Fussball - Westfalenliga

Das Warten ist beendet für SV Sodingen und Veselko Jovanovic

Mittendrin: Veselko Jovanovic (M.) bei der Party nach dem Gewinn der Meisterschaft.

Mittendrin: Veselko Jovanovic (M.) bei der Party nach dem Gewinn der Meisterschaft.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Nach zwölf Jahren hat der SV Sodingen die Rückkehr auf Verbandsebene geschafft. Ein Rückblick mit dem Ehrenvorsitzenden Veselko Jovanovic.

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Natürlich, es geht wie jedes Jahr um diese Zeit beim mittäglichen Treffen darum, den bevorstehenden Cranger-Kirmes-Cup anzukündigen. Dr. Veselko Jovanovic, der Ehrenvorsitzende des SV Sodingen, spricht die einleitenden Worte für die Vorschau auf dieses Turnier, das am 18. Juli beginnt: „Das Turnier hat einen besonderen Stellenwert im Ruhrpott und ist ein Aushängeschild für Herne.“ Aber in diesem Jahr lohnt der Blick zurück ganz besonders.

Der SV Sodingen hat Ende Mai den Aufstieg gefeiert. Mittendrin im Getümmel der Grünhemdenträger: Veselko Jovanovic, der im schicken Anzug mit durchs Glück-Auf-Stadion tanzte. Ein Moment auf den der Verein, und vorneweg der Ehrenvorsitzende und Gönner, lange gewartet hatte.

2012 half auch die Brechstange nicht

Zwölf Jahre sind es nun mittlerweile, in denen der SV Sodingen nach dem Abstieg zum Saisonende 2006/2007 aus der Verbandsliga in der Landesliga gekickt hat.

Mehrere Anläufe hat der SVS seitdem zur Rückkehr unternommen, darunter war auch der für 2012, im Jahr des 100-jährigen Vereinsjubiläums: „Da wollten wir mit der Brechstange den Aufstieg“, erinnert sich Jovanovic. Siebter wurden die Sodinger vor sieben Jahren.

Kopfschütteln mit Blick auf 2017

Auch mit feinerem Gerät wollte in späteren Spielzeiten die Rückkehr in die Verbands-, jetzt: Westfalenliga nicht gelingen, und über das Saisonende 2017 kann Jovanovic, wie viele seiner Vereinskollegen, noch im Rückblick sacht den Kopf schütteln.

Zweiter sind die Sodinger da geworden, aber ausgerechnet in jedem Jahr eröffnete sich dem Zweiten keine Aufstiegschance, nicht direkt, nicht durch die Relegation.

„Mannschaft war für den Aufstieg überreif“

Nicht der lange Weg des SV Sodingen zur Rückkehr auf Verbandsebene allein lässt Jovanovic sagen: „Die Mannschaft war für den Aufstieg jetzt überreif.“ Denn es seien Spieler dabei gewesen, „die haben seit sieben, acht oder schon neun Jahren zusammen hier gespielt.“ Trotzdem ist der Schnitt nach dieser Saison erfolgt, er war schon lange vor dem Saisonfinale auf den Weg gebracht worden: „Wir haben unser Ziel erreicht, jetzt haben wir viele neue und vor allem junge Spieler geholt. Ich sage erst mal: wir haben nur die Pflicht, nicht abzusteigen.“

Entspannte Stimmung beim Aufsteiger

Auf die neue Saison freut sich Jovanovic sichtlich, er ist auch regelmäßig bei Trainingseinheiten am Platz. „Meistens unangekündigt“, sagt Stefan Gosing, Sportlicher Leiter der Sodinger und grinst kurz: „Wir können nichts schleifen lassen.“

Entspannte Stimmung beim Aufsteiger. Im ersten Halbjahr aber hatte es noch lange danach ausgesehen, als sei der nächste Anlauf Richtung Aufstieg frühzeitig gestoppt, als müssten sich die Grün-Weißen auf mindestens ein weiteres Jahr Wartezeit auf den Titel abfinden. Jovanovic: „In der Rückrunde hätte man eine Zeit lang keinen Euro auf den SVS wetten können.“

Den Ball flach gehalten und an die Mannschaft geglaubt

Aber dem Pokalaus beim SV Wanne 11 und wenig erfolgreichen Spielen, so der Ehrenvorsitzende, sei man absichtlich mit Geduld begegnet: „Wir haben den Ball flach gehalten und immer an die Mannschaft geglaubt.“ Auch an Timo Erkenberg, den Trainer, der beim SVS im Herbst vom Co-Trainerposten aus den Cheftrainerjob von Thomas Gerner bekommen hatte.

Zuvor, so Jovanovic, habe man es immer mit erfahreneren und namhaften Trainern versucht, diesmal aber ein Zeichen mit einer frühzeitigen Vertragsverlängerung für Erkenberg setzen wollen: „Ein so junger Trainer war bei uns eine Novität. Aber es ging auf.“

Mit ganz langem Atem das Meisterstück gemacht

Am letzten Spieltag, mit dem 3:1 über den SSV Mühlhausen-Uelzen, hat der SV Sodingen sein Meisterstück gemacht. Nicht mit der Brechstange, sondern mit ganz langem Atem die zwischenzeitlich zehn Punkte Rückstand auf den Spitzenplatz aufgeholt und den Titel gewonnen. Der Rest war ein Siegertanz.

Einfach nur Freude

Was Jovanovic – Ehrenvorsitzender, Sponsor und seit insgesamt 32 Jahren im Verein – durch den Kopf ging, als es entschieden war? „In so einem Moment denkt man nicht nach. Da war einfach nur Freude.“ Und jetzt, einige Zeit danach, vor allem der Dank an die Sportliche Leitung/Trainer, die Mannschaft und den Vorstand: „Ich freue mich, wenn ich aus der zweiten Reihe helfen kann.“

In guter Erinnerung wird der Tag auf alle Fälle bleiben, bei der Schaumweindusche blieb auch Dr. Jovanovics Anzug nicht verschont. Ob der schon wieder sauber ist? „Noch nicht“, grinst der Ehrenvorsitzende des SVS entspannt – der Meister-Moment war den ein oder anderen Schaumweinfleck auf dem Anzug bestimmt allemal wert.

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