Eishockey Oberliga

Achtung, Herne! HEV-Gegner ärgern gern die Favoriten

Er wird fehlen: Anthony Calabrese (re.) ist Hernes Top-Scorer – am Wochenende muss der Spitzenreiter aber auf ihn verzichten. Die Verteidigerposition ist dünn besetzt.

Er wird fehlen: Anthony Calabrese (re.) ist Hernes Top-Scorer – am Wochenende muss der Spitzenreiter aber auf ihn verzichten. Die Verteidigerposition ist dünn besetzt.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Auf dem Papier machbare Gegner für den Herner EV: Freitag nach Hamburg, Sonntag kommt Krefeld zum Spitzenreiter, dem der wichtigste Mann fehlt.

In der Oberliga Nord sind nach dem dritten Wochenende nur noch zwei Mannschaften ohne Punktverlust. Außer dem Herner EV als Spitzenreiter haben lediglich die Hannover Scorpions eine weiße Weste. Für die Gysenberger geht es diesem Freitag zu den Crocodiles Hamburg (20 Uhr), am Sonntag um 18.30 Uhr kommt die Krefelder U23 in die Hannibal-Arena. Auch wenn der aktuelle Tabellenstand und die bisherigen Erfolge dazu verleiten könnten – von oben auf die Konkurrenz herabzublicken, könnte in einer ausgeglichenen Liga wie dieser fatale Folgen haben.

Obwohl die beiden nächsten Gegner mit der Vergabe der Spitzenplätze am Ende nichts zu tun haben dürften, konnten sie im bisherigen Saisonverlauf bereits beweisen, dass sie durchaus in der Lage sind, die vermeintlichen Favoriten zu ärgern.

Planinsolvenz tat dem Hamburger Kader nicht gut

Mit einem ihrer zwei Saisonsiege schossen beispielsweise die Crocodiles am letzten Freitag die Icefighters Leipzig von der Tabellenspitze, hatten in den ersten Wochen allerdings immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Wichtige Akteure wie André Gerartz, US-Import Chad Staley, Daniel Lupzig, Jordan Draper und Torwart Kai Kristian fielen aus.

Auch die Planinsolvenz im Vorjahr, die den Hansestädtern die Teilnahme an den Playoffs kostete, ging zu Lasten der Qualität.

Albrecht: „Hamburg hat eine gute Mannschaft zusammen“

Der langjährige Topscorer Brad McGowan spielt nach einem kurzen Abstecher in die DEL2 mittlerweile in Italien, Ex-Nationalspieler Christoph Schubert musste seine Karriere verletzungsbedingt beenden. Beste Scorer der Norddeutschen sind bisher der ehemalige Essener Dominik Lascheit und der Ex-Herner Thomas Zuravlev.

HEV-Trainer Danny Albrecht erwartet eine schwere Aufgabe im Eisland Farmsen: „Hamburg hat eine gute Mannschaft zusammen, mit der man auf jeden Fall rechnen muss. Sie waren in den letzten Wochen etwas von Verletzungen gebeutelt, aber so langsam ist der Kader wieder fast komplett. Wir müssen von Beginn an hochkonzentriert sein.“

Hamburger waren bisher in keinem Spiel klar unterlegen

Gleiches gilt für die Heimpartie gegen Krefeld. Den Seidenstädtern mag es im Vergleich zur Konkurrenz an Erfahrung fehlen, doch das gleichen sie mit ihrer großen Lauf- und Kampfbereitschaft aus.

Zwar steht erst ein Sieg in Hamburg auf dem Konto des Oberliga-Quereinsteigers, aber kein Spiel wurde mit mehr als zwei Toren Differenz verloren. Ein halbes Dutzend Krefelder spielte bereits mit einer Förderlizenz für den HEV, im Tor gibt der erfahrene Sebastian Staudt der jungen Truppe von Trainer Elmar Schmitz Rückhalt.

Herne kennt Krefeld noch aus der Vorbereitung

Die Herner 1:5-Niederlage gegen den KEV beim Viererturnier am Gysenberg sollte dem aktuellen Tabellenführer Warnung genug sein. „Wir müssen auch gegen Krefeld von Beginn an mit der richtigen Einstellung agieren. Wir haben in der Vorbereitung gesehen, wie schwierig es ist, diese junge, laufstarke und sehr gut gecoachte Mannschaft zu bespielen“, sagt Danny Albrecht.

Dem fehlt am Wochenende nach Artjom Alexandrov und Julius Bauermeister verletzungsbedingt mit Anthony Calabrese auch sein bisher erfolgreichster Scorer.

Da sich der Einsatz von Tobias Schmitz erst am Freitagmorgen entscheidet, stehen dem HEV-Coach also im ungünstigsten Fall in Hamburg nur vier gelernte Verteidiger zur Verfügung.

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