Fußball Oberliga

Schiedsrichter erregt Gemüter bei Pleite von Niederwenigern

Marc-Andre Gotzeina (r.) bekam in der Offensive keine Schnitte gegen Bocholts Kapitän Tim Winking.

Marc-Andre Gotzeina (r.) bekam in der Offensive keine Schnitte gegen Bocholts Kapitän Tim Winking.

Foto: Thorsten Tillmann

Hattingen.  Gegen den 1. FC Bocholt bekommen die Sportfreunde Niederwenigern nur wenige Torchancen – weil die Gegner in einem Punkt herausstechen.

Jürgen Margref hatte einen bösen Blick, als er das Spielfeld verließ. Seine Elf hat 1:4 verloren, gegen den 1. FC Bocholt, der zu den Favoriten in der Liga gehört. Die schlechte Stimmung bereitete dem Trainer aber weniger das Ergebnis, was für ihn nach dem Verlauf in Ordnung ging. Eine Aktion des Schiedsrichters vor dem vierten Gegentor wurmte Margref.

Aber der Reihe nach. Den ersten Dämpfer gab es bereits in der zweiten Minute. Die Bocholter spielten sich in den Strafraum der Sportfreunde. Dort wurde Fabian Feldmann angeschossen, von seinem Körper prallte der Ball unglücklich ins Tor. Die Wennischen liefen also schnell einem Rückstand hinterher. Zuvor hatte einer der Gäste versucht, den weit vor seinem Tor stehenden Alexander Golz per Weitschuss zu überwinden, der Ball ging allerdings über das Tor.

Golz mit waghalsigen Szenen

Als mitspielender Torwart stand Golz in der Folge ein paar mal im Fokus. Bei einem Angriff verließ er sein Tor im Strafraum, Frederick Gipper klärte dann. Später verschätzte sich Niederwenigerns Rückhalt einmal beim Rauslaufen. Der gegnerische Stürmer legte sich den Ball allerdings zu weit vor und foulte Paul Beyer, der in höchster Not zum Ball eilte. Das SFN-Tor wäre leer gewesen.

Beyer war es dann, der einen Gegner in Strafraum foulte, es gab Elfmeter. Den verwandelte Bocholts Angreifer Pascale Talarski. Alexander Golz sprang in die richtige Ecke, der Schuss ging allerdings hart und platziert links unten rein. Zuvor hatte Golz einen gefährlichen Schuss von Talarski nach einer zu kurz geklärten Ecke über die Latte gelenkt.

Bocholt steht in der Defensive sicher

Die Chancen auf Wennischer Seite waren nicht so gefährlich. Nach Standards kam der Ball oft zu nah an den Fünf-Meter-Raum, so dass ihn Bocholts Torhüter Andre Bley abfing. Max Golz und Sergej Stahl vergaben ihre Möglichkeiten in der ersten Halbzeit. In der zweiten Halbzeit waren die Chancen auf beiden Seiten Mangelware. Die Gäste verwalteten das Ergebnis und standen in der Abwehr dicht gestaffelt. So war für die Sportfreunde kaum ein Durchkommen, auch wenn sie sich bemühten und über die Flügel Flanken schlugen.

Als Gipper gegen seinen ebenfalls schnellen Gegenspieler in der 59. Minute auf der rechten Seite durchkam, war seine Flanke in die Mitte zu weit und nicht zu erreichen. Außer dem Tor, was mit der letzten Aktion per Weitschuss und fast schon aus der Verzweiflung heraus von Gipper fiel, gab es keine großen Szenen mehr vor dem Bocholter Tor. Auf der anderen Seite liefen die Gäste einige Male ins Abseits.

Ärger nach dem vierten Tor

Alexander Golz fing noch einen Lupfer ab. Nach einer Ecke war er allerdings geschlagen, als Bocholts langer Kapitän Tim Winking das Kopfballduell gegen Max Golz gewann. Das vierte Tor fiel ebenfalls per Kopf nach einer Flanke aus dem Halbfeld. Zuvor hatten die Sportfreunde gewechselt, der Schiri notierte sich den Wechsel noch, als die Bocholter weiterspielten und die Sportfreunde überraschten.

Der Unparteiische ließ das Spiel laufen. Er soll später zu Margref gesagt haben, dass es ja nur noch ein weiteres Tor war. „Für uns zählen alle Tore. Das war überhaupt nicht in Ordnung“, ärgerte sich Niederwenigerns Trainer. Er freute sich, dass seine Elf nach dem Rückstand nicht aufgab, sagte aber: „Wir haben Lehrgeld bezahlt. Wenn man gegen solche Teams solche Gegentore bekommt, kann man nicht gewinnen.“

SF Niederwenigern - 1. FC Bocholt 1:4

Tore: 0:1 (2.), 0:2 (FE/39.), 0:3 (85.), 0:4 (89.), 1:4 Frederick Gipper (90. + 1).

SFN: A. Golz, Beyer (46. Kisin), Stahl, Feldmann, Ouahaalou (89. Schnell), Köfler, N. Lümmer (74. Eckert), Gipper, F. Lümmer, Gotzeina (79. Adolphs), M. Golz.

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