Uni-Europameisterschaft

Was Fußballer von der Uni-EM in ihre Vereine mitnehmen

Tom Sindermann ist mit der Rub11 bei der Hochschul-Europameisterschaft im Einsatz gewesen.

Tom Sindermann ist mit der Rub11 bei der Hochschul-Europameisterschaft im Einsatz gewesen.

Foto: Biene Hagel / Funke Foto Services

Madrid.  Zwei Spieler der TSG Sprockhövel und einer aus Niederwenigern waren mit der Ru11 am Ball. Sie wurden zwar nur Sechster, haben aber viel gelernt.

Als sie am Ende nur als Sechster des Turniers den Platz verließen, waren sie schon geknickt. Sie hatten sich mehr ausgerechnet, die Kicker der Rub11 von der Ruhr-Universität Bochum. Bei der Uni-Europameisterschaft waren auch Tom Sindermann und Luca Hauswerth von der TSG Sprockhövel am Ball, sowie Sergej Stahl von den Sportfreunden Niederwenigern. Und sie gingen längst nicht nur als Verlierer vom Platz.

Für die Hochschul-EM qualifizieren sich Teams, die im nationalen Vergleich die Liga gewinnen oder wie in Deutschland zumindest im Finale stehen. Die Rub11 wurde dieses Jahr Zweiter in Deutschland. So ging es zehn Tage lang nach Spanien, bei heißen Temperaturen wurden die Titelkämpfe in vier Gruppen mit anschließender Endrunde ausgetragen. „Es war schon brutal bei dem heißen Wetter zu spielen“, sagt Tom Sindermann im Nachhinein, daran mussten sich alle gewöhnen.

Rub11 zählt im Vorfeld zu den Favoriten

Gegner in der Vorrunde waren Unis aus Rumänien (1:1), Portugal (3:1), Polen (6:2) und der Türkei (1:2). Gegen die Rumänen hatten sich die Bochumer Studenten mehr ausgerechnet, gegen die Türkei ebenfalls. „Von unserer Qualität zählten wir eigentlich zum Kreis der Favoriten“, sagte Sergej Stahl. So wie er und die beiden TSG-Akteure spielen die meisten Rub11-Fußballer in der Oberliga, vereinzelt tiefer, dann gibt es aber oft Erfahrung aus höheren Ligen. „Es gibt eigentlich keine Ligahöhe. Jeder, der gut spielen kann, kann sich der Rub11 anschließen“, sagt Sindermann. Im Grundkurs Fußball finden sich die Spieler für das Team zusammen.

In der Endrunde standen die Bochumer dem Karlsruher Institut für Technologie gegenüber und gewannen 1:0, so dass sie das Spiel um den fünften Platz bestritten. Dieses verloren sie gegen die Franzosen von der University of Orleans mit 4:5 nach Elfmeterschießen (2:2 nach 90 Minuten). „Der sechste Platz ist schon ein bisschen enttäuschend, mit der Truppe hätten wir mehr erreichen können. Im entscheidenden letzten Gruppenspiel haben wir ein paar doofe Fehler gemacht“, sagte Sindermann.

Angenehme Atmosphäre ohne Leistungsdruck

Generell freuen sich die Jungs aber, bei der Rub11 dabei zu sein. „Man muss sich unter den Studienkollegen nicht beweisen, man ist für zehn Tage ein Team. Man kann die Zeit sehr befreit angehen, bevor danach in der Liga wieder der wöchentliche Leistungsdruck auf uns lastet“, beschreibt Sindermann die Atmosphäre. Er nimmt für sich und für den Verein etwas mit, mit Blick auf Vorbereitung auf Spiele.

Das resultiert aus der Erfahrung, die ihre Studienkollegen mitbringen und was sie im Training beim Turnier eingebracht haben. „Es gibt einige Spieler, die schon Ende 20 sind und einfach über unglaublich viel Spielerfahrung verfügen, aus der Regionalliga oder sogar höher“, sagt er. Mit Johannes Focher steht ein Torwart in der Uni-Mannschaft, der in der Saison 2011/12 als dritter Torwart zum Kader von Borussia Dortmund gehörte und unter Jürgen Klopp Deutscher Meister wurde.

Gesunde Ernährung und Belastungssteuerung

Lernen konnte er auch, wie er sich für ein Spiel richtig ernährt. Das haben Fußballer der Rub11 zum Teil mehrere Jahre professioneller gemacht. „Manche Spieler kennen es gar nicht, wenn sie in der Oberliga spielen. Solche Sachen kann man sich rauspicken und im Verein weitergeben“, so Sindermann.

Bei den Spielen der Rub11 hatten die Studenten einen GPS-Tracker und Pulsgurt um und konnten sich so im Nachhinein über eine App Laufdaten und die Herzfrequenz ansehen. „Wir wurden so im Zuge des Sportstudiums, was die meisten von uns machen, trainingswissenschaftlich betreut“, sagt Sindermann hinsichtlich der Belastungssteuerung, was im Verein wohl weniger möglich sein wird.

Kommunikation auf fremder Sprache

Für Sergej Stahl, der mit seiner Einsatzzeit zufrieden ist, war es interessant, sich in den Spielen auf einer fremden Sprache zu unterhalten. Auf Englisch, was die Schiedsrichter jedoch nicht gut beherrschten. „Ich habe als Rechtsverteidiger auf einer ungewohnten Position gespielt, aber durch die Kollegen wurde es im Laufe des Turniers leichter. Wir sind zu einem richtigen Team gewachsen“, so Stahl.

Das gemeinsame Training war im Vorfeld der Uni-EM kaum möglich, da jeder in seinem Verein spielt. Stahl freut sich nun auf die Oberliga-Saison – dann aber wieder als Innenverteidiger auf dem Feld.

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