Fußball Cranger-Kirmes-Cup

Drei Platzverweise für Herne, Kirmes-Cup für Wanne-Eickel

Die beste Mannschaft hat das Turnier gewonnen: Der Cranger-Kirmes-Cup geht aus Herne erstmals nach Wanne-Eickel an den DSC – die Schwarz-Gelben um Trainer Westerhoff (re.) besiegten im Finale Westfalia Herne.

Die beste Mannschaft hat das Turnier gewonnen: Der Cranger-Kirmes-Cup geht aus Herne erstmals nach Wanne-Eickel an den DSC – die Schwarz-Gelben um Trainer Westerhoff (re.) besiegten im Finale Westfalia Herne.

Foto: Thorsten Tillmann

Herne.  Der DSC Wanne-Eickel holt erstmal den Cranger-Kirmes-Cup – mit 6:0 über Westfalia Herne. In Hälfte zwei wird das Spiel aber zur Farce.

Es war eine gespenstische Atmosphäre in den letzten Minuten des Cranger-Kirmes-Cup-Finales im Stadion am Schlos Strünkede. Fast lautlos spulten die neunzehn verbliebenen Spieler ihr Programm ab, das Spiel war mit 6:0 eh entschieden. Von den Rängen höchstens leises Gemurmel. Und vor allem Fassungslosigkeit: Ein Finale, das spannend und hochklassig angefangen hatte, kippte in der zweiten Halbzeit in die ganz andere Richtung: Während der DSC Wanne-Eickel erstmals überhaupt den Cranger-Kirmes-Cup gewinnt, kassierte Westfalia Herne drei Platzverweise im Finale, das am Ende zur Farce wurde.

Es waren die zwanzig Minuten nach der Pause, in denen das Spiel komplett kippte. Beim Stand von 2:0 für Wanne-Eickel sah Erhan Duyar Gelb-Rot – weil er einen Gegner am Einwurf hinderte. Kurios – die erste Gelbe hatte er dafür bekommen, dass er DSC-Keeper Simpson beim Abschlag blockierte, um einen schnellen Gegenstoß zu vereiteln.

Drei Platzverweise innerhalb einer Viertelstunde

Nur zwei Minuten später sah Felix Fuchs Rot für eine Grätsche von hinten gegen Dawid Ginczek. Marvin Piechottka machte in der 63. Minute mit seinem zweiten Tor zum 3:0 alles klar. Und fast direkt darauf bettelte auch Hernes Nazareno Ciccarelli um Rot, als er einen Gegner von hinten trat – der Schiedsrichter zeigte ihm den dritten Herner Platzverweis in einer Viertelstunde. Danach war das Spiel gelaufen. Die eingewechselten René Michen, Luca Robert und Ali-Khan Malek erhöhten in der Schlussphase auf 6:0.

Ein Schlag ins Gesicht für den SC Westfalia, der schon in der Vorrunde 1:6 gegen den klassentieferen Gegner untergegangen war. Aber für Trainer Christian Knappmann gab es zunächst nur ein Thema – die Schiedsrichter. „Bei solchen Entscheidungen wie davor gefallen sind, muss man sich nicht wundern“, meinte Knappmann nur – mehrere Pfiffe zuvor hatten den Hernern nicht gepasst. Die strittigen Entscheidungen fielen alle zugunsten des DSC. Unter anderem, dass Smykacz’ Wembley-Tor zum vermeintlichen 1:1 nicht zählte. Sowie das der Schiedsrichter das 2:0 von Nicolai Lux anerkannte und damit seinen Assistenten überstimmte, der Abseits anzeigte.

Eibold kritisiert die Schiedsrichter – aber auch die Herner Mannschaft

Hernes sportlicher Leiter Tim Eibold: „Nach der Vorgeschichte war klar, dass das Spiel brisant wird – die Schiedsrichter haben es mit ihrem Auftreten und ihren Entscheidungen nicht besser gemacht.“ Er nahm aber auch die Mannschaft ins Gebet: „Solche Fouls sind Dummheiten. Die Platzverweise tun uns richtig weh in der Vorbereitung.“ Zumindest Fuchs und Ciccarelli könnten auch beim Oberliga-Auftakt fehlen. Bereits im Halbfinale hatte Westfalias Bilal Abdallah Rot wegen Schiedsrichterbeleidigung gesehen.

Das alles war mehr als schade, denn die erste Hälfte war spannend und sehenswert. Westfalia begann wieder mit einer Dreierkette hinten, was krachend scheiterte – die Abwehr war offen, nach nur fünf Minuten bediente Lux Marvin Piechottka zum 1:0 für Wanne. In der 12. Minute traf Smykacz die Unterkante der Latte, der Ball sprang auf den Boden und ins Feld. Kein Tor.

Knappmann muss schon nach zwanzig Minuten auswechseln

Knappmann wechselte schon nach zwanzig Minuten aus, stellte die Formation auf Viererkette um, was Herne stabiler machte. Der DSC ließ aber fast gar nichts zu und konterte immer wieder gefährlich. Bartsch und Lux verpassten das 2:0, bevor Lux nach einer verlängerten Ecke dann doch traf – er musste am langen Pfosten nur einschieben. Die Herner und der Linienrichter sahen Abseits, das Tor zählte.

Zur Pause brauchte Knappmann Lampka für Uzun, was aber schnell hinfällig war, weil seine Mannschaft sich mit ihren Undiszipliniertheiten selbst zerlegte, der Rest des Spiels war nur für die Statistik. Am Ende feierte der DSC seinen ersten Kirmes-Cup überhaupt – Sebastian Westerhoff ist der erste, der den Pokal nach seinen fünf Siegen als Spieler auch als Trainer gewinnen konnte. „Einfach überragend“, fand Westerhoff die Leistung seiner Mannschaft.

Die beste Mannschaft hat den Pokal gewonnen

Und das hochverdient: Fünf Spiele, fünf Siege, 23 Tore, Oberligist Westfalia zweimal geschlagen. Der DSC war die beste Mannschaft des Turniers. Der Kirmes-Cup ist völlig verdient so nah am Kirmesplatz wie nie zuvor.