Fussball

SC Obersprockhövel bietet eine Saison mit purer Dramatik

Der Stürmer Ismael Diaby (r.) kam im Winter von der TSG Sprockhövel zurück zum SC Obersprockhövel, fand aber nie zu alter Form. Er verpasste den Aufstieg ganz knapp.

Der Stürmer Ismael Diaby (r.) kam im Winter von der TSG Sprockhövel zurück zum SC Obersprockhövel, fand aber nie zu alter Form. Er verpasste den Aufstieg ganz knapp.

Foto: Biene Hagel / Funke Foto Services

Sprockhövel.  SC Obersprockhövel hat eine verrückte Spielzeit hinter sich: Startprobleme, Trainerwechsel, Spitzenplatz, Relegation – und doch kein Aufstieg.

Wenn im Fußball ein Preis für Dramaturgie verliehen werden würde, dann hätte der SC Obersprockhövel wohl gute Karten. Zum zweiten Mal hintereinander hat er es im Saisonendspurt spannend gemacht, ist sogar bis in die Relegation vorgestoßen und dann doch gescheitert. Eine verrückte Saison liegt hinter der Schlagbaum-Elf.

Der holprige Beginn

Der SCO hätte sich einen besseren Start gewünscht, wollte mit neun Punkten aus den ersten fünf Partien ins Rennen gehen. Doch nach einer Niederlage gegen Horsthausen (1:2), einem 0:0 gegen den SV Hilbeck und einer 0:3-Pleite gegen den SuS Kaiserau stand nur ein Punkt auf dem Konto, bevor der 10:1-Sieg gegen die später zurückgezogene Hammer Spielvereinigung folgte und dann noch eine Niederlage gegen die DJK Wattenscheid (0:1).

Das neue Spielsystem

Der neue Trainer Patrick Knieps wollte anderen Fußball spielen lassen und bekam Zeit dafür. „Es sollte nur nicht so lange dauern, dass die Aufstiegsränge in die Ferne rücken“, erzählt der Sportliche Leiter Jörg Niedergethmann. Er hatte den FC Frohlinde, den SV Sodingen, und Hombrucher SV als stärkste Konkurrenten ausgemacht. Der SCO holte dann auch weitere Punkte.

Rückserie und Trainerwechsel

Ende des Jahres bahnte sich an, dass Spieler unzufrieden sind. „Es wurde zu viel ausprobiert“, sagt Niedergethmann lediglich dazu. Er hatte kein gutes Gefühl, es gab einen Knick im Team, was dann die ersten Spiele auch wieder verlor. Als es zum Jahresbeginn keine zufriedenstellenden Ergebnisse gab, zogen die SCO-Verantwortlichen die Reißleine und trennten sich von Patrick Knieps.

Da mit Robert Wasilewski der Vater des SCO-Spielers Adrian viele Spiele verfolgte, gab es zwei Gespräche, in denen schnell klar war, dass er bis Saisonende einspringt – trotz Doppelbelastung, da er die B1-Jugend der TSG Sprockhövel trainiert.

Der Sturm an die Spitze

„Das Feuer kam zurück“, kommentierte Niedergethmann den Trainerwechsel. Und die Spieler wurden von Wasilewski auch wieder dort eingesetzt, wo sie ihre Stärken haben. Entscheidend war der 2:0-Sieg gegen den Spitzenreiter FC Frohlinde, um in den Kampf um die Meisterschaft einzugreifen. Danach gewann er SCO alle seine Spiele und stand am Ende selbst auf dem ersten Platz, den er am letzten Spieltag nur noch verteidigen musste.

Stolperstein und Relegation

Aus der Vorsaison hat der SCO böse Erinnerungen an den VfL Kemminghausen, er brachte die Grünen durch ein Remis um die Aufstiegsplätze. Das Pech setzte sich fort, durch ein 1:1 rutschte der SCO doch noch auf den Relegationsplatz ab. In der Relegation gegen VfB Fichte Bielefeld glich der SCO noch zum 2:2 aus. „Wir hatten alles in eigener Hand, waren hochmotiviert. Aber nach dem Ausgleich hatten wir auch nicht das Gefühl, dass noch was geht“, blickt Niedergethmann zurück. Im Elfmeterschießen dann das Drama: die 5:6-Niederlage.

Ausblick

Das Sprichwort „Aller guten Dinge sind drei“ hörte der Sportliche Leiter nach dem Drama eine Woche lang von seiner Frau. „Es wäre ein Traum und an Träumen soll man arbeiten“, sagt Niedergethmann.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben