Fußball

TuS Hattingen: Gutes Ende nach der Saison des Schreckens

Marius Kundrotas (rechts) wurde bei seiner schwierigen Aufgabe beim TuS Hattingen von Co-Trainer Martin Schumillas unterstützt.

Marius Kundrotas (rechts) wurde bei seiner schwierigen Aufgabe beim TuS Hattingen von Co-Trainer Martin Schumillas unterstützt.

Foto: Foto: Fischer / Funke Foto Services GmbH

Hattingen.   Der TuS Hattingen ist mit großen Ambitionen gestartet. Doch dann stürzen die Rot-Weißen ab. Mit Marius Kundrotas gelingt die Rettung.

Die in den vergangenen Jahren so erfolgreiche erste Mannschaft des TuS Hattigen, die den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte und sich dort mit erfrischendem Offensiv-Fußball etablierte hatte, befand sich im November 2018 in einem tiefen Loch. Der letzte Sieg lag lange zurück, und nach dem 0:8 gegen Wanne 11 beschloss Trainer Seung-Man Hong seine Trainerposition zu räumen, um noch einmal einen neuen Impuls zu geben.

Verunsicherte Mannschaft

Marius Kundrotas übernahm, zunächst übergangsweise, später dann endgültig. „Ich habe eine extrem verunsicherte Mannschaft vorgefunden“, sagt Kundrotas, der an seiner Seite Martin Schumillas als Co-Trainer installierte. Alleine hätte er diese Aufgabe nicht übernommen, so der Coach des TuS Hattingen. Marius Kundrotas, der also seine zweite Amtszeit beim TuS begann, zwischenzeitlich den SV Herbede und den FSV Gevelsberg trainierte, wollte und musste einiges ändern. Das Team war in alten Muster festgefahren und kam da von alleine nicht mehr heraus. „Zuerst habe ich das Leistungsprinzip an die erste Stelle gerückt. Damit hatten einige Spieler zunächst ganz schöne Probleme“, so Kundrotas.

Defensive wird stabilisiert

In den nächsten Schritten änderte Marrius Kundrotas die taktische Herangehensweise, setzte auf eine verbesserte defensive Stabilität. „In der Vergangenheit hat das Team viel zu viele Kontertore zugelassen“, erklärt der TuS-Coach. Genau an all diesen Punkten arbeitete die Mannschaft mit dem Trainerteam in der Winterpause.

Wende im Spiel gegen Wanne

Mit neuem Mut und frischem Selbstvertrauen startete der TuS in die Rückrunde, doch trotz all der harten Arbeit blieben die Ergebnisse aus. Zum Auftakt gab es nur ein 1:1 gegen Adler Riemke, danach folgten ein 0:3 gegen Schwarz-Weiß Wattenscheid und ein 1:2 gegen den TuS Harpen. Erste leise Zweifel kamen auf, doch mit dem 6:2-Erfolg gegen die Sportfreunde Wanne-Eickel verschwanden sie auch schnell wieder. „Die Freude war endlich zurück“, so Kundrotas.

Viele Spieler werden besser

Nach diesem Schlüsselerlebnis in Wanne-Eickel ging es meist bergauf, und selbst einzelne Rückschläge wurden weggesteckt. „Viele Spieler haben sich in der Rückrunde individuell noch einmal verbessert: Kewin Bilgen, Lars Rösner, Connor Ost und Sertac Dogan haben gewaltige Schritte gemacht, aber auch alle anderen Spieler haben an sich gearbeitet“, erklärt der Trainer. Belohnung für die harte Arbeit war der vorzeitige Klassenerhalt am vorletzten Spieltag. Am Ende holte der TuS sogar einen Punkt mehr als in der Vorsaison, trotz der so schlechten Hinrunde.

Verein setzt auf die Jugend

„Darauf können wir auch ein bisschen stolz sein, immerhin haben wir einen sehr kleinen Etat“, sagt der Coach. „Das wollen und müssen wir langfristig verbessern, dazu ist es notwendig, dass der Vorstand erweitert wird.“ In der Zukunft will der Verein verstärkt auf die eigens ausgebildete Jugend setzen. Potential haben viele Spieler aus den Jugendteams und auch der zweiten Mannschaft, so Kundrotas. Vorteil sei sicher auch, dass viele der Jugendtrainer in der ersten oder zweiten Mannschaft des Vereins spielen, so Kundrotas.

Baum kommt aus Welper

Ein wenig Erfahrung haben die Rot-Weißen für die neue Saison aber auch hinzugeholt. Michael Baum wechselt von der SG Welper an den Wildhagen, wo der 38-jährige als spielender Co-Trainer fungieren soll. Außerdem wird Martynas Kundrotas, Bruder von Coach Marius und langjähriger Spieler des TuS’, reaktiviert. „Wir werden von der Erfahrung von Michael Baum enorm profitieren“, sagt Marius Kundrotas. „Es ist wichtig, dass wir das Trainerteam erweitern. Die Mischung zwischen jung und alt in der Mannschaft stimmt jetzt.“

Wasserloos wird fehlen

In der Saison 2019/2020 muss der TuS aber auf Torjäger Tim Wasserloos verzichten, denn der spielt bald in der Westfalenliga für Concordia Wiemelhausen. „Es freut mich für ihn, und wir wünschen ihm alles Gute. Es spricht ja auch für die Arbeit des Vereins, dass er bald zwei Ligen höher spielt.“ Seine 22 Tore, die er zum Klassenerhalt beitrug, werden allerdings fehlen. Da sind nun seine ehemaligen Mitspieler gefragt, diese Lücke zu schließen.

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