Special Olympics

Hattinger Reitschüler gewinnt Gold bei Special Olympics

Der Hattinger Reiter Marvin Schräder hat bei den Special Olympics in Hamm zwei Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen. Er ritt mit Fortuna Fee die Prüfungen.

Der Hattinger Reiter Marvin Schräder hat bei den Special Olympics in Hamm zwei Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen. Er ritt mit Fortuna Fee die Prüfungen.

Foto: Reiterzentrum Worch

Hamm/Hattingen.  Marvin Schräder hat in Hamm abgeräumt und dazu noch einen zweiten Platz belegt. Dabei musste er kurzfristig auf sein Stammpferd verzichten.

Er hatte lange darauf hintrainiert und dann stand er ganz oben: Eine Gold- und eine Silbermedaille hat der Hattinger Reitschüler Marvin Schräder bei den Special Olympics NRW in Hamm gewonnen.

Der 28-Jährige ist geistig behindert und nimmt seit drei Jahren regelmäßig Reitunterricht auf Lehrpferden im Reiterzentrum Worch mit dem Ziel, an genau dieser internationalen Veranstaltung teilnehmen zu können – dazu noch im eigenen Land. Sein Wunsch sollte trotz vieler zu überwindender Hürden tatsächlich in Erfüllung gehen.

Vom Tischtennis und Inlineskaten zum Reiten

Über seine Freundin Vanessa Ruhmann, die ihn betreut, ist Schräder zum Reiten gekommen und bekam Kontakt zum Reiterzentrum in Niederbonsfeld. Vorher war er bereits im Tischtennis und beim Inlineskaten bei den Special Olympics. Nun wollte er auf dem Pferd ebenfalls dort antreten.

„Wir fanden es super und haben uns dafür entschieden, ihn finanziell zu unterstützen“, erzählt Matthias Worch aus dem Vorstand des Reiterzentrum. Voraussetzungen für die Teilnahme waren Nachweis von Trainingseinheiten sowie die Mitgliedschaft in einem gemeinnützigen Reitverein, der wiederum Mitglied im Verband Special Olympics Deutschland e.V. sein musste. Um die Anmeldung kümmerte sich Vanessa Ruhmann, die auch den Pferdetransport nach Hamm übernahm.

Pferd verletzt sich kurz vor dem Turnier

Die reiterliche Betreuung übernahm die im Reiterzentrum Worch angestellte Pferdewirtschaftsmeisterin Charline Klatt.

Die wichtigste Teilnahmevoraussetzung für den Reiter selbst war jedoch, ein für ihn geeignetes Pferd reiten zu dürfen. Diese äußerst schwierige Aufgabe musste Betriebsinhaber Philipp Worch lösen.

„Leider konnte Marvins Wunschpferd Caetano, dass in den letzten Monaten regelmäßig von ihm geritten wurde, verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden. Vertrauen fasste der Reiter ausgerechnet in die erst vor wenigen Wochen angeschaffte 12-jährige Springstute Fortuna Fee, die eigentlich als Lehrpferd für Prüfungen im A-L-Bereich angeschafft wurde und bis dato an Springprüfungen, sogar international, teilnahm.“

Springstute lässt sich auf den Reiter ein

Einen Tag vorher trainierte der Reitschüler mit der Stute, es klappte gut. Fortuna Fee ließ sich bereitwillig von seinem neuen Reiter lenken und fühlte sich unter ihm sichtlich wohl. Bei den Prüfungen in Hamm klappte es hervorragend. „Vielleicht war unser Turnierpferd am Ende ein Vorteil“, vermutet Matthias Worch.

Völlig ruhig und ausgeglichen absolvierte das Gespann den Geschicklichkeitsparcours und den Reiterwettbewerb, an denen insgesamt 77 Teilnehmer auf drei unterschiedlichen Levels und verschiedenen europäischen Ländern teilnahmen. Für das besondere Geschick gewann Schräder Gold. Bei dem Vorreiten in der Gruppe, wo etwa das Verhalten des Pferdes sowie der Sitz des Reiters bewertet werden, gab es Silber.

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