Fussball - Cranger-Kirmes-Cup

DSC Wanne-Eickel schenkt Westfalia Herne halbes Dutzend ein

Westfalia Hernes Enes Schick (vorn) klärt in dieser Szene gegen Wanne-Eickels Nick Ruppert.

Westfalia Hernes Enes Schick (vorn) klärt in dieser Szene gegen Wanne-Eickels Nick Ruppert.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Es sollte der Tag der Westfalenligisten werden, am ersten Spieltag der Gruppe B des 20. Turniers um den Cranger-Kirmes-Cup beim SV Sodingen.

Das 2:0 des Ausrichters war allerdings ein schon fast schüchtern hinterlegtes Ausrufezeichen verglichen mit dem Auftritt des DSC Wanne-Eickel. Der schickte den Oberligisten SC Westfalia Herne unter Einsatz von Pauken, Trompeten und Nebelhorn mit 6:1 geschlagen vom Platz.
SC Westfalia Herne - DSC Wanne-Eickel 1:6 (1:2).
Es sei ja immer noch ein Turnier in der Vorbereitungsphase, hatte DSC-Trainer Sebastian Westerhoff am Tag vor dem Spiel gesagt. Aber für Konzentration, für Anspannung hatte er mit seinen Trainerkollegen schon gesorgt, die Wanner bereiteten sich auf der Aufwärmfläche im Stadion am Schloss vor. Noch lange sollte das Spiel des SV Wanne 11 gegen den SV Sodingen laufen, da waren schon die knappen Kommandos des Wanner Trainer-Trios – Westerhoff, Marc Varbelow und Michael Mankowski – plus das fokussierte Geschnaufe der Spieler auf ihrer Tour durch den Hütchen-Parcours zu hören. Vorbereitung ja – aber das Ergebnis wollten auch die Wanner nicht aus dem Blick verlieren.

Fuß auf dem Gaspedal geparkt

Die Anfangsphase des Spiels gegen den SC Westfalia Herne griff sich direkt der DSC Wanne. Vom Anpfiff weg wollte keine der beiden Mannschaften taktieren, und die Wanner starteten früh mit der Führung – nach vier Minuten traf Bünjamin Karatas zum 1:0 für den Westfalenligisten, der den Fuß dauerhaft auf dem Gaspedal nach vorne parkte.

Rene Michen scheiterte an Westfalia-Torhüter Ricardo Seifried, Nick Ruppert traf den Außenpfosten, Seifried rettete noch mal gegen Dawid Ginczek: der DSC Wanne-Eickel hatte in kurzer Folge die Chance zu weiteren Treffern. „Gut so Männer, weiter so“, klatschte DSC-Trainer Sebastian Westerhoff seiner Mannschaft Beifall.

Sie machte weiter. Ricardo Seifried musste noch einige Male zupacken, ehe Dawid Ginczek das 2:0 (36.) nachlegte. Kurz vor der Pause dann doch der erste erfolgreiche Angriffsversuch der Herner, die vorher nicht zwingend durchgekommen waren. Kaniwar Uzun traf zum 1:2 (44.), und damit war die Tür ins Spiel wieder offen für den Oberligisten.

DSC Wanne-Eickel kontert sich fix nach vorne

Michael Smykacz hatte den Schritt fast über die Schwelle gemacht für die Westfalia kurz nach der Pause, als Niklas Simpson zu weit vor sein Tor geeilt war, der Herner Stürmer verpasste aber aus großer Distanz das Tor. Auf der anderen Seite konterten sich wieder mal die Wanner fix nach vorne. Nick Ruppert ließ den Herner Erhan Duyar am Strafraumeck stehen, war frei durch –zum x-ten Mal klärte Westfalia-Torhüter Seifried, ließ den Kopf oben und rettete mit vollem Einsatz.

Westfalia fordert vergeblich einen Strafstoß

Nach einer guten Stunde forderten die Herner vergeblich Elfmeter. Bilal Abdallah kam im Laufduell mit Wannes Erik Schäfer im Strafraum zu Fall, aber Schiedsrichter Selim Erk pfiff nicht. Der direkte Gegenzug, ein Wanner Konter, war das 3:1 durch Josse Gerick, und den Korridor Richtung Westfalia-Tor bespielte der DSC gleich noch mal. Josse Gerick drückte das 4:1 für den Westfalenligisten ein (67.), Nick Ruppert per Flugkopfball das 5:1 (69.). Und nach einem Eckball, direkt abgenommen, schoss Davide Basile den Ball zum 6:1 durch die taumelnde Herner Defensive (76.).

Nach dem Schlusspfiff: Enttäuschung bei den Hernern. Vor der Wanner Bank hingegen zeigte sich ein breites Grinsen. Sebastian Westerhoff hatte sich sich schon etwas ausgerechnet, sagte er. Aber: „Wenn du als Westfalenligist gegen einen Oberligisten spielst, und dann noch Wanne gegen Herne und du gewinnst 6:1 – damit rechnest du natürlich nicht. Aber ich bin natürlich froh, dass wir so nach vorne gespielt haben.“

Zwei Treffer von Naim Ajeti zum Sodinger Sieg gegen Wanne 11

SV Wanne 11 - SV Sodingen 0:2 (0:1). 21 Tore hat Naim Ajeti in der vergangenen Meistersaison des SV Sodingen in der Landesliga erzielt – auch im ersten Spiel des Ausrichters beim Turnier um den Cranger-Kirmes-Cup war er gleich in Angriffslaune.

Er wie auch seine Mannschaftskollegen hatten noch mehr Gelegenheiten, um zu Toren zu kommen, unter anderem bei Aluminiumtreffern. Aber es blieb beim 2:0-Erfolg der Sodinger, durch die zwei Tore von Naim Ajeti. Die Sodinger waren in dieser Begegnung das überlegene Team mit der größeren Zahl an Torchancen. Nach einem offensiven Beginn des SVS dauerte es bis zur 22. Minute, ehe Ajeti zum ersten Mal traf, die Grünhemden mit seinem ersten Treffer mit 1:0 in Führung bringen konnte.

SV Sodingen lässt weitere Chancen liegen

Bis zur Pause trafen die Sodinger noch zweimal Aluminium, in der Viererreihe hinten machten sie es schwer für die Wanner, durchzukommen. In den vorigen Spielen hatten die Elfer gut ausgesehen gegen die Sodinger, überaus gut beim 6:1-Pokalerfolg zu Jahresbeginn im Kreispokal-Viertelfinale. Diesmal gab der Westfalenliga-Aufsteiger den Taktstock nicht aus der Hand.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurden beide Mannschaften plus das Schiedsrichtergespann um David Hennig ausgebremst. Pünktlich trat die Sprinkleranlage im Stadion am Schloss ihren Dienst an – erst nach einigen Minuten Wartezeit konnten beide Teams wieder im Trockenen kicken.

Flüssig lief es danach in der Sodinger Offensive weiter, auch wenn Chancen liegen blieben. Aber nicht in der 53. Minute, als Kai Patalla vor dem gegnerischen Sechzehner den Ball aus einem Zweikampf herausschraubte, auf Naim Ajeti querlegte, und dieser mit dem Außenrist vollenden konnte. Läuft schon wieder.

Die nächsten Spiele

Am Samstag spielen im Stadion am Schloss Strünkede in der Gruppe A/Sparkasse Herne: BWW Langenbochum - FC Altenbochum (16 Uhr), TuS Bövinghausen - SpVgg Erkenschwick (18 Uhr).

In der Gruppe B/Stadtwerke Herne spielen am Sonntag: SV Sodingen - SC Westfalia Herne (15 Uhr), DSC Wanne-Eickel - SV Wanne 11 (17 Uhr).