Fußball

Erster Matchball zum Klassenerhalt

Ganz dicht dran: So nah wie SCW-Kapitän Maurice Temme (r.)  hier seinem Gegner, ist der SC Westfalia Herne jetzt dem Klassenerhalt.

Ganz dicht dran: So nah wie SCW-Kapitän Maurice Temme (r.) hier seinem Gegner, ist der SC Westfalia Herne jetzt dem Klassenerhalt.

Foto: Klaus Pollkläsener

Bei einem Heimsieg über Schlusslicht FC Gievenbeck ist Westfalia Herne so gut wie gerettet. Knappmann warnt vor einem „verschworenen Haufen“.

Erster Matchball für das Minimalziel: Gewinnt der SC Westfalia Herne an diesem Sonntag (15.15 Uhr, real-Arena am Schloss) das Heimspiel gegen Schlusslicht 1. FC Gievenbeck, ist der Verbleib in der Oberliga „zu 99,9 Prozent sicher“, wie Christian Knappmann sagt. Gelingt das, will der Herner Coach das nächste Ziel ins Visier nehmen: Den achten Platz, der zur Teilnahme am Westfalenpokal berechtigt. „Mit zehn Punkten aus den letzten vier Spielen könnte es klappen“, hat Knappmann errechnet.

Doch zunächst gilt die volle Konzentration den Gästen aus Münster. „Wir dürfen nicht glauben, da käme ein Trümmerhaufen. Das wäre ein Fehler“, warnt Knappmann. „Gievenbeck hat eine gute Spielidee, gute individuelle Klasse und ist auf dem Platz ein verschworener Haufen“. urteilt der Herner Trainer. Spielern wie Tristan Niemann, der bereits achtmal getroffen hat, Christian Keil oder Daniel Geisler attestiert er gehobenes Oberligaformat, und Yasin Altun, ein starker Sechser, stehe nicht zufällig vor dem Wechsel zu einem Regionalligisten. „Was der Mannschaft vielleicht fehlt, ist der Killerinstinkt“, meint Knappmann.

Gäste setzen auf ihre gute Jugendarbeit

Auch nach dem Aufstieg sind die Gievenbecker ihrer Linie treu geblieben und haben vorwiegend auf Spieler gesetzt, die der eigenen Jugend entstammen. „Schon dafür muss man alle Hüte ziehen“, bekundet der SCW-Trainer Respekt. Anfangs lief es auch gut für den FCG, aber in der Rückrunde ist der Aufsteiger doch etwas aus dem Tritt geraten und bis ans Tabellenende gerutscht. Aufgegeben hat sich das von Benjamin Heeke trainierte Team aber noch nicht. Den Beweis trat Gievenbeck erst am Mittwoch an, als in Rheine ein 2:0-Erfolg gelang. Es war übrigens noch ein Nachholspiel aus der Hinserie, beide Teams stehen sich am letzten Spieltag in Gievenbeck noch einmal gegenüber. Um daraus ein echtes Endspiel um den Klassenerhalt zu machen, sollte der FCG aus Herne tunlichst etwas mitnehmen.

Aber das wird die Westfalia zu verhindern suchen. Mit einem Dreier würde der SCW (derzeit 36 Punkte) den Abstand zum Gegner (29) auf uneinholbare zehn Punkte ausbauen. Noch tiefer in den Abstiegssumpf könnte auch die Hammer SpVg (33 Punkte) sinken. Ihr droht der Abzug von vier Punkten aus den Spielen gegen Schermbeck und Rheine, sofern ein von Westfalia Herne eingelegter Protest Erfolg hat. Demnach sei Damir Kurtovic nicht spielberechtigt gewesen, weil er in der laufenden Saison schon Pflichtspiele für Werne und Herne bestritten habe. Mit diesem Fall wird sich demnächst das Verbandssportgericht auseinandersetzen.

Den eigenen Klassenerhalt will der SC Westfalia aber auf dem Feld klarmachen, und zwar an diesem Sonntag. Die personellen Voraussetzungen sind gut. Zwar glaubt man, dass Felix Fuchs gesperrt ist, obwohl das DFB-Net anderes suggeriere, aber Bilal Abdallah, laut Knappmann „einer dieser ominösen Unterschiedsspieler“ hat die ganze Woche problemlos trainiert und ist ebenso im Kader wie der lange verletzte Andreas Ogrzall.