Basketball

HTC-Damen bauen auf ihre Heimstärke

Auf Loyce Bettonvil (r.) und ihre Mitspielerinnen wartet gegen Nördlingen die nächste schwere Aufgabe.

Foto: Dietmar Wäsche

Auf Loyce Bettonvil (r.) und ihre Mitspielerinnen wartet gegen Nördlingen die nächste schwere Aufgabe. Foto: Dietmar Wäsche

Die TH Wohnbau Angels haben Wasserburg geschlagen und kommen als Spitzenreiter nach Herne. Gäste verfügen über gut eingespieltes, starkes Team.

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Mehr Understatement geht wohl nicht. Da bringen die Wohnbau Angels aus Nördlingen dem TSV Wasserburg die erste Saisonniederlage bei, verdrängen den Abonnementsmeister von der Spitze der Damen-Basketball-Bundesliga -- und kommen doch glatt mit der Maßgabe ins Revier, an diesem Samstag beim Herner TC (18 Uhr, H2K-Arena, Mont-Cenis-Str. 180) das erste Saisonziel auf ihrer Liste abzuhaken: Mit einem Sieg, so heißt es in ihrem Vorbericht, habe man die 14 Punkte beisammen, die zuletzt meist den Klassenerhalt bedeuteten. Da wird man wohl gratulieren dürfen – wenn nicht an diesem, dann an einem der folgenden Wochenenden.

Höhenflug nicht überraschend

Für Marek Piotrowski, den Headcoach des Herner TC, kommt der Nördlinger Höhenflug gar nicht so überraschend. Er hatte die Engel schon vor Saisonbeginn auf dem Zettel, bezeichnete das Team aus dem Ries als seinen „Geheimfavoriten“. Und sieht sich nach sieben Spieltagen voll bestätigt. „Sie haben auch die starken Mannschaften geschlagen und stehen völlig zurecht mit Wasserburg und Keltern auf einer Stufe.“ Ihren einzigen Ausrutscher haben sich die Angels ausgerechnet gegen Aufsteiger USC Heidelberg erlaubt, dem sie mit 84:89 unterlagen. Es war zugleich der einzige Sieg des USC, der inzwischen die Rote Laterne hält – ein neuerlicher Beleg dafür, dass die Liga in den letzten Jahren deutlich ausgeglichener geworden ist.

Ihren Traumstart mit sechs Siegen in sieben Spielen verdanken die Schützlinge von Patrick Bär nicht zuletzt der Tatsache, dass sie als das am besten eingespielte Team in die Punkterunde gingen. „Die Mannschaft ist komplett zusammen geblieben und wurde auf zwei Positionen gezielt verstärkt“, weiß Marek Piotrowski.

Kopf des Angel-Teams ist Jennifer Schlott, eine 26-jährige Amerikanerin, die nicht nur Tempo und Rhythmus bestimmt und ihre Mitspielerinnen in Szene setzt, sondern mit 18,4 Punkten pro Spiel auch am fleißigsten punktet. Sie verkörpert auf der Aufbauposition ebenso Extraklasse wie Powerforward Kimberley Pierre-Louis. Die 1,85m große Kanadierin ist extrem athletisch und die beste Rebounderin der Liga. Sie schnappt sich im Schnitt 13 Abpraller, packt auch unter dem gegnerischen Brett energisch zu und verschafft sich mit Offensivrebounds viele zweite Wurfchancen. So bringt sie es bisher auf 17,1 Punkte pro Spiel. Zweistellig punktet auch ihre Landsfrau Samantha Hill (14,4), eine der beiden Neuen im Team. Gut eingefügt hat sich auch die finnische Aufbauspielerin Anni Mäkitalo, die vor allem Schlott effektiv entlastet. Zu den Stützen zählen ferner die Serbin Aleksandra Racic und die Geiselsöder-Schwestern, besonders die erst 17-jährige Luisa, mit 1,89 m größter Engel.

Auf die zuhause noch ungeschlagenen HTC-Damen wartet also eine echte Herausforderung. „Das ist eine schwere, aber sehr reizvolle Aufgabe“, findet Trainer Piotrowski. „Die Angels kommen mit Selbstvertrauen aus dem Wasserburgspiel und sind als Tabellenführer der Favorit. Wir haben aber nichts zu verlieren. Mit unseren Zuschauern im Rücken wollen wir versuchen, sie zu schlagen.“ In Keltern habe der HTC bereits gezeigt, dass er die „Großen“ zumindest phasenweise ärgern kann. Gelingt den in Bestbesetzung antretenden Hernerinnen eine weitere Steigerung, ist vielleicht eine Überraschung drin.

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