Alte Herren

DJK Elpeshof: Fußball und Zusammensein – weil Samstag ist

Champions-Legaue-Sterne auf dem Ball, harte Arbeit auf dem Platz: „Wir sind eine Mannschaft. Deswegen macht man doch Alte Herren.“

Champions-Legaue-Sterne auf dem Ball, harte Arbeit auf dem Platz: „Wir sind eine Mannschaft. Deswegen macht man doch Alte Herren.“

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  „Wie soll ich da mitkommen? Ich bin 60!“ – Die Alten Herren der DJK Elpeshof haben immer noch Spaß am Fußball, ganz egal wie das Spiel läuft.

Den Ball ziert der Champions League-Stern. Doch spielt hier nicht Real Madrid gegen Bayern München, sondern die Alten Herren der DJK Elpeshof gegen die Ü32 der SG Suderwich. Die Trikots spannen bei all diesen Mannschaften, nur eben an unterschiedlichen Stellen des Körpers. Ein wenig verletzungsgeplagt gehen die Elpeshofer in die Partie. Libero Frank Sigl (47) ist einer von ihnen. Die berühmt-berüchtigten Adduktoren machen Probleme, dazu ein Leistenbruch. „Ich bin Schlosser, da ist das wohl beim Schleppen passiert“, erklärt Frank. Natürlich ist er trotzdem gekommen. „Wir sind eine Mannschaft. Deswegen macht man doch Alte Herren.“

Bis zwei Uhr nachts war er am Vortag noch Karten kloppen. Das Spiel zu verpassen, keine Alternative. Und ein Radler an der frischen Luft hilft ja auch bei der Genesung.

Ehrliche Unterhaltungen, ohne vorgehaltene Hand

DJK-Trainer Alfred Dlugosch, den alle nur bei seinem zweiten Vornamen Adam rufen, muss umstellen, zieht Stürmer Krasen Rusev auf die Sechs. Ungewohnt für Rusev, der so immer wieder von seinen Mitspielern daran erinnert werden muss, nicht einfach nach vorne zu laufen.

Manchmal mehr, manchmal weniger deutlich. Aber immer direkt.

Aufm Platz laufen Unterhaltungen noch ohne vorgehaltene Hand ab. Was gibt es auch zu verheimlichen? Getreu diesem Motto fällt auch Adams Kritik nach dem Spiel aus: „Wir haben uns heute selber geschlagen, Jungs. In der zweiten Halbzeit kam nichts.“ Eine 3:1-Führung reicht den Elpeshofer-Herren nicht. Am Ende steht ein 3:6 (2:1) auf dem Spielbericht.

Laufduelle sind nicht immer auf Augenhöhe

Über 80 Minuten gutes Tempo, das zeigen beide Mannschaften. Auch wenn einige die 50 schon sanft überschritten haben. Wie Andreas „Icke“ Hedegger nach einem verlorenen Laufduell gegen einen jüngeren Gegenspieler allen auf dem Platz lautstark klarmacht: „Wie soll ich da mitkommen? Ich bin 60!“

Aber selbst, wenn einem Spieler nach einem 30 Meter-Sprint mal die Puste ausgeht, für ein lautes „Scheiße“ ist immer noch genug Luft in der Brust. Für so etwas sind immer noch Kräfte vorhanden.

Bunte Alte Herren-Mischung – von 32 bis weit über 60

Die Alte Herren-Abteilung des DJK besteht aktuell aus 34 aktiven und passiven Spielern. Von 32 bis weit über 60 ist alles vertreten, was im Alt Herren-Bereich antreten darf. „So um die 15 Leute kriegen wir für ein Spiel eigentlich immer zusammen“, so Trainer Adam. Dass es am Samstag nur 13 geworden sind, ist auch nicht schlimm. Flexibles Coaching ist da gefragt. Viel muss Adam allerdings nicht machen.

„Kurz das letzte Spiel besprechen, dann Aufstellung und schon geht’s los“, beschreibt er die Minuten vor jedem Spiel. Auch in der Halbzeit hält er sich zurück. „Die hören doch eh nicht auf mich“, lacht er.

Gegner kommen auch aus anderen Kreisen

Da die DJKler in Herne schon so ziemlich alle Mannschaften kennen, suchen sie nun stetig in anderen Kreisen nach Gegnern. Bochum, Wattenscheid, Essen, Gelsenkirchen. Dort werden sie fündig. Jeden Samstag bis in den Dezember steht ein Spiel an, sofern es Spielerzusagen und Wetter zulassen.

Der nächste Gegner für den DJK Elpeshof soll der ESV Herne sein. Auch da wieder der gleiche Ablauf: Treffen. Kurze Besprechung. Spielen. Zusammensein. Weil Samstag ist. Nicht nur in den großen Stadien, sondern auch bei den Alten Herren.

Der Spaß ist echt, der Ärger genauso. Doch spätestens nach dem zweiten isotonischen Kaltgetränk während der nachträglichen Spielanalyse ist auch dieser wieder verflogen. Was bleibt ist der Spaß. Das was zählt. Jeden Samstag. Solange es geht.

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