Mischsportart

Herner mischt beim Deutschen Quidditch-Meister mit

Der „Beater“ trainiert: Maximilian Koch (re.) mit Marcus Griese von Ruhr Phoenix Bochum Quidditch.

Der „Beater“ trainiert: Maximilian Koch (re.) mit Marcus Griese von Ruhr Phoenix Bochum Quidditch.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Der Herner Student Maximilian Koch spielt bei den Ruhr Phoenix Bochum Quidditch. Anfängliche Schwierigkeiten überwand er ziemlich schnell.

Wenn Maximilian Koch so vor einem steht, käme einem wohl im ersten Moment nicht der Gedanke, dass er an mehreren Tagen pro Woche andere Menschen gezielt mit einem Ball abwirft. Doch das ist seine Aufgabe. Er ist schließlich Beater.

Seit zwei Jahren spielt der gebürtige Herner bei den Ruhr Phoenix Bochum Quidditch. Das mag nun manch einem ein spöttisches Lächeln entlocken, doch die Sportart, die in den Harry Potter-Büchern von J.K. Rowling ihren Ursprung hat, ist auf dem besten Weg, sich zu etablieren.

Eine Mischsportart

„Quidditch ist eine Mischung aus Rugby, Handball und Dogdeball“ (Völkerball), beschreibt Koch. Keine Magie, Körpereinsatz und Zielgenauigkeit zählen hier. Eine spannende Mischung, nicht ohne Grund steigen in den vergangenen Jahren die Zahlen der Quidditch-Teams stetig.

Als Beater ist Koch dafür zuständig die gegnerischen Angreifer mit dem Klatscher abzuwerfen und so ihren Angriffsfluss zu stören. Das war für Koch anfangs schon ein kleines Problem. „Ich war Rettungsschwimmer, Taucher und Windsurfer. Davon lernt man nicht unbedingt, wie man Ballsport betreibt“, fasst er selbstironisch zusammen.

Doch mittlerweile hat er sich in der 2. Mannschaft von Ruhr Phoenix Bochum, dem Squad, etabliert und schnuppert an einem Platz in der aktuellen Deutschen Meister-Mannschaft.

Viele Turnierteilnahmen

Ganz einfach wird dieser Schritt, den sich Koch auf jeden Fall zutraut, aber nicht. „Viele in der 1. Mannschaft spielen auch in der Nationalmannschaft oder sind einfach Naturtalente beziehungsweise haben schon vorher etwas mit Ballsportarten zu tun gehabt. Da ist es schwer reinzukommen“, erklärt er.

Durch eine Vielzahl an Turnieren und disziplinierten Trainingsteilnahmen hat es der 20-jährige Maschinenbaustudent geschafft sich enorm zu verbessern. „Nach meinen ersten Turnieren habe ich gemerkt, ich bin echt ein komplett neuer Spieler“, erinnert er sich.

Begeisterung fernab der Bücherwelt

Obwohl er sich vorher für „klassischen Sport nie begeistern konnte“, ist Koch komplett im Verein angekommen. „Das ist mein Verein, hier fühle ich mich wohl. Wir kommen alle aus dem Pott und verstehen uns einfach super“, berichtet er aufrichtig begeistert.

Und macht sogleich Werbung für seinen Sport: „Egal, was du kannst, du wirst bei uns gut aufgenommen. Auch Leute, die noch nie Sport gemacht haben, jeder hat es irgendwann mal erst lernen müssen.“

Ob Harry Potter-Nerd, sportbegeisterte Alles-Ausprobierer oder die, die sich nach Rugby mit mehr Bällen sehnen, alle sind beim Quidditch willkommen. Durch diese Offenheit verbreitet dieser Sport in der Realität seinen ganz eigenen Zauber.

Quidditch: So geht’s

Beim Quidditch treten zwei gemischtgeschlechtliche Mannschaften á sieben Spieler gegeneinander an, wobei der siebte Spieler (Sucher) erst ab der 18. Minute ins Spielgeschehen eingreift.

Punkte können erzielt werden, indem einer der Drei Jäger durch einen von drei Ringen ein Tor erzielt (10 Punkte), oder der Sucher den Schnatz fängt (30 Punkte).

Fängt der Sucher den Schnatz (ebenfalls eine reale Person) ist das Spiel beendet. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Während des Spiels tragen alle Spieler ein PVC-Rohr zwischen den Beinen, das den Besen simulieren soll.

Für genauere Regelinformationen: http://deutscherquidditchbund.de/index.php/de/quidditch/regelwerk

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