Fussball - Oberliga Westfalen

SC Westfalia Herne beweist „Mentalität“: 2:1-Sieg in Hamm

Ging vorneweg und traf zum 2:1: Westfalia-Kapitän Maurice Temme (vorn, hier im Westfalenpokalspiel beim SV Wanne 11).

Ging vorneweg und traf zum 2:1: Westfalia-Kapitän Maurice Temme (vorn, hier im Westfalenpokalspiel beim SV Wanne 11).

Foto: Rainer Raffalski / Funke Foto Services GmbH

Hamm/Herne.  Der SC Westfalia Herne gewinnt mit 2:1 bei der Hammer SpVg und beweist „Mentalität“ Eine Grätsche macht besonders Eindruck.

Nach dem Spiel in der Pressekonferenz wurde Christian Knappmann, der Trainer des SC Westfalia Herne, um eine „fundierte Meinung“ zu den vorherigen 90 Minuten bei der Hammer SpVg gebeten. Was nicht so leicht war an diesem Tag, wie Knappmann auch direkt begründete.

Es gab aber ein besonderes Stichwort für diesen Tag, nach dem 2:1 (1:1)- Erfolg der Herner, das Knappmann und Hamms Trainer Rene Lewejohann im Einklang wählten.

„Mentalität“ war das Wort des Tages in Hamm

Das Wort des Tages in Hamm, es hieß „Mentalität“.

Denn die fundierte Analyse ließ Knappmann aus und sagte über diesen Sieg beim noch sieglosen Tabellenletzten: „Es ist schwer, über das Spiel angesichts der jetzigen Situation, in der wir strukturell sind, und der, in der Hamm zurzeit sportlich steckt, fußballfachlich zu reden.“

Lob von SCW-Trainer Christian Knappmann an seine Spieler

Stattdessen lobte der SCW-Trainer die Mentalität seiner Spieler.

Nicht nur, dass mittlerweile vier Gehälter nicht gezahlt wurden und Bilal Abdallah, Nazzareno Ciccarelli, Philipp Rößler, Kaniwar Uzun und Manuel Dieckmann ihre Verträge aufgelöst haben und Maurice Haar das zum Jahreswechsel tun will.

Sondern in den vergangenen Wochen habe das Team auch kaum trainiert, so Knappmann – wofür er angesichts der ausstehenden Gehälter Verständnis habe. Und deshalb sagte er nach diesem Sieg: „Ich bin stolz auf das, was die Jungs heute geliefert haben.“

„Strukturelle Situation“ wird am Dienstagabend besprochen

Drei Punkte in Hamm sind eingefahren, die „strukturelle Situation“ soll in dieser Woche geklärt werden. Wie es weitergehen soll, werde am Dienstagabend besprochen werden, kündigt Vorsitzender Uwe Heinecke an. Näheres dürfte dann am Mittwoch bekannt gegeben werden.

An diesem Sonntagnachmittag fiel ein Name in einem Atemzug mit dem Stichwort des Tages: Maurice Temme. Der „Capitano“ der Herner traf nicht nur in der 60. Spielminute zum 2:1 für die Westfalia und damit zum Sieg.

Hamms Trainer Lewejohann von Maurice Temmes Einsatz beeindruckt

Rene Lewejohann, Hamms Trainer, war noch aus einem ganz anderen Grund beeindruckt: „Wenn ich sehe, wie Maurice Temme in der neunzigsten Minute noch bis auf die Asphaltbahn grätscht, um zu klären, dann frage ich mich, welche Mannschaft es heute war, die keine Gehälter kriegt.“

Bei seinem Team vermisse er diese Einstellung zu oft: „Wir hatten jetzt das dritte Do-or-die-Spiel, in dem wir Sachen nicht umgesetzt haben, die wir uns vorgenommen haben.“

Hamm gerät durch ein Eigentor früh in Rückstand

Die Szene, die zur schnellen Herner Führung schon nach vier Minuten geführt hatte, zählte aber nicht dazu. Die war aus Hammer Sicht schlicht unglücklich.

Von der rechten Außenbahn schlug Enes Schick eine Flanke in den Hammer Strafraum, die den SpVg-Abwehrmann Seongsun You überrumpelte – beim Klärungsversuch lenkte er den Ball mit dem Oberschenkel ins eigene Tor zum 0:1.

Die Gastgeber starteten nun selbst in diese Begegnung, zunächst hielt Westfalia-Torhüter Ricardo Seifried die Führung gegen Hamms Ali Gülcan fest (9.).

Niklas Sewing trifft aus der Distanz zum Ausgleich

Zehn Minuten darauf aber hatte Seifried keine Chance. Im Mittelfeld bekamen die Herner die Szene in dieser 19. Minute nicht geklärt, und Niklas Sewing konnte Maß nehmen, traf aus der Distanz zum Ausgleich.

Die Herner machten sich umgehend auf den Weg zurück in dieses Spiel um wichtiges Zählbares für die Tabelle.

Aber Nikolaj Pakowski (26.) und Kai Hatano (40.) brachten den Ball nicht an SpVg-Keeper Ivan Mandusic vorbei, Kerem Sengün (34.) schoss knapp vorbei.

SC Westfalia Herne kommt mit flachem Spiel zum Siegtreffer

Die Herner Überlegenheit blieb auch in der zweiten Halbzeit, und mehr davon wollte Knappmann auch in die obere Etage seiner Offensive packen: Maurice Haar kam nach 55 Minuten für Michael Smykacz. Der Innenverteidiger sollte vorne seine Kopfballstärke ausspielen.

Das Spiel schoben die Herner in der letztlich entscheidenden Szene allerdings mit flachem Spiel Richtung Sieg.

Statements vom „Capitano“

Die Gäste hatten nach einer guten Stunde schon um den Hammer Strafraum herum gespielt, da kam der Ball zum nach vorne aufgerückten Maurice Temme.

Pass auf die rechte Seite zu Kai Hatano, der passte zurück auf Temme – und der schoss nach unten ins lange Eck. SpVg-Torhüter Mandusic war unten, bekam den Ball aber nicht zu fassen und musste mit ansehen, wie sich Temme Richtung Christian Knappmann stürmte und sich von seinem Trainer und seinen Teamkollegen feiern ließ fürs 2:1 (60.).

Dieser Treffer war schon ein Statement des „Capitano“. Unterstrichen von der Grätsche bis auf die Asphaltbahn.

Namen & Zahlen zum Spiel

Tore: 0:1 (4./ET You), 1:1 (19.) Sewing, 1:2 (60.) Temme.

Hamm: Mandusic; Kurtovic, Kisker, Gülcan, Dogan (66. Aoki), Franke, Özkara, Bezhaev (70. Yildirim), You, Sewing, Loheider.

Westfalia: Seifried; Temme, Duyar, Pulver (87. Jünemann), Schick, Ogrzall, Pakowski (70. Fuchs), Hatano, Sengün, Stawski (90. Lampka), Smykacz (55. Haar).

Schiedsrichter: Hüwe (Coesfeld).

Zuschauer: 250.

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