFV Auf der Gethe und dem RFV Witten wurde der Umgang der Reiter mit ihren Pferden bewertet.

Foto: Barbara Zabka / Funke Foto Services

Sprockhövel.  Beim Kooperationsturnier des ZRFV Auf der Gethe und dem RFV Witten schauen Richter auf Harmonie zwischen Reiter und Pferd. Worauf es ankommt.

Reiter lächeln, streicheln und klopfen ihre Pferde. Es gibt ein Lob, noch vor der anstehenden Prüfung. Und doch ist dies schon ein Teil der Prüfung. Denn beim Kooperationsturnier des ZRFV Auf der Gethe und des RFV Witten auf der Anlage in Sprockhövel wurden neben dem Springen und der Dressur auch Preise für das faire Arbeiten verliehen.

Neben den vielen Prüfungen ist beim fairen Arbeiten eine besondere Harmonie zwischen Pferd und Reiter gefragt, wofür es einen Sonderehrenpreis gibt. Da gerade in letzter Zeit auf großen Turnieren die Dressurreiter in der Kritik für unfaires Reiten stehen, vergibt der Sprockhöveler Verein in einer Dressurprüfung der Klasse L, auf Trense geritten und der M*-Dressur diesen Titel. „Ich schaue mir an, wie das Pferd vorbereitet wird“, sagte Richterin Jastine Schneider. Die Richterin achtet bei den Reitern darauf, ob diese ihr Pferd loben, abwechslungsreich in allen Grundgangarten vorbereiten und ruhig an ein Problem herangehen. „Die Reiter sind oft vor einer Prüfung nervös, stehen unter Druck und das zeigt das Pferd“, erläuterte Schneider das Problem.

Ausbilderin gewinnt Dressurklasse

Auch Ausbilderin Alexandra Wagner vom ZRFV kennt das Problem von nervösen Reitern. „Die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter muss stimmen. Stimmt es nicht, muss an der Basis gearbeitet werden und man geht lieber einen Schritt zurück“, sagte Wagner, die in der Dressurprüfung Klasse L am Samstagnachmittag mit Sonnentanz und einer Wertnote von 7,4 gewonnen hat. Den Sonderehrenpreis findet die Reiterin des ZRFV jedoch gut.

„Es hat jeder eine Chance, auch wenn die Prüfung daneben geht“, sagte Schneider, die seit vier Jahren richtet. Das ist bei Sonja Wolf vom RSV Hattingen-Homberg passiert. Die Reiterin hat sich auf dem Abreiteplatz unauffällig und fair zu der siebenjährigen Lalina verhalten. In der Prüfung hat die Stute sich nicht gut präsentiert. „Sie hat die Strohballen und andere Dinge in der Halle interessanter gefunden“, sagte Wolf mit einem Schulterzucken nach der Prüfung. So kommt das Paar auf eine Wertnote von 4,9. Wolf wusste nichts von dem Sonderehrenpreis, über den sie sich freut. „Es ist eine große Ehre, so einen Preis entgegen nehmen zu dürfen“, sagte sie, die mit der Stute ihre erste L-Saison reitet.

Durchgefallen und doch gewonnen

„Die Reiterin hat viel gelobt, hat ihr Pferd in keiner Weise gestört, hat Schrittpausen gemacht und ist Übergänge zwischen den einzelnen Gangarten geritten“, begründet Schneider ihre Vergabe des Sonderehrenpreises für faires reiten auf dem Abreiteplatz. „So einen Preis sollte öfters vergeben werden“, sagte Wolf abschließend.

Am Wochenende haben die Reiter vom RFV Witten zudem ihre Stadtmeister gekürt. Fünf Titel wurden vergeben. Vier davon gingen an die Reiter des RFV Witten, einer an Nadine Rittweger, die zwar für den RV Gut Havkenscheid Bochum startet, ihren Wohnsitz aber in Witten hat. Sie setzte sich in der L-Dressur durch. „Bei den Stadtmeisterschaften dürfen alle starten, die in einem Wittener Reitverein Mitglied sind oder in Witten leben“, sagt Sabine Schäfer, stellvertretende Geschäftsführerin des RFV Witten.

Vier Siegerinnen vom RFV Witten

In der E-Dressur hat sich Ramona Teering mit Final Destination den Titel geschnappt. In der gleichen Springklasse, Springprüfung Klasse E hat sich Levin Süßenbach mit Duke oft Blue gegen seine Konkurrenten durchgesetzt. Auf A-Niveau hat sich Jennifer Rosaria Burgio mit Belliamo in der Dressur und Lina Klusmann mit Carasetto im Springen den Titel geholt. Alle vier Starter sind vom RFV Witten.

Ausgetragen werden die Wittener Stadtmeisterschaften seit 2015 in Kooperation mit dem ZRFV auf der Anlage der Familie Dölger. Denn die Wittener haben keine eigene Anlage, auf der sie ein Turnier ausrichten könnten. Mit den Sprockhövelern kooperieren sie, helfen unter anderem bei deren jährlichen Sommerturnier am Fronleichnam-Wochenende.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben