Sportstätten-Förderung

2,1 Millionen Euro: NRW-Geldspritze für Herner Sportanlagen

Auch örtliche Tennisanlagen sind in die Jahre gekommen und müssten modernisiert werden.

Auch örtliche Tennisanlagen sind in die Jahre gekommen und müssten modernisiert werden.

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services

Herne.  Das Antrags-Portal des LSB zum Fördermittel-Programm „Moderne Sportstätte 2022“ ist geöffnet. SSB spricht Empfehlungen aus. CDU nimmt Stellung.

Bekannt ist es seit mehr als einem Jahr, dass Sportvereine landesweit eine Finanzspritze verpasst bekommen, die mit insgesamt 300 Millionen Euro aufgezogen ist. Über einen Anteil von 2,1 Millionen Euro dürfen dabei Hernes Sportvereine verfügen. Seit dem 1. Oktober nun ist das Förderportal zum Programm „Moderne Sportstätte 2022“ beim Landessportbund (LSB) geöffnet. Anträge können dort gestellt werden.

Die Vorlauf-Monate dienten dazu, mögliche Vorhaben in Reihen der örtlichen Vereine zu sammeln, Wünsche zu bewerten und sich Orientierung zu verschaffen. Zwischenergebnis: In Herne interessieren sich laut Stadtsportbund bis dato 18 Vereine für Fördermittel aus diesem Topf. Das zur Verfügung stehende Geld reicht jedoch offenbar schon jetzt nicht für sämtliche Vorhaben.

„Wir bekommen das Fünffache unserer Sportpauschale, deshalb 2,1 Millionen“, erklärt Frank Stieglitz, im SSB Koordinator für das Sportstätten-Programm. „Diese Summe ist bereits jetzt überzeichnet.“ Dieser Umstand soll jedoch keinen Verein davon abhalten, sich ebenfalls für Fördermittel stark zu machen, auch wenn dies bislang noch nicht kundgetan wurde. „Es ist noch nicht kritisch“, sieht auch SSB-Chef Hans-Peter Karpinski die Lage relativ entspannt und weiß aus der Nachbarschaft zu berichten: „In Essen zum Beispiel ist die Summe jetzt schon zwei- bis dreifach überzeichnet.“

Der Bedarf an Sanierung ist groß

Der Bedarf an Sanierung und Modernisierung von Sportstätten ist also groß. Stieglitz: „Man hätte schon die letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahre mehr machen müssen. Aber jetzt sind wir alle froh, dass endlich Geld zur Verfügung steht und die Vereine so ein bisschen Unterstützung bekommen.“

Es sind inzwischen deutlich mehr Vereine geworden, die an den Mitteln partizipieren dürfen, als ursprünglich angedacht. „Mit dem ersten Aufschlag im August 2018 hieß es noch, nur Vereine mit eigenen Anlagen werden berücksichtigt“, erinnert sich Karpinski. Der Aufschrei daraufhin sei groß gewesen, die Förderung würde so zu Golf- und Tennisvereinunterstützung verkommen. „Doch die Staatskanzlei hat da schnell reagiert und die Förderung erweitert auf langfristig angemietete Anlagen.“

Kriterien für eine gerechte Verteilung müssen entwickelt werden

Welche Herner Vereine nun wofür genau Mittel ins Auge fassen, das möchte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Detail kommunizieren, so Stieglitz und Karpinski. Zu viele Steine müssen vom örtlichen SSB noch aus dem Weg geschafft werden, der letztlich zu jedem Antrag eine Empfehlung gegenüber der Staatskanzlei aussprechen muss. Entsprechend müssen Kriterien entwickelt werden, um auch ganz unterschiedliche Ambitionen vergleichbar machen zu können.

„Es ist ja zum Beispiel ein Unterschied, ob ich einen Zaun herrichten möchte, um ihn gefahrlos mit einem Rollstuhl passieren zu können, oder weil er einfach nur marode ist“, erklärt Hans-Peter Karpinski. „Manch einer will die Drainage auf seinem Platz erneuern, damit dieser nicht absäuft, andere wollen ihre Wasserversorgung von den Stadtwerken abkoppeln und sich allein am Regenwasser bedienen.“ Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Förderkriterium.

Arbeitskreis zur Abstimmung der Mittelverteilung

Probleme entdeckt Karpinski derweil auf der Zeitachse. Denn es soll laut Fördergeber ausdrücklich nicht nach dem Windhundprinzip verfahren werden, also: wer zuerst kommt, mahlt zuerst. „Aber wie lange sollen wir warten um zu entscheiden?“, fragt man sich beim SSB. Zur breiten Abstimmung der Mittelverteilung sei ein Arbeitskreis gebildet worden - aus SSB, Verwaltung und Politik.

Stellungnahme der CDU

Der Formulierung „aus SSB, Verwaltung und Politik“ widerspricht allerdings die CDU. Der Sprecher der CDU-Fraktion im Sportausschuss, Horst Severin, erklärt: „Der gegründete Arbeitskreis besteht aus Mitgliedern des SSB, der Verwaltung und dem Vorsitzenden des Sportausschusses. Dieser ist zur Neutralität verpflichtet und eben nicht als Vertreter seiner Fraktion Teil dieser Gruppe.“

Die CDU-Fraktion stellt klar, dass somit die Kommunalpolitik nicht daran beteiligt sei, Fördermittel aus Düsseldorf an die Antragsteller aus Herne zu verteilen. Severin: „Hier sind der SSB und die Verwaltung die Entscheidungsträger, denen wir eine glückliche Hand bei der Auswahl wünschen.“ Durch das Programm „Moderne Sportstätte 2022“ erhalten die Sportvereine in Nordrhein-Westfalen insgesamt 300 Millionen Euro an Fördergeldern – auf Herne entfallen dabei, wie berichtet, 2,1 Millionen Euro.

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