Fußball Stadtmeisterschaft

Geselligkeit bei Fußballturnieren sinkt in Hattingen

Zuschauer, die zur Fußball-Stadtmeisterschaft nach Hattingen gekommen sind, blieben nach dem Abpfiff der Partien in der Regel nicht lange vor Ort.

Zuschauer, die zur Fußball-Stadtmeisterschaft nach Hattingen gekommen sind, blieben nach dem Abpfiff der Partien in der Regel nicht lange vor Ort.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Hattingen.  Die Zuschauer bei Fußballturnieren in Hattingen sind weniger als in früheren Zeiten. Die Fachschaft Fußball bedauert das und hat eine Erklärung.

1211 Zuschauer sind in den vergangenen zwei Wochen zur Hattinger Stadtmeisterschaft gekommen. Am Finaltag waren es rund 200 Personen, die den Sieg der Sportfreunde Niederwenigern gegen den TuS Hattingen vor Ort mitverfolgten. Wenig im Vergleich zu Vorjahren und früheren Zeiten. Das entgeht auch der Fachschaft Fußball nicht.

„Es ist schade, dass weniger Zuschauer kommen, wobei wir in der jüngsten Vergangenheit auch wieder eine Steigerung bemerkt haben“, sagt Fachschaftsleiter Dino Carrafiello. Der Tiefpunkt war 2013, als lediglich 1075 Zuschauer das Turnier besuchten, was damals auf der Anlage des SC Oberstüter ausgetragen wurde. 2015 waren es nach den Notizen von Carrafiello rund 1200 Zuschauer, das Niveau wurde seitdem gehalten.

Sportfreunde Niederwenigern vor wenigen Zuschauern geehrt

Die Fachschaft hat den Finaltag bereits auf samstags verlegt. Als der Schiedsrichter die Finalpartie am Samstag in der Deilbach-Arena abpfiff, erhoben sich die meisten direkt und verließen die Anlage. „Warum die Zuschauer danach nicht noch bleiben, ist eine gute Frage“, sagt Carrafiello. Bei der Siegerehrung der Sportfreunde waren die Reihen gelichtet. „Der Siegermannschaft sollte mehr Respekt gezollt werden“, fordert Carrafiello.

Seine Erklärung für das abnehmende Interesse nach dem Spiel ist zum einen ein Überangebot an Spielen und Turnieren und zum anderen ein Wandel in der Gesellschaft. „Am Sonntag waren alle Spieler, außer die aus Niederwenigern, schnell weg. Am Ende waren aber auch nur noch die Älteren da, die Geselligkeit von früher kennen“, hat Carrafiello beobachtet.

Früher feierten Gegner nach Turnieren gemeinsam

Mike Schönweitz, Abteilungsleiter und Turnierleiter beim SuS Niederbonsfeld, kennt ebenfalls noch andere Zeiten. „Früher waren die Turniere wesentlich besser besucht, Vereine haben fast das Doppelte an Einnahmen gehabt“, schätzt er. 50 Helfer waren beim SuS im Einsatz, wo die Struktur eine gute Ausrichtung ermöglichte. „Nur die Busverbindung zum Platz ist schlecht, das ist ein Nachteil“, so Schönweitz.

Er selbst erinnert sich an den Beginn der 2000er-Jahre, als der SuS Niederbonsfeld viermal hintereinander die Stadtmeisterschaft gewann. „Damals war alles viel enger beieinander, das hat den Reiz ausgemacht. Der Sieg hatte bei der Stadtmeisterschaft einen ganz anderen Wert“, weiß Schönweitz, der damals unter Trainer Ernst Beyer kickte.

Historisches Finale im Jahr 1998

1998 war ebenfalls ein besonderes Jahr, der SuS verlor im Finale gegen den PSV Ennepe 10:6 nach Verlängerung, Schönweitz flog mit Rot vom Platz. „Nach dem Spiel haben wir mit beiden Mannschaften aber noch lange am Bierstand gestanden und waren danach noch bis in die Nacht in der Altstadt gemeinsam feiern.“ Die Zuschauerzahl kann aber auch der Ausrichter nicht beeinflussen. „Das Turnier beim SuS war jedenfalls top organisiert“, lobt Carrafiello.

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