Fußball

Der SC Constantin zieht in der Kreisliga A die Notbremse

Den Wiescherberg muss vorerst kein A-Ligist mehr fürchten. Im Bild überragt SC-Torschützenkönig Daniel Rak Anil Yildiz im Derby gegen Meister SG Herne 70. Endstand: 3:1 für Constantin.

Den Wiescherberg muss vorerst kein A-Ligist mehr fürchten. Im Bild überragt SC-Torschützenkönig Daniel Rak Anil Yildiz im Derby gegen Meister SG Herne 70. Endstand: 3:1 für Constantin.

Foto: Klaus Pollkläsener

Der SCC-Vorstand meldet mangels Spielern die erste Mannschaft für die Kreisliga B. Auch Fortuna und überraschend „gerettete“ Arminia unter Druck.

Schon weit vor dem Saisonende waren Entscheidungen über Ab- und dann auch Aufstieg in der Fußball-Kreisliga A gefallen. Die neue Liga-Konstellation nahm damit früh Konturen an - dachte man. Tatsächlich existieren noch immer Fragezeichen. Klar ist inzwischen schon einmal: Der SC Constantin hat seinen Rückzug angekündigt und gilt damit als erster Absteiger 2019. Klar ist auch: Der TSK Herne ist dreimal nicht angetreten und steht damit als zweiter Absteiger 2019 fest.

Der Tabellenletzte Arminia Holsterhausen wäre damit plötzlich für ein weiteres A-Liga-Jahr berechtigt. Die Freude darüber hält sich am Horststadion allerdings in Grenzen. Für die Arminia hieß es doch 30 Spieltage lang im Prinzip nur: durchhalten und auf die B-Liga vorbereiten. Drei Punkte und 12:249 Tore konnte Holsterhausen in der abgelaufenen Spielzeit für sich verbuchen. Nun also noch einmal A-Liga? Eher unwahrscheinlich. „In Holsterhausen und bei Fortuna überlegt man noch“, so Kreis-Vorsitzender Reinhold Spohn zum aktuellen Stand der Dinge. „Eine Entscheidung über einen Rückzug liegt jedoch noch nicht vor.“

Fortuna Herne rechnet mit Welle von Spieler-Abmeldungen

Fortuna? Ja, auch die Herner Fortuna geht ernsthaft mit dem Gedanken schwanger, ihr A-Liga-Team abzumelden. Trainer Maik Stocker hatte seinen Abschied in Richtung Suderwich bereits verkündet. Jetzt tun ihm die Spieler dieses wohl gleich. „So wie die Gespräche bislang gelaufen sind, ist wohl eine Welle von Abmeldungen zu erwarten“, schätzt jedenfalls Manfred Judel, der neue Vorsitzende der Fortuna. Noch wolle man die Hoffnung nicht ganz aufgeben und hat sich für Mitte Juni die Deadline gelegt. „Dann wollen wir den Kreis informieren“, so Judel. „Es ist noch offen. Aber es sieht schon sehr negativ aus.“

Wie auch immer man sich in Holsterhausen und in Horsthausen noch in den nächsten Tagen entscheiden wird, die Entscheidung wirkt sich in jedem Fall auf die neue Saison aus, nicht mehr auf die alte. „Sollte sich noch eine Mannschaft zurückziehen, dann steht diese als Absteiger der kommenden Saison fest“, erklärt Reinhold Spohn. Der Platz werde also nicht etwa durch einen weiteren Aufsteiger aufgefüllt. Somit könnte die Kreisliga A durchaus wahrscheinlich mit nur 15 Mannschaften an den Start gehen, oder auch nur mit 14 Mannschaften.

Dirk Bosel: Eine der schwersten Entscheidungen, die ich je treffen musste

Nicht mehr mit dabei im Kreis-Oberhaus ist auf jeden Fall ab sofort der SC Constantin, der sich direkt nach dem letzten Saisonspiel festgelegt hatte. „Wir haben noch 17 Mann im Kader, davon einige mit Schichtdienst. Das wäre Harakiri gewesen“, so SC-Geschäftsführer Dirk Bosel. Und Neue auf den Asche-Berg zu lotsen, das schlug bislang fehl. Die Mannschaft eventuell mit Leuten aus der Zweiten aufzufüllen und sich so nach dem Vorbild der Arminia durch eine dann voraussichtlich letzte A-Liga-Saison zu quälen, das war nach Ansicht der Constantiner Verantwortlichen schließlich die schlechtere Alternative. Die Entscheidung war damit gefallen, wenn auch wahrlich nicht leicht. „Das war eine der schwerste Entscheidungen, die ich je treffen musste“, gestand Dirk Bosel.

Die 17 verbliebenen Connies bleiben dem SCC immerhin auch nach dem Rückzug erhalten. Auch Trainer Holger Zahnhausen bleibt an Bord. Damit ist der Mannschaft eine planbare Zukunft in der Kreisliga B möglich. Und der Verein kann sich so auch spielend seinem 90. Jubiläumsjahr 2020 widmen. Der TSK Herne ist ebenfalls für die Kreisliga B eingeplant.

Bei Fortuna Herne bliebe es für den Fall der Fälle bei der zweiten Mannschaft in der B-Liga, die erste würde wohl ersatzlos wegfallen. Will Arminia Holsterhausen schließlich weiterspielen, jedoch nicht in der Kreisliga A, dann gehe dies nach Information von Kreis-Vorsitzenden Reinhold Spohn allerdings nur noch als neu zu gründende Reserve in der Kreisliga C.

Die Liga-Konstellation für die Spielzeit 2019/2020 hat also derzeit alles andere als eine klare Kontur. Abstiege, Auflösungen, Fusionen - einige Optionen sind noch möglich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben