Stiftung

Was Gerald Asamoah den Minis der DJK Märkisch Hattingen rät

Die Mini-Kicker von der DJK Märkisch Hattingen haben Gerald Asamoah getroffen. Seine Stiftung setzt sich für herzkranke Kinder ein.

Die Mini-Kicker von der DJK Märkisch Hattingen haben Gerald Asamoah getroffen. Seine Stiftung setzt sich für herzkranke Kinder ein.

Foto: DJK Märkisch Hattingen

Gelsenkirchen/Hattingen.  Die jüngsten Nachwuchskicker der DJK Märkisch Hattingen haben den Ex-Fußballprofi in Schalke getroffen. Anlass war eine karitative Aktion.

Ein bisschen aufgeregt waren sie schon, als sie das Schalker Trainingsgelände betreten haben. Alles so groß und weitläufig. Als sie den ersten Platz sahen, wollten die Mini-Kicker der DJK Märkisch gleich losstürmen und Fußball spielen. Sie waren in Gelsenkirchen mit dem Gründer der Gerald Asamoah Stiftung verabredet, die sich für herzkranke Kinder einsetzt. Der Ex-Profi ließ sich dabei blicken und wurde überrascht.

Aber der Reihe nach. Oktober 2018. Die DJK Märkisch suchte einen Sponsor für einen Trikotsatz, ohne Werbung auf der Brust. Auf die Idee kam Trainer Markus Sommerey, er wollte bewusst Platz für etwas Besonderes lassen. „Es war gar nicht so einfach jemanden zu finden, der sich selbst nicht auf dem Trikot präsentieren wollte“, erzählt er. Doch dann spendete jemand. Die Kinder selbst wünschten sich, dass die Brust nicht unbedruckt bleibt. „Bei den Profis steht ja auch etwas drauf, wussten sie“, erinnert sich Sommerey.

Aufdruck sollte mit besonderer Aktion verbunden sein

Er ist Sozialwissenschaftler und Pädagoge und daher an Aktionen interessiert, hinter denen ein Sinn steckt. Vor vier Jahren trainierte er bei Märkisch eine Mannschaft, in der ein herzkrankes Kind mitspielte. Es ist operiert und geheilt worden. Daher kam dem Trainer die Idee, etwas für herzkranke Kinder zu tun. „Als ich recherchierte kam ich schnell auf die Gerald-Asamoah-Stiftung“, erzählt Sommerey. Die Stiftung stimmte einem Aufdruck zu. „Die Bedingung war allerdings, dass es nicht so aussehen sollte, als ob die Stiftung uns bezahlt. Das darf sie nämlich nicht“, erklärt der Hattinger.

Die Mannschaft bekam auch kein Geld. Sie fügte den Schriftzug „Wir machen uns stark für die“ hinzu, um auf die dann folgende Stiftung aufmerksam zu machen. Die Trikots wurden bestellt, beflockt und seit Februar sind die Minis bei vielen Spielen und Turnieren in Hattingen und Umgebung damit aufgelaufen. „Wir sind oft angesprochen worden, was es ist. Genau das habe ich bezweckt“, so Sommerey, den viele Fragen aufgrund des knallig roten Herzens auf dem gelben Untergrund erreichten. Die Stiftung sagte ein Treffen mit ihrem Namensgeber zu, was aufgrund der beruflichen Verpflichtungen von Asamoah beim FC Schalke gar nicht so einfach zu arrangieren war.

Hausaufgaben vor der Begegnung mit Ex-Nationalspieler

Nun kam es dazu. Damit die Sechsjährigen auch wissen, wem sie begegnen, gab der Trainer ihnen Hausaufgaben. „Sie sollten schauen, wie viele Tore und Spiele er gemacht hat“, verrät Sommerey. Denn die aktive Zeit vom Ex-Nationalspieler haben sie nicht erlebt. Das nahmen die Kinder ernst und fuhren so nicht unvorbereitet nach Schalke. Dort gab Asamoah ihnen allen ein Getränk aus und fragte sie, auf welcher Position sie spielen. „Es war ein ganz nettes Miteinander, man merkte, dass er selbst Kinder hat“, sagt Sommerey.

Die Mannschaft schenkte ihm dann ein Märkisch-Trikot mit dem Aufdruck seiner Stiftung und der Rückennummer 14, die er früher auch bei Schalke trug. „Weil unser Trikot so gelb ist, drehte Gerald Asamoah es direkt um und überprüfte, was hinten drauf stand. Dann zog er es über“, erzählt der Trainer lachend. Er hatte vorher gebeten, dass niemand mit einem Dortmund-Trikot kommt. Der Ex-Profi war erleichtert und kam mit den Kleinen ins Gespräch und fragte sie, ob sie wissen, was der Trikotaufdruck bedeutet. Darüber hatte die Mannschaft im Vorfeld gesprochen. „Sie wussten, dass Sport gefährlich sein kann, wenn das Herz nicht in Ordnung ist“, erzählt Sommerey.

Kinder besiegen Asamoah im Achtmeterschießen

Danach bekam der DJK-Nachwuchs noch Tipps von Asamoah. Er riet ihnen, so lange wie möglich bei ihrem „Dorfverein“ zu spielen, gemeinsam mit den Freunden. Keiner solle zu früh einen Schritt in die professionelle Richtung gehen. „Lasst euch nicht verrückt machen, entspannt euch und habt Spaß“, riet er ihnen. Dann trat er gegen alle im Achtmeterschießen an, was die Kicker gewannen – und schon war ihre Nervosität verflogen.

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